„Eigentlich wünschen sich Patienten bei einer Narkose immer dasselbe: Keine Schmerzen während und ein schnelles Abklingen des Taubheitsgefühls nach der Behandlung. Dabei ist es für sie grundsätzlich eher zweitrangig, welche Art der Anästhesie genutzt wird.“ Mit dieser Erkenntnis eröffnete PD Dr. Dr. Kämmerer, stellvertretender Direktor der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und plastische Gesichtschirurgie der Universitätsmedizin Mainz, die Fortbildung. Doch nicht für alle Patienten und Indikationen kommt jede Anästhesieform in Frage.
Dr. Kämmerer legte im theoretischen Teil der Fortbildung zunächst einen Schwerpunkt auf die Risikovermeidung bei Lokalanästhetika. Faktoren wie Stoffwechsel-, Herz-Kreislauf- und Lebererkrankungen sowie die feste Einnahme von mehr als zwei Medikamenten erhöhen die Komplikationsrate nachweislich. Ein Beispiel: Die Infiltrationsanästhesie wirkt nur in Verbindung mit Adrenalin. Dieses erhöht insbesondere bei Risikopatienten die Wahrscheinlichkeit von geringen aber auch schwerwiegenden und gesundheitsgefährdenden Nebenwirkungen bis hin zum Herzstillstand. Diese Gefahr ist bei der intraligamentären Anästhesie (ILA) erheblich geringer: Bei der minimalinvasiven Methode werden nur kleine Mengen des Anästhetikums appliziert, was den Wirkungsbereich eindämmt und die unerwünschten Folgen reduziert. Als Human- und Zahnmediziner kennt sich Dr. Kämmerer sowohl mit den FORTBILDUNG universellen Auswirkungen als auch mit der indikationsspezifischen Auswahl der verschiedenen Anästhetika aus – und hat daher die ILA besonders schätzen gelernt.
Vorteile der intraligamentären Anästhesie
„Extraktionen funktionieren mit der ILA fantastisch. Und auch für endodontische Behandlungen sowie Füllungstherapien lässt sich die ILA hervorragend einsetzen“, so Dr. Kämmerer weiter. Da hier kürzere Nadeln als bei der Infiltrations- oder der Leitungsanästhesie verwendet werden, ist das Risiko eines Nadelbruchs geringer. Zudem können bei dieser Vorgehensweise weder Nerven noch Blutgefäße verletzt werden. Ein weiterer Vorteil: Die Dosierhebelspritze SOPIRA® Citoject von Kulzer wirkt durch ihr spezielles Design weniger angsteinflößend. Sie eignet sich daher besonders gut für die Behandlung von Angstpatienten und Kindern. Hier spielt auch der geringere Injektionsschmerz eine wichtige Rolle. Darüber hinaus ist die Latenzzeit deutlich geringer als bei den anderen Formen der Schmerzausschaltung, die Wirkung setzt praktisch sofort ein: „Damit können wir auch die Wünsche unserer Patienten erfüllen.“ Alles in allem sei die ILA durchaus als primäre Anästhesieform in Betracht zu ziehen. Sie ermögliche eine bedarfsorientierte Lokalanästhesie, die für den Patienten sehr angenehm sei, resümierte der Referent den ersten Teil der Veranstaltung.
Praxistest am Schweinekiefer
Kulzer/picture alliance/Christes
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