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Strukturierte Empfehlungen zur Kariesprophylaxe in der kieferorthopädischen Versorgung sind auch deshalb wichtig, da im Behandlungsverlauf häufig Demineralisationen auftreten können. Durch festsitzende Apparaturen entstehen Schmutznischen, die die Reinigung erschweren und die besonders gründlich kontrolliert werden müssen. Zur effektiven Kariesprophylaxe stehen fluoridhaltige Gele, Lacke, Zahnpasten und Mundspülungen zur Verfügung, die von der Expertin empfohlen werden. Darunter: medelmex Duraphat® Fluorid 5mg/g Zahnpasta und meridol® Zahnfleischschutz Mundspülung.
Bedarf an klaren Empfehlungen zur Kariesprävention bei KFO-Patient/-innen
Im Klinikalltag spürt Prof. Jablonski-Momeni, dass das Bewusstsein für ein erhöhtes Kariesrisiko von Patient/-innen mit kieferorthopädischen Apparaturen gestiegen ist. Die Inanspruchnahme von KFO Behandlungen bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten Jahren zugenommen. „Dies resultiert in einer höheren Zahl von Patient/-innen mit zusätzlichen Nischen für Plaqueretention“, so die Expertin. Neben der Kontrolle des Erfolges der KFO-Behandlung werden im Idealfall daher regelmäßig Zahnhartsubstanz, das Zahnfleisch und der Zahnhalteapparat überprüft, um erste Anzeichen von Demineralisation und Gingivitis zu bemerken.
Von Beginn der Maßnahmen an sollte das Kariesrisiko gesenkt werden, indem man das Kariesmanagement an die jeweiligen Patient/-innen und ihre Anamnese bzw. Bedürfnisse anpasst. Dies gelte auch für die Zeit nach Abschluss der KFO-Behandlung. Jablonski Momeni, hält eine Leitlinie zur Kariesprophylaxe speziell bei KFO-Patient/-innen für notwendig. Vielmehr folge jede zahnärztliche oder kieferorthopädische Praxis ihren eigenen bewährten Konzepten.
Strukturierte Ansätze können Behandlung vereinfachen
Zu den Empfehlungen des Konsensuspapiers, die in Deutschland bereits flächendeckend umgesetzt werden, zählen: eine umfassende Erstuntersuchung vor der KFO-Behandlung zur Beurteilung der oralen und systematischen Gesundheit sowie die Bewertung des Kariesrisikos vor und während der KFO Behandlung. Etablierte und international gültige Schemata zur Beurteilung des Kariesrisikos sind Caries Management by Risk Assessment (CAMBRA), International Caries Classification and Management System (ICCMS) oder das Cariogram. Auch die professionelle Reinigung der Bereiche um die festsitzenden kieferorthopädischen Apparaturen sowie die Empfehlung für Patient/-innen, auf die tägliche Zahnpflege zu achten, gehört zum festen Ablauf der Behandlung.
Wenn dies standardmäßig geschieht und Praxen sich auf bewährte Konzepte verlassen, warum sind dann einheitliche, strukturierte Empfehlungen so wichtig? Prof. Jablonski-Momeni erklärt, dass eine strukturierte Empfehlung die Umsetzung von Maßnahmen in der Praxis erleichtern kann, indem Hürden wie etwa Unsicherheiten genommen und Fragen beantwortet werden. Dies gelte für Behandler/-innen ebenso wie für Patient/-innen, was wiederum Einfluss auf die Kooperation haben kann. Dazu zählt sie beispielsweise Empfehlungen zum Einsatz hochfluoridierter Zahnpasten für Kariesrisikopatient/-innen, aber auch digitale Lösungen, die die Zusammenarbeit zwischen Praxis und Patient/-innen verbessern können.
Patient/-innenmitarbeit durch ausführliche Beratung fördern
„Ob die Patienten das auch umsetzen, ist häufig unklar“, so die Erfahrung der Expertin hinsichtlich der Empfehlungen durch Zahnärzt/-innen oder Kieferorthopäd/-innen für die mechanische Plaque-Entfernung. Sie verweist dabei auch auf das durchschnittliche Alter von KFO-Patient/-innen. „Diese sind ja häufig im Teenager-Alter, das kann auch zu einer begrenzten Motivation zur Zahnpflege oder Mundhygiene führen.“
Zwar sei die Wirksamkeit von Schulpräventionsprogrammen bis zum Alter von zwölf Jahren sehr hoch, wie die 6. Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) belegt.[2] „Für kieferorthopädische Patienten brauchen wir jedoch darüber hinaus eine intensivierte Prophylaxe, die bei entsprechender Indikation von den Krankenkassen bzw. Kostenträgern übernommen wird,“ erläutert sie. Hier sei es von Vorteil, dass KFO-Patient/-innen die Praxis in regelmäßigen Abständen besuchen – das ist wertvolle Zeit, die zur Beratung genutzt werden sollte.
Fluoridhaltige Produkte unterstützen Kariesprophylaxe
Wie können zahnärztliche und kieferorthopädische Praxen diese Zeit möglichst effektiv nutzen? Behandler/-innen sollten ihre Patient/-innen kontinuierlich bestärken, sich nicht nur auf die professionelle Zahnreinigung in der Praxis zu verlassen, sondern zuhause selbst aktiv zu werden, um zur Kariesprävention beizutragen. „Regelmäßiges Zähneputzen mit einer regulär fluoridhaltigen Zahnpaste ist die einfachste Maßnahme, die es gibt,“ so Jablonski-Momeni. „Die konsequente mechanische Plaque Kontrolle zuhause sollte daher mit KFO-Patient/-innen ohne Zeitdruck geübt werden. Die Expertin rät, Anleitungen schriftlich mitzugeben.
Außerdem seien Erinnerungen, Wiederholungen der Erklärungen und Aufklärung in einer Form, die Patient/-innen gut verstehen, wichtig. Sie verweist auf den Online-Kurs der Bundeszahnärztekammer, „Teach Back Methode“, um die Aufklärung von Patient/-innen zu optimieren.[3] Bei erhöhtem Kariesrisiko kann man Zahnpasten mit höherer Fluoridkonzentration verschreiben, zum Beispiel medelmex Duraphat® Fluorid 5mg/g Zahnpasta, zugelassen ab 16 Jahren. „Als kariespräventive Maßnahme für jüngere Patienten, d.h. ab dem 6. Lebensjahr, empfehle ich die wöchentliche Anwendung von höherdosierten fluoridhaltigen Produkten.“
Digitale Lösungen entsprechen der Lebensweise junger Patient/-innen
Das Konsensuspapier halte außerdem „spannende Empfehlungen“ bereit, so Jablonski-Momeni, die mit digitalen Lösungen zur Unterstützung der Prävention besonders der jungen Zielgruppe entgegenkommen. Dazu zählen elektronische Erinnerungen, die die Einhaltung von Terminen und das Prophylaxemanagement unterstützen, aber auch Online-Diagnosetools wie DentalMonitoring oder Apps, die die KFO-Behandlung begleiten. Letztere könnten Kinder und Jugendliche spielerisch motivieren, ihre Zähne vor Karies zu schützen.
Gamifizierten Lösungen stehen hierzulande allerdings oft Hürden entgegen. Da viele Praxen gegenüber digitalen Hilfsmitteln datenschutzrechtliche Bedenken hätten, würden Empfehlungen durch eine Leitlinie helfen, so Jablonski-Momeni. Die durchgehende visuelle Dokumentation von initialen kariösen Läsionen durch die zahnärztliche oder kieferorthopädische Praxis könnte durch Selfies, die die Patient/-innen erstellen, ergänzt werden. So ließe sich eine Detailtiefe erreichen, die den zeitlichen Vergleich verbessern und unabhängig von Praxisstrukturen oder datenschutzrechtlichen Bedenken machen könnte. Prof. Jablonski-Momeni ist sich sicher: „Man sollte das Thema Digitalisierung im Fokus haben.“
| CP GABA bietet verschiedene Zahn- und Mundpflegeprodukte, die sich für Zahnspangenträger/-innen eignen, unter anderem eine spezielle Zahnpasta. Zur topischen Fluoridanwendung für zu Hause steht elmex® gelée mit hochkonzentriertem Aminfluorid zur Verfügung. Die elmex® KARIESSCHUTZ PROFESSIONAL plus Zahnspange Zahnpasta eignet sich gut für die tägliche Mundhygiene, da sie sich leicht zwischen Zähnen und Zahnspange verteilt und so auch schwer zugängliche Stellen remineralisieren kann. Sie neutralisiert Säuren in der Plaque, bevor diese den Zahn angreifen können. Ergänzt wird die Kariesvorsorge daheim durch meridol® Zahnfleischschutz Mundspülung. Sie bekämpft Plaquebakterien mit einer schnell wirksamen Formel aus Neo-Aminex Technologie und Zinklaktat. Da Kinder nach dem Essen in der Schule häufig keine Gelegenheit zum Zähneputzen haben, kann die Mundspülung insbesondere unterwegs als unterstützende Maßnahme zur Kariesprävention verwendet werden. Weitere Empfehlungen, die auch im Konsensuspapier gegeben werden, sind Tipps für eine zahnschonende Ernährung und die Fissurenversiegelung durch die Zahnärzt/-in. |
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