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Neue Möglichkeiten

Lücken schließen mit 3D-Druck

Wie viele andere Branchen befindet sich auch die Zahnmedizin mitten in der digitalen Transformation – dennoch gibt es in einigen Anwendungsfeldern noch manch ungenutzte Chance. Jamie Stover erläutert, wie der 3D-Druck Laborabläufe optimieren, Kosten senken und den Zugang zur Versorgung verbessern kann – und warum gerade jetzt ein guter Zeitpunkt für Labore ist, um in die 3D-Technologie einzusteigen.

Eine Hand die ein Gebiss hält. Carbon
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Bei „3D-Druck“ und „digitaler Zahnmedizin“ handelt es sich längst nicht mehr um neue oder gar unbekannte Schlagwörter – sie sind mittlerweile Teil des Alltags geworden. Die digitale Transformation, die bereits seit einiger Zeit unzählige Branchen neu definiert hat und immer noch definiert, sorgt auch für grundlegende Veränderungen in der Arbeitsweise vieler Dentallabore. Scanner, CAD-Software und automatisierte Workflows sind heute so selbstverständlich wie Gips und Wachs. Und so wie Verbraucher/-innen in vielen Lebensbereichen zunehmend schnelle und bedarfsgerechte Lösungen erwarten, ist auch in der Zahnmedizin eine Bewegung hin zu schnelleren und vorhersehbareren Ergebnissen zu erkennen – ein Wandel, den digitale Workflows erst möglich machen.

Ein Bereich, in dem sich das volle Potenzial jedoch erst zu entfalten beginnt, sind digitale Prothesen. In Ländern wie den USA nimmt die Verbreitung bereits rapide zu – mit tiefgreifenden Auswirkungen auf die dortigen Labore und Patienten/-innen. Und diese Entwicklung macht schon lange nicht mehr an den amerikanischen Grenzen halt.

Von der Lücke zur Chance

Ein Blick auf die USA verdeutlicht das Ausmaß: Zahnverlust ist hier deutlich verbreiteter, als viele annehmen. Rund 120 Mio. Menschen fehlt mindestens ein Zahn. Innerhalb dieser Gruppe sind etwa 36 Mio. völlig zahnlos – Tendenz steigend. Dennoch tragen nur 13 Mio. regelmäßig Prothesen, sodass 23 Mio. Menschen gänzlich ohne Zahnersatz leben. Auch für Patientinnen und Patienten mit teilweisem Zahnverlust ist die Lage ernüchternd. Von den 84 Mio. Menschen mit fehlenden Zähnen haben nur 27 Mio. eine Behandlung erhalten – fast 57 Mio. leben ohne jegliche Form der Versorgung [1].

Für ein so hochentwickeltes Feld wie die Zahnmedizin ist es bemerkenswert, dass so viele Menschen keine essenzielle Versorgung erhalten. Doch diese Zahlen sind auch ein klarer Aufruf an die gesamte Dentalbranche: Diese Lücke zu schließen, bedeutet, Zahnersatz für diese Zielgruppe schneller, kostengünstiger und leichter zugänglich zu machen.

Hürden beseitigen

ProduktCarbon
Anwendung: Die hochmoderne digitale Zahntechnik von Carbon erzielt optimale Genauigkeit und bietet Patientinnen und Patienten eine perfekte Passform sowie den Komfort eines einfachen Austauschs

Die Gründe für die beschriebenen Versorgungslücken sind vielfältig, doch Kosten und Zugänglichkeit stellen die größten Faktoren dar. Die herkömmliche Herstellung von Prothesen ist ein komplexer Prozess, der seine Zeit braucht: Abdrücke, Modelle, Wachsproben, Verarbeitung und Nachbearbeitung – da können schnell vier oder fünf Termine für die Patientin oder den Patienten notwendig sein. Das beansprucht viel Zeit und verursacht hohe Kosten – sowohl für Zahnärzte und -ärztinnen als auch für Patienten/-innen.

Mit 3D-Druck sind hier neue Wege möglich: Labore können heute Prothesen deutlich schneller und präziser herstellen – Wochen schrumpfen mitunter auf wenige Stunden zusammen. Kliniken und Praxen können die Anzahl der Patiententermine auf zwei bis drei reduzieren, was nicht nur Zeit spart, sondern auch den Menschen eine Behandlung ermöglicht, die Schwierigkeiten haben, mehrere Termine wahrzunehmen, beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie auf Hilfe angewiesen sind.

Die Erschwinglichkeit ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Herkömmliche Voll- und Teilprothesen erfordern stundenlange Handarbeit von hochqualifizierten Technikerinnen und Technikern – was die höheren Produktionskosten verursacht und rechtfertigt.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Zahl der Arbeitskräfte zurückgeht: Daten der National Association of Dental Laboratories zeigen, dass in den USA 60% der Techniker/-innen mittlerweile 55 Jahre oder älter sind und nur wenige über ausgewiesene Erfahrung im Bereich herausnehmbarer Prothesen verfügen [2]. Dies stellt die Labore vor eine große Herausforderung: Wie kann man mit der steigenden Nachfrage Schritt halten, während der Pool an qualifizierten Arbeitskräften schrumpft? Der 3D-Druck kann helfen, diese Lücke zu schließen. Durch die Automatisierung vieler manueller, zeitaufwendiger und sich wiederholender Prozesse senken digitale Workflows die Produktionskosten, eröffnen Möglichkeiten für eine erschwinglichere Versorgung und entlasten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sodass sie sich auf anspruchsvollere Aufgaben wie Design, Innovation und Schulung konzentrieren können. Einige Dentallabore, die diese Technologie implementiert haben, konnten ihre Produktion bereits innerhalb eines Jahres verdoppeln. Bereits heute werden jährlich Hunderttausende digitaler Zahnprothesen hergestellt – Tendenz steigend.

Eine neue Ära

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Natürlich stehen wir noch vor Herausforderungen bei der flächendeckenden Einführung des 3D-Drucks – von Schulungen und veränderten Denkweisen bis hin zur Weiterentwicklung der Design-Prozesse im Einklang mit neuen Technologien. Doch Unternehmen, die mit Dentallaboren weltweit zusammenarbeiten, erkennen schon jetzt einen rasanten Wandel in der Branche. Die digitale Zahnmedizin hat bei Prozessen und Arbeitsweisen in Dentallaboren und Zahnarztpraxen sowie bei der Patientenversorgung große Veränderungen angestoßen, die vieles komplett umkrempeln.

Für Labore bedeutet die Einführung dieser Technologien in Teilen eine schnellere, effizientere Produktion, neue Serviceangebote und mehr Zeit für Design, Innovation sowie strategische Prioritäten. Zahnärztinnen und Zahnärzte können mühsame, zeitintensive Tätigkeiten durch schnelle, automatisierte Prozesse ersetzen – inklusive fortschrittlicher Anwendungen wie digitaler Prothesen und chirurgischer Schablonen.

Für die Patientinnen und Patienten liegen die Vorteile auf der Hand: weniger Termine, Zahnersatz mit hoher Präzision sowie die Sicherheit einer digitalen Aufzeichnung, die den Ersatz im Falle eines Verlustes oder Bruchs deutlich erleichtert. Zusammen führen diese Fortschritte zu einer schnelleren, zuverlässigeren Versorgung und insgesamt zu einer besseren Behandlungserfahrung.

Digitale Zahnmedizin ist längst kein Zukunftsversprechen mehr – sie verändert Labore und Patientenversorgung bereits heute.

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