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Prof. Dr. Clemens Walter

2000 Approbation Zahnmedizin, Freie Universität Berlin, Deutschland; 2001-2003 Postgraduiertenprogramm in Parodontologie und Implantologie, Charité Berlin, Deutschland; 2005 Promotion, Parodontologe, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie; 2010-2021 Leiter des Postgraduierten-Programms in Parodontologie, Universität Basel, Schweiz; 2012 Habilitation, Universität Basel, Schweiz; 2015

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40 Artikel verfügbar


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Strategien zur Vermeidung blutungsbedingter Komplikationen

Unkenntnis oder Nichtberücksichtigung anatomischer, medikamentöser oder anlagebedingter Variationen kann zu mitunter schweren chirurgischen Komplikationen im Sinne von (Nach-)Blutungen führen. Insbesondere die Hämostase ist hier von besonderer Bedeutung. Dies ist ein vielschichtiger und lebenswichtiger Prozess, der unter anderem dazu dient, den Blutverlust nach einer Verletzung zu limitieren. Veränderungen in der Gerinnungsfähigkeit des Blutes können angeborene, erworbene oder auch medikamentöse Ursachen haben. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte, insbesondere dann, wenn sie chirurgisch oder parodontologisch tätig sind, ist es wichtig, diese Veränderungen anamnestisch zu verifizieren und im Vorfeld der geplanten Therapie zu berücksichtigen. Anhand exemplarischer Kasuistiken werden verschiedene damit zusammenhängende Problematiken dargestellt. Das Ziel war, eine Sensibilisierung für die klinisch wichtige Thematik zu generieren und Möglichkeiten des Managements parodontal erkrankter Patientinnen und Patienten aufzuzeigen.

Vorhofflimmern und Parodontitis – aktuelle Analysen zeigen einen Zusammenhang

Neue Übersichtsarbeit zeigt: Parodontale Erkrankungen können das Risiko für Vorhofflimmern und thromboembolische Komplikationen wie Schlaganfälle erhöhen. Erste Hinweise deuten darauf hin, dass parodontal-therapeutische Interventionen diese Risiken mindern könnten – ein Aspekt, der künftig stärker in die Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen integriert werden sollte.

Lassen sich nichtchirurgische parodontale Therapieverfahren mit Schmelzmatrixproteinen noch optimieren?

Schmelzmatrixproteine (SMP) in Form von Straumann® Emdogain® werden seit nunmehr 30 Jahren erfolgreich für verschiedene chirurgische Indikationen in der Parodontologie zur Förderung der Regeneration des Zahnhalteapparates eingesetzt. Vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse und den bekannt gewordenen pluripotenten physiologischen Funktionen von SMP hat sich das Einsatzgebiet adjuvanter SMP-Anwendungen kontinuierlich erweitert. SMP werden nun auch im Rahmen nichtchirurgischer parodontaler Therapieverfahren (NCPT) eingesetzt. In dieser Arbeit sollte daher die derzeit verfügbare publizierte Evidenz hinsichtlich etwaiger klinisch relevanter Effekte einer zusätzlichen EMD-Applikation in der NCPT einmal analysiert werden. 13 randomisierte kontrollierte (klinische) Studien und eine kontrollierte klinische Studie konnten dazu identifiziert werden. Davon weisen 8 Studien klinische Vorteile bezüglich unterschiedlicher Parameter, wie Sondierungstiefenreduktion, Attachmentlevelgewinn oder anderen Kenngrößen, nach der jeweils maximalen Beobachtungszeit von bis zu 24 Monaten auf. Aktuellere RCT zeichnet zudem derzeit ein weitgehend konsistentes Bild und belegen den zusätzlichen Nutzen einer adjuvanten EMD-Applikation in der Stufe 2 oder deren Reevaluation.

Chlorhexidin und Hyaluronsäure – eine Innovation im Bereich Mundspüllösungen?

Eine aktuelle Studie untersuchte die Wirkung von Chlorhexidin-(CHX-)Mundspüllösungen mit und ohne Hyaluronsäure (HA) nach minimalinvasiven parodontalchirurgischen Eingriffen. Die Ergebnisse zeigen, dass der HA-Zusatz die frühe Wundheilung deutlich beschleunigt: Bereits nach 3 Tagen hatten mehr Patienten mit CHX + HA eine vollständige Heilung als in den anderen Gruppen. Plaque- und Blutungsindizes wurden durch CHX kontrolliert, zytotoxische Effekte auf die Wundheilung traten nicht auf. Der Zusatz von HA zeigt somit einen relevanten klinischen Vorteil in den frühen Heilungsphasen.

Manuell, elektrisch oder gleich mit KI putzen – was sagt die Forschung?

Parodontale Erkrankungen haben eine nachgewiesene mikrobielle Ätiologie. Voraussetzung für den therapeutischen Erfolg ist die mechanische Zerstörung, idealerweise die Entfernung des infektiösen pathogenen Biofilms. Während der subgingivale Biofilm von den zahnärztlichen Fachkräften mit geeigneten Methoden angesprochen wird, obliegt das kontinuierliche Management supragingivaler Biofilme den Patienten/-innen. An Hilfsmitteln für die tägliche Plaqueentfernung steht mittlerweile ein breites Arsenal zur Verfügung. Für elektrische Zahnbürsten wurden deutliche Vorteile gegenüber Handzahnbürsten – aus Labor- und epidemiologischen Untersuchungen – aufgezeigt. Aktuelle Innovationen beinhalten nunmehr auch KI-gesteuerte Zahnputzmethoden mit dem Potenzial für eine weitere Verbesserung. Für viele Patienten/-innen sind daher – neben dem nach wie vor nötigen Hinweis auf eine adäquate Zahnzwischenraumpflege – elektrische Zahnbürsten mit geprüfter Effektivität bezüglich des Biofilmmanagements zu empfehlen.

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