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Die Studie verfolgt das Ziel, mehr Klarheit und Orientierung zu fördern und den Weg zu fairen Gehaltsverhandlungen zu öffnen. Denn „Gehalt ist nicht bloß ein Betrag, sondern Ausdruck des empfundenen Wertes und der Wertschätzung für das, was wir leisten“ so Alexander Bongartz, Geschäftsführer vom Deutschen Zahnarzt Service. Transparenz und Fairness sind daher die Grundvoraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung der Dentalbranche.
Transparenz – der Schlüssel zu einer fairen Vergütung
Das Problem: „Über Geld spricht man nicht – ein unausgesprochenes Gesetz, welches auch in der Dentalbranche lange galt“, fasst Gerrit Schmalz, Steuerberater und Partner bei Wilde & Partner, die Situation zusammen. Intransparenz und Unsicherheiten erschweren daher oft eine faire Bezahlung und fundierte Karriereentscheidungen sowohl für Zahnärzt/-innen als auch Arbeitgeber/-innen. Doch gerade für eine nachhaltige Entwicklung in der Dentalbranche und eine umfassende Zufriedenheit im gesamten Team sind Transparenz und Fairness notwendige Grundvoraussetzungen. Daher wurde in der anonymen deutschlandweiten Studie mit mehr als 1.000 teilnehmenden Zahnärzt/-innen neben den reinen Zahlen zu Durchschnittsgehältern auch verschiedene Einflussfaktoren wie Berufserfahrung, Weiterbildung, Praxisgröße, Standort und variable Vergütungsmodelle analysiert.
Die Studie bietet erstmalig eine echte Vergleichsbasis für Gehälter angestellter Zahnärzt/-innen in Deutschland. „Die Ergebnisse helfen dabei nicht nur, die eigene Vergütung realistisch einzuordnen, sondern auch fundierte Entscheidungen über die eigene Karriere zu treffen. So schafft die Studie einen Überblick über die Durchschnittsgehälter der jeweiligen
Anstellungsverhältnisse, von Vorbereitungsassisten/-innen über angestellte Zahnärzt/-innen bis hin zu Kieferorthopäd/-innen“, beschreibt Christian Brendel, Geschäftsführer von solvi, das Ziel der Studie. Die Gehaltsangaben beziehen sich dabei auf die Brutto-Monatsgehälter bei einer 40-Stunden-Woche. Der Median, also die genaue Mitte aller Gehaltsangaben bei angestellten Zahnärzt/-innen, liegt demnach bei 6.944 €. Besonders aufschlussreich ist dabei die Gehaltsentwicklung hinsichtlich Berufserfahrung und Weiterbildungen bei angestellten Zahnärzt/-innen. Ein Curriculum führt beispielsweise zu einem bis zu 503 € höheren Gehalt, ein Masterabschluss sogar bis zu 610 €. Weiterbildungen zahlen sich also aus!
Ländliche Regionen sind finanziell attraktiv
Ein weiterer wichtiger Faktor für zukünftige Karriereentscheidungen ist der Wohnort. Während der Wunsch nach einem besseren Gehalt viele Menschen in die Metropolen zieht, zeigt die dentale Gehaltsstudie einen gegensätzlichen Trend. In Regionen mit niedriger Bevölkerungsdichte verdienen angestellte Zahnärzt/-innen im Schnitt mehr als in dicht besiedelten Gebieten. Der Grund dafür: 32 % des Gehaltes ergibt sich aus der Umsatzbeteiligung.
Während das mittlere Fixgehalt von durchschnittlich 6.250 € in städtischen und ländlichen Regionen oft ähnlich ist, profitieren Zahnärzt/-innen in ländlichen Gebieten von einem stabileren Patient/-innenandrang und können daher höhere Honorare generieren. Ein Fixgehalt plus Umsatzbeteiligung stellt auch das gängigste Vergütungsmodell dar. Die durchschnittliche Schwelle für die Umsatzbeteiligung liegt dabei bei 17.500 € im Monat. Darüber hinaus liefert die Studie viele weitere aufschlussreiche Einblicke, etwa zu Arbeitszeitmodellen oder einem nicht vorhandenen Gender-Pay-Gap.
Praxismitarbeitende im Fokus
Noch immer erschweren Unsicherheiten, Intransparenz und fehlende Vergleichswerte eine gerechte und nachvollziehbare Gehaltsverhandlung. Dabei ist eine faire und leistungsgerechte Vergütung der Schlüssel für eine erfolgreiche Praxis und zufriedene Mitarbeitende. Für eine direkte Verhandlung braucht es jedoch mehr als nur Mut – es erfordert eine klare und transparente Orientierung in den Gehaltsstrukturen. Eine solche fundierte Grundlage bot kürzlich die Dentale Gehaltsstudie 2025, welche in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zahnarzt Service, solvi, Wilde & Partner und Team Lieblings-Zahnarzt durchgeführt wurde. Im Folgenden Abschnitt, stehen die Menschen im Fokus, die den täglichen Betrieb einer Zahnarztpraxis am Laufen halten: ZFA, ZMF, ZMP, DH, ZMV und Praxismanager/-innen. Und die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede. Denn während für Zahnärzt/-innen ländliche Regionen attraktiver sind, profitieren die Praxismitarbeitenden deutlich von urbanen Räumen. Woran das liegt, macht die Studie ersichtlich.
Als gemeinschaftliches Projekt wollen die vier beteiligten Partner aus der Dentalbranche ihre Branche zukunftsfähiger und leistungsgerechter gestalten. Mit dem Ziel, mehr Transparenz, Fairness und Orientierung in die Gehaltsstrukturen der Praxismitarbeitenden zu bringen, gehen sie in einer aktuell wirtschaftlich schwierigen Lage einen wichtigen Schritt hin zu mehr Sicherheit. Denn eine faire Vergütung stärkt nicht nur die Zufriedenheit im Team, sie fördert auch die Bindung und Loyalität – und sichert somit eine stabile und erfolgreiche Praxisführung. Daher stehen im zweiten Teil der Studie nun diejenigen Mitarbeiter/-innen im Fokus, die eine zentrale Rolle im Praxisalltag einnehmen: Zahnmedizinische Fachangestellte, Zahnmedizinische Fachassistenzen, Zahnmedizinische Prophylaxeassistent/-innen, Dentalhygieniker/-innen, Zahnmedizinische Verwaltungsassistent/-innen sowie Mitarbeitende im Praxismanagement. Knapp 3.000 Teilnehmer/-innen nahmen insgesamt an der Befragung teil, darunter rund 1.500 Praxismitarbeitende.
„Gehalt ist mehr als nur eine Zahl“
Die erstmalig durchgeführte und groß angelegte Dentale Gehaltsstudie 2025 hat Gehaltsdaten aus ganz Deutschland ausgewertet und bietet somit eine fundierte Grundlage für Gehaltsgespräche und Personalentscheidungen. Denn „eine faire Vergütung beginnt mit Klarheit“, so Alexander Bongartz, Geschäftsführer beim Deutschen Zahnarzt Service. Die Studie zeige Praxismitarbeitenden erstmals klare Vergleichswerte und mache so auch sichtbar, welchen wesentlichen Beitrag sie im Praxisalltag leisten. Schließlich gilt: „Gehalt ist immer mehr als nur eine Zahl – es ist ein Ausdruck der Wertschätzung, des Wertbeitrags und die Grundlage für berufliche Weiterentwicklung.” Dabei konzentriert sich die Studie nicht nur auf die Durchschnittsgehälter, sondern analysiert zusätzlich verschiedene Einflussfaktoren wie Berufserfahrung, Tätigkeitsbereich und Standort. Ein offener Umgang mit Gehältern hilft dabei nicht nur den Mitarbeitenden, sich und ihre berufliche Zukunft realistisch einzuschätzen und wichtige Entscheidungen zu treffen. Auch Praxisinhaber/-innen profitieren von klaren und nachvollziehbaren Gehaltsstrukturen, die die Arbeitsatmosphäre und den Zusammenhalt im Team stärken und dementsprechend die Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen können.
75 % der Teilnehmenden haben keine systematische Gehaltserhöhung
Die Ergebnisse der Studie zeichnen ein differenziertes Bild und machen dadurch erneut klar, wie wichtig ein transparenter Überblick über die Gehaltsstruktur wirklich ist. So zeigen die Daten deutliche Unterschiede in den Vergütungen der einzelnen Fachrichtungen. ZFAs oder ZMFs mit dem Tätigkeitsbereich Stuhlassistenz verdienen im Median 3.040 € brutto nach 10 Jahren Berufserfahrung. Der Median im Gehalt von ZMVs im Tätigkeitsfeld Rezeption, Empfang / Terminvergabe, Verwaltung und / oder Abrechnung liegt bei 3.998 € brutto. ZMPs mit dem Schwerpunkt Prophylaxe kommen auf ein Bruttogehalt von 3.695 € im Median. Alle Gehälter beziehen sich auf 40 Wochenstunden (inkl. etwaiger Sonderzahlungen). Das Gehalt steigt dabei deutlich mit der Berufserfahrung. Dennoch gaben 75 % der Teilnehmenden an, dass es in ihrer Praxis keine klare Systematik in der Gehaltserhöhung gebe – Gehaltserhöhungen erfolgen daher beim Großteil der Befragten ausschließlich durch direkte Anfragen.
Städte sind finanziell attraktiv und Weiterbildungen zahlen sich aus
Während Zahnärzt/-innen in ländlichen Regionen besser verdienen als in der Stadt, wirken sich bei Praxismitarbeitenden urbane Gegenden positiv auf die Vergütung aus. So ist ihr Gehalt in Städten und Metropolregionen merklich höher als in ländlichen Gebieten. Vergleichbar zeigen sich hingegen die Effekte von Weiterbildungen. Diese eröffnen nicht nur neue Tätigkeitsfelder und fördern durch die Spezialisierung den Wert der Mitarbeiter/-innen für die Praxis, sondern wirken sich auch deutlich auf das Gehalt aus. So ist auch Paul Nietzschmann, Geschäftsführer von Team Lieblings-Zahnarzt, davon überzeugt: „Wer Mitarbeitenden Perspektiven bietet, investiert nicht nur in ihr Wissen, sondern in die Zukunft der gesamten Praxis.“ Weiterbildungen und Spezialisierungen sind daher für Mitarbeitende wie Praxisinhaber/-innen äußerst attraktiv.
Benefits und Work-Life-Balance
Das Gehalt ist natürlich ein wichtiger Faktor für die Zufriedenheit im Job. Doch auch die vier Unternehmen hinter der Studie wissen: Gehalt ist längst nicht mehr alles. Einige nichtmonetäre Anreize wie Benefits und Zusatzleistungen sowie eine funktionierende Work-Life-Balance und eine intakte Praxiskultur sichern eine nachhaltige Zufriedenheit und eine langfristige Bindung an die Praxis. Doch welche Aspekte sind dabei wirklich relevant? Welche nicht-monetären Anreize machen einen echten Unterschied? Und wie steht es eigentlich um die Work-Life-Balance der Mitarbeitenden?
Das Engagement der vier Unternehmen ist daher auch hier noch nicht zu Ende. In einem dritten Teil der Studie widmen sie sich den Fragen abseits des Gehalts und zeichnen so ein vollständiges Bild der Vergütungsstruktur und Zufriedenheit im dentalen Bereich. Die Veröffentlichung dieser Ergebnisse ist für Mitte 2026 geplant.
Quelle: Deutscher Zahnarzt Service
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