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Der DG PARO/meridol® Preis wird in den Kategorien Grundlagenforschung und Klinische Forschung verliehen und ist mit insgesamt 6.000 Euro dotiert. Die DG PARO/meridol® Forschungsförderung beträgt maximal 10.000 Euro pro Antrag. „Wir freuen uns, damit herausragende Arbeiten in der parodontologischen Forschung in Deutschland zu unterstützen“, so Dr. Marie-Christine Hoffmann, Senior Scientific Affairs Managerin CP GABA.
Zehn Jahre Publikationen zur AB-PARO Studie
Die Autor/-innen der AB-PARO Studie erläuterten im Rahmen des Symposiums Wissenswertes zu ihren Forschungsarbeiten und gaben Ausblicke auf neue Forschungsbereiche. Die Frage im Fokus der Vorträge, „Nichtchirurgische Parodontitistherapie mit oder ohne systemische Antibiotikagabe?“, stieß bei den Kongressteilnehmenden auf großes Interesse. Mehr als 200 Gäste verfolgten die Vorträge der acht hochkarätigen Referent/-innen. Durch die Veranstaltung führte die Präsidentin elect der DG PARO, Prof. Dr. Bernadette Pretzl.
An der Placebo-kontrollierten Studie nahmen 406 Patient/-innen zwischen 18 und 75 Jahren mit Stadium III oder IV Parodontitis, einer Taschensondierungstiefe (TST) ≥ 6 sowie Zeichen von moderatem oder schwerem klinischen Attachmentverlust (AV) teil. Untersucht wurde der langfristige Effekt einer siebentägigen Antibiotikagabe – Amoxicillin (500 mg) und Metronidazol (400 mg) dreimal täglich – begleitend zur nicht-chirurgischen Therapie. Alle Studienteilnehmenden wurden im Anschluss 27,5 Monate nachbeobachtet. Ziel der Studie war es, den Nutzen einer adjuvanten empirischen Antibiotikagabe bei Patient/-innen mit Parodontitis im Vergleich zur alleinigen Standardtherapie mit mechanischem
Debridement und Mundhygieneinstruktion in einer repräsentativen Population in Deutschland, darunter auch Risikogruppen wie Raucher/-innen und Diabetiker/-innen, zu erforschen. Dabei wurden auch Zusammenhänge mit der mundgesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie die Rolle spezifischer mikrobiologischer Bakterienkomplexe als Prädiktoren für das Therapieergebnis und den Krankheitsverlauf untersucht.
Ein Blick zurück und in die Zukunft der Parodontologie
Univ.-Prof. Dr. Benjamin Ehmke (Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung, Universitätsklinikum Münster) erläuterte den Teilnehmenden zu Beginn das Studiendesign. Erstautorin Dr. med. dent. Inga Harks (Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung, Universitätsklinikum Münster) gab eine Zusammenfassung der Ergebnisse: Die Studie konnte einen statistisch signifikanten und klinisch relevanten Effekt auf die TST zeigen. Der Effekt der Reduktion auf den AV war über alle Patient/-innen gemittelt gering, aber statistisch signifikant.
Prof. Dr. Thomas Kocher (Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie, Universitätsmedizin Greifswald) beleuchtete Wechselwirkungen zwischen Prädiabetes und Parodontalerkrankungen anhand der AB-PARO-Studiendaten. Er verdeutlichte: Prädiabetes ist in Deutschland unter Parodontitispatient/-innen weit verbreitet und eine Parodontitistherapie hat vermutlich eine ähnliche Auswirkung auf den Langzeitglukosewert (HbA1c) wie Lifestyleinterventionen. Dies sollte allerdings noch durch zukünftige Langzeitbeobachtungen und randomisiert-kontrollierte Studien bestätigt werden.
Mit systemischen Zusammenhängen zwischen Entzündungslast und Therapieerfolg in den AB-PARO Studiendaten befasste sich auch der Vortrag von Prof. Dr. Yvonne Jockel-Schneider (Parodontale Medizin, Universitätsklinikum Würzburg) und Prof. Dr. Ulrich Schlagenhauf. Sie schlussfolgerten, dass die Höhe der Insulinresistenz (Triglyceride/HDL-Cholesterin Ratio) ein möglicher Präindikator für eine erfolgreiche parodontale Therapie sein könnte. Priv.-Doz. Dr. Daniel Hagenfeld (Poliklinik für Parodontologie und Zahnerhaltung, Universitätsklinikum Münster) gab Ausblicke, wie Mikrobiomparameter zukünftig Teil der individualisierten Risikostratifizierung sein könnten. Den Einfluss von Genpolymorphismen auf die nicht-chirurgische Parodontitistherapie diskutierte Prof. Dr. Jörg Meyle.
Univ.-Prof. Dr. Peter Eickholz (Poliklinik für Parodontologie am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt) kam zu einer klaren Schlussfolgerung: Die systemische Antibiotikagabe empfiehlt sich unterstützend insbesondere bei generalisierter Parodontitis Stadium III/(IV) und Grad C bei jungen Patient/-innen.
Die Vorträge der Expert/-innen verdeutlichten, dass beim Einsatz von Antibiotika immer das individuelle Gesamtrisiko der Patient/-innen berücksichtigt werden sollte und dass systemische Zusammenhänge zwischen Lebensstil, Allgemeinerkrankungen und entzündlichen Prozessen in der Forschung und Behandlung weiter an Bedeutung gewinnen.
Fördermittel für herausragende Forschungsprojekte
Unter den Bewerbungen um die DG PARO/meridol® Forschungsförderung setzte sich Dr. Aysegül Adam (Institut für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Charité – Universitätsmedizin Berlin) mit ihrer Arbeit „Einfluss der genotypabhängigen Proteinexpression neutrophiler Granulozyten auf die Parodontitis“ durch. Ziel ist die funktionelle Charakterisierung genetischer Varianten, die in genomweiten Assoziationsstudien (GWAS) mit Parodontitis in Zusammenhang gebracht wurden. Die Verknüpfung von genetischen Informationen und funktionellen Proteindaten sollen zu einem tieferen ätiologischen Verständnis der Parodontitis und zur Entwicklung präziserer diagnostischer und therapeutischer Ansätze beitragen.
Benjamin Ehmke/DG PARODen zweiten Platz belegte PD Dr. Sarah Sonnenschein (Poliklinik für Zahnerhaltungskunde der Klinik für Mund-, Zahn- und Kieferkrankheiten am Universitätsklinikum Heidelberg), die mit einem Team zum „Digitalen intraoralen Monitoring von Parodontitispatienten mittels 3D-Merging“ als ergänzende Diagnostik in der unterstützenden Parodontitistherapie forscht.
DG PARO/meridol® Preis Grundlagenforschung an mehrere Teams
Der DG PARO/meridol® Preis zeichnet die besten wissenschaftlichen Publikationen auf dem Gebiet der Parodontologie aus, die im Vorjahr der Verleihung in einem internationalen peer-reviewed Journal veröffentlicht wurden.
Der erste Preis in der Kategorie Grundlagenforschung ging in diesem Jahr an Pascal Basdorf (Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie, Universitätsmedizin Greifswald) für die Publikation „Periodontitis adversely affects lipoprotein subfractions – results from the cohort study SHIP-TREND Periodontitis adversely affects lipoprotein subfractions“. [2] Ziel der Forschungsgruppe um Basdorf war, die mittelfristigen Zusammenhänge zwischen Parodontitis und der Anzahl fehlender Zähne mit Serumlipoproteinen und deren Plasmasubfraktionen zu untersuchen. Die Forschenden fanden Hinweise auf kausale Auswirkungen von Parodontitis auf konventionelle Serumlipide und Plasmalipoprotein-Subfraktionen.
Benjamin Ehmke/DG PARODen zweiten Preis teilte sich Prof. Dr. Stefan Reichert vom Department für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde der Universitätsmedizin Halle („Severe Periodontitis is Associated With Recurrent Cardiovascular Events – A 10-Year Longitudinal Cohort Study“) mit Weiwei Shi, Abteilung für Parodontologie, Oralmedizin und Oralchirurgie, Charité – Universitätsmedizin Berlin („lncRNA CDKN2B-AS1 regulates collagen expression“). [3, 4]
Drei Preisträger/-innen mit Preis für klinische Studien ausgezeichnet
Unter den Bewerber/-innen für den DG PARO/meridol® Preis für klinische Studien wählte eine unabhängige Jury Dr. Nils Werner (Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und digitale Zahnmedizin, LMU Klinikum München) auf den ersten Platz. Er überzeugte mit einer Studie zu systemischen und oralen Konzentrationen proinflammatorischer Biomarker im Zusammenhang mit Endpunkten nach aktiver nicht-chirurgischer Parodontaltherapie. [5]
Benjamin Ehmke/DG PAROAuch in dieser Kategorie wurde der zweite Preis geteilt: Zwischen Dr. Luisa Thiemann mit einer Studie zur Mundhygiene-bezogenen Selbstwirksamkeit bei der Parodontaltherapie und Patrizia C. Winkler, M.Sc., die zur Entscheidungsfindung über den Einsatz systemischer Antibiotika bei der Behandlung von Parodontitis forschte und damit in ihrer vergleichenden Analyse das Thema des Symposiums aufgriff. [6, 7]
Quelle: GABA GmbH
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