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Der DGI-Kongress ist zu Beginn der Adventszeit stets ein großes Treffen der DGI-Familie. Langjährige Mitglieder kommen ebenso wie Studierende, Assistenzzahnärztinnen und Assistenzzahnärzte, Einsteiger in die Implantologie und erfahrene „alte Hasen“. Doch der Kongress ist mehr als eine Wissenstankstelle: Das Wiedersehen mit alten Freundinnen und Freunden, neue Kontakte und der kollegiale Austausch sind für viele ein ebenso wichtiges Motiv für die Reise nach Hamburg.
Das Kongress-Präsidium, Dr. Leoni Spilker (Münster) und Dr. Philip Keeve (Hameln), hat ein Programm mit zahlreichen Highlights und international renommierten Referenten zusammengestellt. Gemeinsame Sitzungen mit der österreichischen Schwestergesellschaft ÖGI, der Deutschen Gesellschaft für Prothetik (DGPro) sowie der European Association for Osseointegration (EAO) ergänzen das Programm. Zum Ende der Sommerferien konnte das Organisationsteam bereits mehr als 1000 Anmeldungen verzeichnen.
Kongressorganisation als Lehrstück
„Im Grunde war die Kongressorganisation selbst schon ein kleines Lehrstück in ‚Erfahrung trifft Innovation‘“, schmunzelt Dr. Spilker. Da es für sie und ihren Kollegen die erste Kongresspräsidentschaft sei, profitierten beide von der langjährigen Erfahrung des Teams der DGI GmbH. „Ohne diese Zusammenarbeit wäre vieles deutlich schwerer gewesen.“
„Erfahrung und Innovation sind keine Gegensätze – sie ergänzen sich“, sagt Dr. Keeve mit Blick auf das Kongress-Motto. Erfahrung ermögliche es, neue Technologien und Behandlungskonzepte sinnvoll einzuordnen und Schritt für Schritt in die eigene Praxis zu integrieren. Genau hier komme der fachliche Austausch ins Spiel: „Ein Kongress bietet die Möglichkeit, Innovationen fundiert kennenzulernen, von den Erfahrungen anderer zu profitieren und neue Verfahren sicher in den Praxisalltag zu übertragen.“
Auch für Dr. Spilker bedingen sich Erfahrung und Innovation gegenseitig: „Erfahrung gibt mir die Sicherheit, ein Risiko überhaupt einschätzen zu können. Ohne Erfahrung würde ich Neues entweder blind übernehmen oder blind ablehnen.“ Eine Innovation werde nicht eingeführt, weil sie neu sei, sondern weil sie ein konkretes Problem besser löse als das Bewährte. „Genau dieses Zusammenspiel wollen wir beim Kongress in Hamburg sichtbar machen.“
Manche Grundsätze sind nicht verhandelbar
Trotz der rasanten Entwicklung des Faches gibt es für die beiden Mitglieder des Kongress-Präsidiums Grundsätze, die Bestand haben. Für Dr. Keeve gehört dazu die kritische Reflexion des eigenen Handelns: „Nur wer seine eigenen Entscheidungen regelmäßig reflektiert, kann sich fachlich weiterentwickeln.“ Für Dr. Spilker wiegt die biologische Logik stets mehr als die technische Machbarkeit: „Nur weil ein Konzept heute technisch möglich ist, heißt das nicht, dass es für Gewebe, Knochen oder die Langzeitprognose des Patienten die richtige Wahl ist.“ Dieser Grundsatz sei auch der Maßstab, an dem Innovationen im Kongressprogramm gemessen wurden.
Nicht jeder Fortschritt ist sofort erkennbar
Manche Innovationen zeigen ihren Nutzen erst auf den zweiten Blick. Für Dr. Spilker gehört dazu die Möglichkeit, DVTs in der eigenen Praxis anzufertigen. „Mit zwei Dimensionen lässt sich schon sehr viel planen, aber die dritte Dimension ist für eine sichere Implantatplanung oft schlicht unerlässlich, gerade bei komplexeren Fällen.“ Hinzu komme die digitale Planung, die die Kommunikation mit Zahntechnik, überweisenden Kollegen und Patienten erleichtere.
Früher gab es Präzision auch analog – aber aufwendiger
Viele Prozesse, die heute digital abgebildet werden, waren auch früher analog erfolgreich umsetzbar. „Gute Ergebnisse waren schon früher möglich“, sagt Dr. Keeve, „allerdings häufig mit einem deutlich höheren Zeitaufwand und komplexeren Arbeitsabläufen.“ Der entscheidende Vorteil der Digitalisierung liege daher nicht darin, Ergebnisse grundsätzlich besser zu machen, sondern Prozesse schneller, effizienter und reproduzierbarer zu gestalten. „Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern muss sich daran messen lassen, was sie besser macht“, ergänzt Dr. Spilker. Ihre Vorteile lägen vor allem in Reproduzierbarkeit, Kommunikation und Dokumentation.
Mit neuen Ideen zurück in die Praxis
„Wir wünschen uns natürlich, dass unsere Kolleginnen und Kollegen von diesem Kongress neue Motivation, frische Ideen und konkrete Impulse für ihren Praxisalltag mitnehmen“, sagt Dr. Keeve. Ebenso wichtig seien aber auch persönliche Begegnungen, neue Kontakte und nicht zuletzt die ganz besondere Atmosphäre eines DGI-Kongresses. Dr. Spilker ergänzt: „Ich hoffe, dass unsere Kolleginnen und Kollegen mit dem Gefühl nach Hause fahren, dass Implantologie mehr ist als Technik und dass sie Verantwortung, Handwerk und Menschlichkeit verbindet.“ Wenn das Motto „Erfahrung trifft Innovation“ bei jedem und jeder Einzelnen etwas ausgelöst habe, habe der Kongress das erreicht, was sich das Präsidium vorgenommen habe.
Quelle: DGI e.V.
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