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Der DG PARO/ meridol® Preis wird einmal jährlich für die besten wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet der Parodontologie verliehen, die im vorhergehenden Jahr in einem internationalen peer-reviewed Journal veröffentlicht wurden. Der Preis wird in den Kategorien Grundlagenforschung und klinische Studien verliehen. Er ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Die DG PARO/ meridol® Forschungsförderung beträgt maximal 10.000 Euro pro Antrag.
Die Urkunden wurden den Preisträgerinnen und Preisträgern von Prof. Dr. Bernadette Pretzel und dem Präsidenten der DG PARO Prof. Dr. Dr. Thomas Beikler überreicht. „Die unabhängige internationale Jury hat unter den zahlreichen, hochwertigen Bewerbungen vier herausragende Publikationen ausgewählt, die wir mit dem DG PARO/ meridol® Preis 2026 auszeichnen. Mit der Forschungsförderung durch unseren langjährigen Kooperationspartner CP GABA unterstützen wir zwei Forschungsprojekte mit hochaktuellen Fragestellungen und besonderer translationaler Relevanz“, erläutert der DG PARO Präsident.
Mit dem DG PARO/ meridol® Preis ausgezeichnete Grundlagenforschung:
Den ersten Preis in der Kategorie Grundlagenforschung erhielt Prof. Dr. Thomas Kocher (Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie, Universitätsmedizin Greifswald). In der prämierten Studie [1] wurde der langfristige Einfluss des Theobromin-Spiegels im Speichel auf den Schweregrad der Parodontitis untersucht. Hierfür wurden die 7- und 10-jährigen Follow-up-Daten aus den prospektiven Studien „Studies of Health in Pomerania“ (SHIP) genutzt. Theobromin ist ein Methylxanthin, welches insbesondere in Schokolade enthalten ist und gesundheitsfördernde Eigenschaften haben soll. Die Ergebnisse der Studie weisen darauf hin, dass Theobromin-haltige Produkte zur Unterstützung der parodontalen Gesundheit beitragen könnten.
Der zweite Preis ging an Prof. Dr. Susanne Schulz (Universitätspoliklinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg). Die ausgezeichnete Studie [2] untersuchte mikrobielle Zusammenhänge zwischen der subgingivalen Besiedlung und Karotis-Plaques. Die karotide Probeentnahme erfolgte intraoperativ im Rahmen
von Karotis-Endarteriektomien. Die Analyse ergab, dass sich die Mikrobiota im Mundraum und in den Halsschlagadern unterscheiden. Taxa aus dem gingivalen Raum traten in Karotis-Plaques nur vereinzelt auf. Die Studie legt nahe, dass die vaskuläre Mikrobiota nicht ausschließlich oralen Ursprungs ist, sondern auch andere systemische Quellen hat.
Mit dem DG PARO/ meridol® Preis ausgezeichnete klinische Studien:
Mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde Prof. Dr. Karin Jepsen (Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universitätsklinikum Bonn) für ihre klinische Studie [3] zu Veränderungen des periimplantären Gewebes bei Einzelimplantatversorgungen nach einer Weichgewebe-Augmentation (STA) mit einer volumenstabilen Kollagenmatrix (VCMX) oder Bindegewebe (SCTG). Dabei wurden die Beschaffenheit der Schleimhaut und periimplantäre Parameter sowie die Bewertung der Ästhetik und Zufriedenheit durch die Behandelnden und die Patientinnen und Patienten ausgewertet. Daraus ergab sich, dass sowohl VCMX als auch SCTG drei Jahre nach der Implantatbelastung für stabiles periimplantäres Weichgewebe mit minimalen Konturveränderungen sorgten. Die von den Behandelnden bewertete Gesamtästhetik sprach für SCTG, während sich bei den Patientinnen und Patienten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen zeigten.
Der zweite Platz ging an Dr. Caspar Victor Bumm (Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und digitale Zahnmedizin, Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München). In der prämierten Studie [4] wurden die Zusammenhänge der klinischen Endpunkte der Parodontaltherapie nach den Therapiephasen 1 und 2 mit der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität (MLQ) im Anschluss an eine langfristige unterstützende Parodontitistherapie (UPT) untersucht. Bei den Studienteilnehmenden konnte kein signifikanter Zusammenhang zwischen dem Erreichen klinischer Endpunkte und deren MLQ nachgewiesen werden. Patientinnen und Patienten, die über Zahnverschiebungen berichteten, wiesen jedoch eine signifikant verminderte MLQ auf. Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass neben klinischen Endpunkten funktionelle und ästhetische Beschwerden bei der Bewertung des Erfolgs der Parodontaltherapie berücksichtigt werden sollten.
Geförderte Forschungsvorhaben:
Der erste Platz der DG PARO/ meridol® Forschungsförderung ging in diesem Jahr an Dr. Christina Laetitia Pappe, M.Sc. (Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie, Universitätsklinikum Leipzig) für ihr Forschungsprojekt „Beeinflusst eine pflanzenbasierte Ernährung das orale Mikrobiom? Eine Sekundäranalyse einer randomisierten, kontrollierten Studie.“ Hierfür soll eine Sekundäranalyse supra- und subgingivalen Plaqueproben durchgeführt werden, die in einer vorausgegangenen randomisierten, kontrollierten Studie [5] gewonnen wurden. Ziel dieses Projektes ist es, bereits beschriebene klinische Effekte mikrobiologisch zu überprüfen und klinische Parodontologie mit moderner Mikrobiomforschung zu verbinden.
Den zweiten Platz der DG PARO/ meridol® Forschungsförderung erhielt Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider, M.Sc. (Lehrstuhl für Parodontale Medizin und Geriatrische Zahnmedizin, Julius-Maximilians-Universität Würzburg) für ihr Forschungsvorhaben „Hormonabhängige
posttranskriptionelle Regulation als Schlüsselmechanismus geschlechtsspezifischer Parodontitis: Funktionelle Analyse von CPEB1 und CPEB4 in patientennahen Modellen“.* Das Forschungsprojekt zielt darauf, Wissenslücken bezüglich der mechanistischen Grundlage geschlechtsspezifischer Krankheitsverläufe, speziell des Risikos für schwere Parodontitis bei jungen Frauen, zu schließen und auf diesem Weg wichtige Erkenntnisse für geschlechtsspezifische Präventions- und Therapiestrategien zu gewinnen.
Weiterführende Informationen sowie die jeweiligen Ausschreibungsfristen für den DG PARO/ meridol® Preis und Fördermittel finden Interessierte auf der Webseite der DG PARO unter folgendem Link: https://dgparo.de/forschung-praxis/forschungsfoerderung-stipendien
Quelle: CP GABA
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