Mythos 1: Es gibt immer mehr Rauchstopp-Versuche in Deutschland
Falsch: Die Raucherprävalenz in Deutschland stagniert mit 31,7 Prozent auf konstant hohem Niveau [1], obwohl das mit dem Rauchen verbundene gesundheitliche Risiko allgemein bekannt ist. 91,8 Prozent der Raucher/-innen in Deutschland gaben an, in den letzten zwölf Monaten keinen ernsthaften Rauchstopp-Versuch unternommen zu haben.
Mythos 2: Viele Raucher/-innen sind für den Rauchstopp motiviert – unter ihnen gibt es eine hohe Erfolgsrate
Falsch: Die Ergebnisse einer Umfrage im Auftrag der Philip Morris GmbH unter Rauchenden macht deutlich, warum die Rauchstopp-Motivation gering ist. Jede/r zweite befragte Raucher/-in ist aktuell nicht motiviert, mit dem Zigarettenrauchen aufzuhören (52 Prozent). 41 Prozent haben Schwierigkeiten damit, Gewohnheiten und Rituale aufzugeben [2]. Nur 3-6 Prozent der Rauchenden bleiben nach einem Rauchstopp-Versuch mindestens ein Jahr rauchfrei [3]. Zahnmediziner/-innen können zudem eine wichtige Quelle für gesundheitsrelevante Informationen sein, denn Raucher/-innen, die zu diesem Thema mit Zahnärzte/-innen im Dialog stehen, haben häufiger konkrete Rauchstopp-Pläne [4].
Mythos 3: Die mit dem Rauchen assoziierten Krankheiten werden vor allem durch das enthaltene Nikotin verursacht
Falsch: Nikotin ist suchterregend, aber nicht die Hauptursache für raucherbedingte Krankheiten zu denen vor allem chronisch obstruktive Lungenerkrankungen (COPD), Lungenkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall zählen [5]. Die zur WHO gehörende International Agency for Research on Cancer (IARC) stuft Nikotin zudem nicht als krebserregend ein [6]. Die gesundheitlichen Auswirkungen von Zigaretten werden vor allem durch die Verbrennung des Tabaks verursacht [7].
Mythos 4: Das Prinzip der Schadensminderung – Tobacco Harm Reduction – beim Rauchen mit verbrennungsfreien Alternativen löst bisherige Präventionsmaßnahmen ab
Falsch: Der vollständige Verzicht auf Tabak- und Nikotinprodukte ist stets die beste Option. Das Konzept von Tobacco Harm Reduction, Schadensminderung beim Rauchen, soll bisherige Präventionsmaßnahmen nicht ersetzen, sondern pragmatisch ergänzen. Für diejenigen erwachsenen Raucher/-innen, die ansonsten weiterrauchen würden, könnte der vollständige Umstieg auf verbrennungsfreie und dadurch schadstoffreduzierte Alternativen sinnvoll sein, auch wenn diese nicht risikofrei sind, Nikotin enthalten und Langzeitstudien noch ausstehen.
Mythos 5: Das entstehende Aerosol bei E-Zigaretten und Tabakerhitzern enthält laut Behörden um 80-99 Prozent geringere Mengen schädlicher oder potenziell schädlicher Substanzen im Vergleich zu Zigarettenrauch
Richtig: Bei Tabakerhitzern wird der Tabak nicht verbrannt, sondern lediglich erhitzt, während bei E-Zigaretten ein meist nikotinhaltiges E-Liquid verdampft wird. In beiden Fällen entsteht ein nachweislich schadstoffreduziertes Aerosol, welches um 80-99 Prozent geringere Mengen schädlicher oder potenziell schädlicher Bestandteile im Vergleich zu Zigarettenrauch enthält [8,9].
Quellen:
[1] DEBRA-Studie: https://www.debra-study.info (Stand Januar 2024): Prävalenz aktueller Tabak-Raucher/-innen in Deutschland.
[2] Studie zu „Barrieren des Rauchstopps“ (2022): https://pmi.berlin/files/gfkbroschucc88re2022.pdf
[3] Batra A. Treatment of tobacco dependence. Dtsch Arztebl Int 2011;108(33):555–64.
[4] Stiftung Gesundheitswissen, trend-monitor, Ausgabe 02,2020.
[5] McNeill A et al. Evidence review of e-cigarettes and heated tobacco products 2018. A report commissioned by Public Health England. London: Public Health England.: https://assets.publishing.service.gov.uk/government/uploads/system/uploads/attachment_data/file/684963/Evidence_review_of_e-cigarettes_and_heated_tobacco_products_2018.pdf
[6] WHO: IARC Monographs on the identification of carcinogenic hazards to humans. Unter https://monographs.iarc.who.int/agents-classified-by-the-iarc/ (abgerufen am 01.08.23).
[7] Royal College of Physicians (2007): Harm reduction in nicotine addiction: helping people who can’t quit (https://cdn.shopify.com/s/files/1/0924/4392/files/harm-reduction-nicotine-addiction.pdf?15599436013786148553).
[8] Mallock et al. Levels of selected analytes in the emissions of “heat not burn” tobacco products that are relevant to assess human health risks. Arch Toxicol 2018.
[9] Pratte et al. Investigation of solid particles in the mainstream aerosol of the Tobacco Heating System THS2.2 and mainstream smoke of a 3R4F reference cigarette. Human & Experimental Toxicology 2017;36(11):1115-1120.
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