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Neue Querschnittstudie

Jede/-r Zweite in Europa leidet an Dentinhypersensibilität

Eine aktuelle, groß angelegte epidemiologische Querschnittsstudie mit mehr als 3.500 Teilnehmer/-innen aus sieben europäischen Ländern untersuchte die Häufigkeit verschiedener Beschwerdebilder im Zahnhalsbereich. Die Ergebnisse zeigen, dass auch nicht-kariöse Probleme weit verbreitet sind: Über 50 % der Erwachsenen in Europa leiden unter schmerzempfindlichen Zähnen. Neun von zehn weisen Anzeichen von Zahnschmelzabbau auf – viele davon, ohne es zu wissen. Gingivale Rezessionen traten ebenfalls bei rund neun von zehn Erwachsenen auf, während bei etwa zwei Dritteln der Teilnehmer/-innen eine Gingivitis festgestellt wurde.

Illustrationen von Leuten die im Labor arbeiten katemangostar/freepik
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Eine neue, umfassende Querschnittsstudie zur Häufigkeit nicht-kariöser Beschwerdebilder in sieben europäischen Ländern liefert die bisher umfassendsten Prävalenzzahlen zu Dentinhypersensibilität, erosivem Zahnschmelzabbau, gingivalen Rezessionen sowie Zahnfleischentzündung. Die an den Universitätszahnkliniken in Bonn, Bern, Pisa, Madrid, Porto, Bristol und Cork durchgeführte Untersuchung berücksichtigt dabei Erwachsene von 18 bis 89 Jahren, unterteilt in sechs Altersgruppen. Sie konnte aufzeigen, dass gingivale Rezessionen, Schmerzempfindlichkeit, Zahnfleischentzündungen und Zahnschmelzabbau weit verbreitet sind und häufiger als in der bisher veröffentlichten Literatur angenommen.

Die Studienteams erfassten mit Hilfe klinischer Untersuchungen und Fragebögen an mehr als 3.500 Studienteilnehmer/-innen, wie häufig die oralen Pathologien auftreten und welche Risikofaktoren dabei eine Rolle spielen. Die Ergebnisse zeigen, dass etwa jede/-r Zweite in Europa unter schmerzempfindlichen Zähnen leidet. Es konnte eine enge Assoziation zwischen Dentinhypersensibilität und gingivalen Rezessionen sowie erosivem Zahnhartsubstanzverlust festgestellt werden. Erste Anzeichen von erosivem Zahnschmelzabbau an mindesten einem Zahn wurden bei 97,6% der Teilnehmer/-innen festgestellt, bei 72,1 % waren auch stärker ausgeprägteLäsionen sichtbar (BEWE-Score ≥2).

Zahnfleischrückgang in Form einer gingivalen Rezession von ≥ 1 mm an mindestens einem Zahn wurde bei 87,9% der Untersuchten festgestellt, bei mehr als der Hälfte betrug die größte Rezession sogar 3 mm oder mehr. Darüber hinaus zeigten rund zwei Drittel der Studienteilnehmer/-innen Anzeichen einer Zahnfleischentzündung, davon 28,7% lokalisiert, 37% generalisiert.

Ergänzend zur oralen Untersuchung wurden Ernährungsgewohnheiten mittels Fragebogen erhoben, um mögliche kausale Zusammenhänge festzustellen: unter anderem ist der häufige Konsum von säurehaltigen Lebensmitteln und Getränken signifikant (p<0,05) mit einem erhöhten Risiko für erosiven Zahnschmelzabbau (BEWE-Score ≥ 2) sowie für Dentinhypersensibilität und gingivale Rezessionen assoziiert, auch Sodbrennen erhöht das Risiko für Dentinhypersensibilität.

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Die hohe Prävalenz der Beschwerdebilder macht deutlich, wie wichtig Prävention und Aufklärung sind und unterstreicht den Handlungsbedarf. Regelmäßige Zahnarztbesuche sowie schonende, passende Zahnpflege und Maßnahmen zur Verhaltensanpassung sind wichtige Stellschrauben für das Management und die Prävention von oralen Pathologien und Beschwerden.

Der vollständige Artikel “Prevalence of dentine hypersensitivity, erosive tooth wear, gingival recession and periodontal health in seven European countries” erschien im Journal of Dentistry.

Quelle: Haleon Germany GmbH

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