Anzeige

Zahnmedizin

Misserfolge vermeiden: Sicher implantieren auch in schwierigen Situationen

Gerade bei Patienten mit voraussichtlich komplexen implantatchirurgischen Situationen steht ein noch nicht so versierter Behandler vor der Entscheidung: Selbst operieren oder an einen chirurgisch tätigen Kollegen überweisen? Dabei stehen Fragen im Raum wie: Wie wertet der Patient eine Überweisung zum Kollegen? Sieht er darin womöglich sogar ein Anzeichen von Inkompetenz bei „seinem“ Behandler und wechselt im Worst Case die Praxis? Andererseits muss sich der Behandler ehrlich fragen, inwieweit er die relevanten implantatchirurgischen Behandlungsschritte bereits beherrscht und mögliche Risikofaktoren vor dem Eingriff reduzieren oder ausschalten kann. Eine Supervision im Sinn einer konsiliarischen Betreuung bietet einen sichereren Weg zum Erfolg.

Verzögerte Sofortimplantation und direktes Weichgewebsmanagement

Im Fall einer Implantatplanung ist der Erhalt des Weichgewebes sowie des Knochens für den funktionellen und ästhetischen Langzeiterfolg von essentieller Bedeutung. Neben dem Implantationszeitpunkt und der Weichgewebsausformung sind auch die Maßnahmen vor der Therapie entscheidend für den Erfolg. Für das Alveolenmanagement hat inzwischen die „Biologisierung“ von speziell entwickelten Knochenersatzmaterialien an Bedeutung gewonnen.

Parodontale Begleittherapien im Rahmen der subgingivalen Instrumentierung

Der hohe Stellenwert der systematischen Therapie der Parodontitis wurde in den letzten Monaten erneut belegt: zum einen wurde eine S3-Leitlinie zur Therapie von Parodontitis veröffentlicht, zum anderen flossen die Erkenntnisse der Leitlinie in die seit 1. Juli 2021 implementierten Behandlungsrichtlinien zur systematischen Behandlung von Parodontitis (PAR-Richtlinie) des gemeinsamen Bundesausschusses (GBA). Im Rahmen der Leitlinie wurden auch die verschiedenen „adjuvanten Ansätze“ bei der subgingivalen Instrumentierung von parodontal erkrankten Zähnen auf den wissenschaftlichen Prüfstand gestellt. Darunter fallen vor allem antibakterielle sowie immunmodulatorische Wirkstoffe und Verfahren, die die rein mechanische Wurzeloberflächenbearbeitung ergänzen und damit die Ausheilung von entzündlich erkrankten Parodontien unterstützen sollen.

Assoziation zwischen maternaler Parodontitis und negativen Schwangerschaftsausgängen – ein Update

Auch 25 Jahre nach der ersten Studie von Offenbacher et al. zur Assoziation zwischen maternaler Parodontitis und ungünstigen Schwangerschaftsoutcomes ist der Zusammenhang nicht abschließend geklärt. Inzwischen existieren eine ganze Reihe wissenschaftlicher Arbeiten und mögliche Erklärungsmodelle zur Ätiopathogenese. Der präzise Mechanismus und ob dieser letztlich kausal ist, bleibt dennoch weiterhin unklar. Aktuelle Studien zeigen, dass eine nicht-chirurgische Parodontalbehandlung in der Schwangerschaft der werdenden Mutter hinsichtlich der Mundgesundheit nützt, jedoch nicht den Ausgang der Schwangerschaft positiv beeinflussen kann. Der Beitrag zeichnet diesbezüglich Studien nach, die in der Forschung der parodontalen Medizin als Meilensteine gelten.

Anzeige