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Risikofaktor

BZÄK: neues Positionspapier „Rauchen und Mundgesundheit“

An den Folgen des Tabakrauchens sterben allein in Deutschland jedes Jahr etwa 127.000 Menschen. Rauchen ist eines der bedeutendsten Gesundheitsrisiken und eine der häufigsten vermeidbaren Ursachen vorzeitiger Sterblichkeit. Mehr als 50 Prozent der Raucherinnen und Raucher suchen jährlich eine Zahnarztpraxis auf. Dies bietet die Möglichkeit, Tipps für den Weg in ein rauchfreies Leben zu geben. Die BZÄK hat hierzu eine fachliche Bestandsaufnahme mit Handlungsempfehlungen erstellt.

Zigaretten die einen Pfeil bilden und auf einen Zahn zeigen. freepik
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[Auszug aus der Stellungnahme, Referenzen sind dem Originaltext zu entnehmen]

Alle Formen des Tabakkonsums (Rauchen, Schnupfen, Kauen) führen langfristig zu gesundheitlichen Problemen – es gibt keinen unschädlichen Tabakkonsum [2]. Tabakrauch enthält über 5.000 Substanzen, von denen zahlreiche toxisch sowie krebserzeugend oder potenziell krebserzeugend sind. Der Konsum von Tabak macht abhängig, schädigt nahezu jedes Organ des menschlichen Körpers und gilt als wesentlicher Risikofaktor für Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen sowie für diverse Krebserkrankungen. Besonders begünstigt wird die Entstehung von Karzinomen in Organen und Gewebestrukturen, die unmittelbar mit Tabakrauch in Kontakt kommen, wie z. B. die Mundhöhle und der Kehlkopf [3].

Tabakkonsum ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für die Entstehung und Progression von parodontalen Erkrankungen. Rauchen erhöht das Risiko an Parodontitis zu erkranken um bis zu 85 % und verschlechtert signifikant das Ergebnis der nicht-chirurgischen Parodontitistherapie. Es wirkt pathomechanistisch sowohl auf den Biofilm als auch die Immunantwort ein. Rauchen wird zudem als Risikofaktor für Kariesanfälligkeit diskutiert [4,5,6].

Vor diesem Hintergrund wird die Bedeutung präventiver Maßnahmen in der zahnärztlichen Praxis deutlich, die sowohl den Konsum klassischer Tabakprodukte als auch die Nutzung der neuen Nikotin- und Tabaksysteme adressieren sollten. Die fachliche Bestandsaufnahme sowie die daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen [der BZÄK] geben den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand wieder und soll Zahnärztinnen und Zahnärzten bei einer Nikotin- und Tabakentwöhnung in der Praxis unterstützen.

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Dabei ist es ist von fachlicher und gesundheitspolitischer Bedeutung, die Zahnmedizin an der Schnittstelle zur Allgemeinmedizin (Rauchen als Teil des gemeinsamen Risikofaktorenansatzes) in der Rolle als Präventivmedizin zu stärken. Die Belange der Mundgesundheit sollten in die Empfehlungen zur Verbesserung der Allgemeingesundheit integriert werden. [16]

Zur gesamten BZÄK-Stellungnahme zum Thema „Rauchen und Mundgesundheit“ inkl. Handlungsempfehlungen.

Quelle: BZÄK

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