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Wunderbar ist das Frühstück am nächsten Morgen auf der Terrasse vor dem Restaurant des Haupthauses unter uralten Bäumen mit Blick auf die grüne Umgebung. Der wird allerdings beim abendlichen Dinner, wenn der glutrote Sonnenball in der Ferne im Meer versinkt, noch überboten. Kann Urlaub schöner sein?
Nur 20 Flugminuten sind es von Mallorca, also eigentlich ein Abstecher. Doch die Insel Menorca, die seit 2023 zum UNESCO-Welterbe zählt, ist einen kompletten Urlaub wert – vor allem in dem zauberhaften „Rural Binigaus Vell“. Nicht zuletzt für Pferdeliebhaber. Bei meinem ersten Spaziergang im unten am Meer gelegenen Ort Sant Tomàs tummeln sich hinter einer langen Natursteinmauer die herrlichen mallorquinischen tief schwarzen Rassepferde. Sie gehören zum Hotel und können von den Gästen geritten werden.
Natur- und Kulturliebhaber kommen auf dieser Trauminsel, auf der man im gebirgigen Norden auch hervorragend wandern kann, auf ihre Kosten. Mit Guide Gerard Marques, einem gebürtigen Mallorquiner, erkunde ich am nächsten Tag die Insel. Wir besuchen einen der typischen Höfe, in denen der bekannte Käse und auch die berühmte Salami gemacht und verkostet werden können. Und er zeigt mir einige der schönsten, einsamen Strände. Großartig ist zudem die Sicht über die gesamte Insel von der Kirche Santa Maria.
Natürlich besuchen wir die wichtigsten Stätten der „Talayots“ – uralte Siedlungen der prähistorischen Einwohner. Pyramidenähnlich sind die Bauten ihrer weitläufigen Wohnanlagen. Rätselhaft bleiben die hohen, tischähnlichen Steine und vieles andere, da es keine schriftlichen Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt. Berühmt waren ihre kämpfenden Steinschleuderer. Später war die Insel begehrtes Ziel von Phöniziern, Karthagern, Arabern und Römern, da sie strategisch günstig zwischen Spanien und Nordafrika liegt. Das spürt man am Einfluss bei der Architektur – zum Beispiel in der Hafenstadt Mahón im Südosten der Insel, die sich für Seefahrer geradezu einladend in einer langen Bucht öffnet.
Auch dort habe ich von Guide Alain eine exzellente Führung durch die am westlichen Ende der Insel, hoch über dem Hafen liegende Stadt mit kunstvollen Graffiti an den Häusern bekommen. Sehenswert sind die große Kathedrale und das Museum. Hier sind die Funde der Ausgrabungsstätten sehr gut durch fiktive Zeichnungen der damaligen Bewohner und ihrer Lebensweise ergänzt. Als „Schleuderer“ – treffsicher mit runden Steinen aus einer Schlinge – waren sie gefürchtet. Nach der Besichtigung genießen wir auf dem Hauptplatz neben dem Stadttor mit Olivenbaum das typisch Menorquinische Getränk „Gin Pomada“. Herrlich ist es, sich am Abend in die Idylle des Hotels „Rural Binigaus Vell“ zurückziehen zu können. Ein erfrischendes Bad im großen Swimmingpool ist der Auftakt zu einem vorzüglichen Abendessen mit Sonnenuntergang.
Einen herrlichen Panoramablick über die gesamte Insel hat man vom Gipfel des Monte Toro, auf dem die Kirche der Jungfrau von Monte Toro steht, die auch zu besichtigen ist. Nach diesem grandiosen Erlebnis fahre ich an die Küste nach Binibeca, einem „idyllischen“ Fischerort laut Reiseführer. Idyllisch ist er zwar nicht mehr, doch sehr hübsch. Hoch über dem Ort haben im 18. Jahrhundert die Engländer ein Fort errichtet, von dem die schmale Meereseinfahrt, zugleich bester Zugang auf die Insel vom Meer aus, mit Kanonen bestens zu überwachen war.
Wieder mit einer Führung lerne ich die frühere Hauptstadt der Insel, Ciutadella, diesmal am östlichen Ende der Insel, kennen. Elegante Schuhgeschäfte lösen sich ab mit schönen Cafés. Die vielen prachtvollen Bauten zeugen von ihrer Bedeutung als ehemalige Hauptstadt. Zurück am späten Nachmittag in meinem so schönen Zuhause, dem „Rural Binigaus Vell“, beschließe ich, die nächsten Tage in diesem Paradies richtig „Urlaub“ zu machen, also zu genießen und mich zu erholen.
Denn beim Rückflug nach Deutschland hänge ich noch drei Tage in Palma an, diesmal im Hotel „Es Princep“, von dessen Dachterrasse (mit Pool) man einen märchenhaften Blick hat über die Stadt und den Hafen. Es sind nur zehn Fußminuten bis zur Kathedrale. Auch hier ist der Blick von der Dachterrasse phänomenal. Diesmal leiste ich mir eine Stadtführung durch Palma, um auch verborgene Besonderheiten der quirligen Stadt kennen zu lernen, zu denen mich Guide Mateo führt – wie der Drache an der Rathaustür von Palma, der eine besondere Bedeutung für die Stadt hat. Höhepunkt ist der Besuch des etwas außerhalb liegenden Ateliers und Hauses des berühmten Malers Joan Miró.
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