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In ihrer vorgestellten Digitalisierungsstrategie plant die Bundesregierung, KI-gestützte medizinische Dokumentation bis 2028 zum Standard in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen zu machen. Mehr als 70 Prozent der Einrichtungen sollen entsprechende Lösungen aktiv nutzen. Erste Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag zeigen: Der Ansatz ist realistisch – und wirksam.
Der Gesundheitsdienstleister Jameda setzt mit dem KI-Assistenten Noa Notes bereits seit 2024 auf automatisierte Dokumentation ärztlicher Gespräche. Die Lösung wird aktuell von mehr als 2,000 Ärztinnen und Ärzten im ambulanten und stationären Umfeld in Deutschland genutzt; bislang wurden über 600.000 Gespräche KI-gestützt dokumentiert.
„KI-Dokumentation ist der pragmatischste Einstieg in den KI-Einsatz im Gesundheitswesen“, sagt Constanze Stypula, CEO von Jameda. „Die Entlastung ist hoch und der Nutzen sofort spürbar. Genau dort setzt die Strategie der Bundesregierung richtigerweise an.“
KI schafft täglich eine Stunde mehr Arztzeit
Die Digitalisierungsstrategie definiert KI ausdrücklich als Instrument zur Reduktion administrativer Belastung, nicht als Ersatz medizinischer Verantwortung. Dementsprechend wird KI wird bei Noa Notes ausschließlich als Assistenzsystem eingesetzt. Medizinische Bewertung, Diagnose und Therapieentscheidung verbleiben vollständig bei den behandelnden Ärztinnen und Ärzten.
„KI kann ärztliche Expertise und Kommunikation nicht ersetzen“, betont Stypula. „Sie entlastet dort, wo heute wertvolle Arzt- und Patientenzeit durch bürokratische Aufgaben verloren geht: bei der Dokumentation.“
Jameda verzeichnet eine besonders hohe Nutzung in Fachrichtungen mit umfangreichen Anamnesen. So erstellten im Januar Orthopäden im Durchschnitt 41 KI-gestützte Dokumentationen pro Woche, Neurologen 40, Allgemeinmediziner 34 und Internisten 31.
„Unsere Kundinnen und Kunden berichten von einer täglichen Entlastung von durchschnittlich einer Stunde“, so Stypula. „Diese Zeit steht wieder für die Versorgung von Patienten zur Verfügung.”
Versorgungsqualität durch strukturierte medizinische Daten
Mit der elektronischen Patientenakte (ePA) entsteht derzeit eine zentrale digitale Infrastruktur für eine vernetzte Versorgung. KI-gestützte Dokumentation kann entscheidend dazu beitragen, ihr Potenzial voll auszuschöpfen: Sie überführt bislang unstrukturierte medizinische Informationen in strukturierte, standardisierte und interoperable Datensätze und macht diese über die ePA systematisch nutzbar.
“Die ePA entfaltet ihren Wert erst dann, wenn Informationen nicht nur digital vorliegen, sondern strukturiert, vollständig und jederzeit verfügbar sind. KI hilft uns, aus Dokumentation belastbare Daten zu machen und damit echte Versorgungsqualität zu schaffen“, sagt Stypula.
Integration als entscheidender Erfolgsfaktor
Ein zentrales Learning aus der bisherigen Nutzung: Über den Erfolg von KI-Lösungen im Gesundheitswesen entscheidet nicht nur die Exzellenz der Technologie, sondern auch ihre technische und organisatorische Einbettung in etablierte Workflows in Praxis und Klinik. Fragmentierte IT-Landschaften und variierende Digitalisierungsgrade erfordern flexible, interoperable und praxisnahe Einsatzmodelle.
„KI muss sich friktionslos in bestehende Arbeitsprozesse einfügen. Nur dann kann sie spürbar entlasten und wird im ärztlichen Alltag wirklich angenommen“, so Stypula.
Noa Notes ist deshalb sowohl nahtlos in bestehende Praxisverwaltungs- und Krankenhausinformationssysteme integrierbar als auch als webbasierte und mobile Stand-Alone Lösung einsetzbar. So bleibt die Implementierung anschlussfähig und unabhängig von Größe, Struktur und Reifegrad der Einrichtung.
Wachsende Marktaktivität als Reifezeichen
Die zunehmende Entwicklung KI-gestützter Dokumentationslösungen durch weitere Anbieter bewertet Jameda als positives Signal. Der wachsende Wettbewerb fördert Innovation, beschleunigt die Standardisierung und stärkt das Vertrauen in die Technologie im Versorgungsalltag.
„Wir sehen, wie sich KI-gestützte Dokumentation vom Experiment zur Regelanwendung in der Versorgung entwickelt. Diese Dynamik bringt uns dem Ziel einer datenbasierten, effizienteren Gesundheitsversorgung näher“, sagt Stypula.
Quelle: jameda GmbH
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