|
Getting your Trinity Audio player ready...
|
Mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten
Früher musste für eine Krone oft rund zwei Drittel der sichtbaren Zahnsubstanz beschliffen werden. Heute ermöglichen moderne adhäsive Befestigungstechniken und hochfeste Keramiken in vielen Fällen Teilkronen, Onlays oder ultradünne keramische Restaurationen. Der biologische Vorteil ist erheblich: Je mehr gesunde Zahnsubstanz erhalten bleibt, desto besser sind die langfristigen Erfolgsaussichten des Zahns.
Kaum Komplikationen
Die wissenschaftliche Evidenz bestätigt diese Entwicklung. Eine systematische Übersichtsarbeit mit Metaanalyse im Journal of Prosthetic Dentistry wertete 28 klinische Studien mit insgesamt 1.298 monolithischen implantatgetragenen Keramikrestaurationen aus. Das Ergebnis der 2024 veröffentlichten Studie: Die Komplikationsrate bei Einzelkronen lag bei 2 Prozent. Brücken wiesen noch geringere Ausfallraten auf. Die Autoren bewerten monolithische Keramiken deshalb als „effektive und sichere Therapieoption“ mit niedrigen Komplikationsraten.
Ein wesentlicher Grund dafür ist die Bauweise. Die heute verbreiteten monolithischen Keramiken bestehen aus einem einzigen Keramikkörper. Die früher häufiger auftretenden Abplatzungen der Verblendkeramik entfallen. Auch systematische Reviews zu zahngetragenen Versorgungen zeigen hohe Langzeitüberlebensraten und deutlich weniger technische Komplikationen als klassische verblendete Konstruktionen.
Vom Inlay bis zum Vollkeramik-Implantat
Moderne Keramiken werden heute weit über ästhetische Frontzahnkronen hinaus eingesetzt. Hochleistungswerkstoffe kommen inzwischen bei Teilkronen, Vollkronen, mehrgliedrigen Brücken und implantatgetragenem Zahnersatz zum Einsatz. Parallel etablieren sich Vollkeramik-Implantate aus Zirkonoxid. Sie ermöglichen vollständig metallfreie Versorgungen und zeigen in aktuellen systematischen Übersichtsarbeiten vielversprechende klinische Ergebnisse. „Keramik entwickelt sich vom Spezialmaterial für schöne Frontzähne zum Standardwerkstoff der modernen restaurativen Zahnmedizin,“ so Kruchen.
Zahntechnik vereint Handwerk und Innovation
Möglich wird diese Entwicklung durch das enge Zusammenspiel von Zahnärzten und Zahntechnikern. Der Zahnarzt präpariert minimalinvasiv und erfasst den Befund digital. Zahntechniker fertigen daraus hochpräzise und individuell charakterisierte Restaurationen aus Hochleistungskeramiken. So verbindet moderne Zahntechnik industrielle Präzision mit handwerklicher Ästhetik. Das Ergebnis ist Zahnersatz, der funktionell überzeugt und sich harmonisch in das natürliche Gebiss einfügt.
Digitalisierung beschleunigt den Fortschritt
Zusätzlichen Schub gibt die digitale Zahnmedizin. Intraoralscanner ersetzen immer häufiger den klassischen Abdruck. CAD/CAM-Systeme konstruieren Kronen am Computer und fräsen sie hochpräzise aus industriell gefertigten Keramikblöcken. Das sorgt für reproduzierbare Qualität, exakte Passgenauigkeit und oft kürzere Behandlungszeiten. Davon profitieren vor allem Patientinnen und Patienten: weniger unangenehme Abdrucknahmen, oft weniger Behandlungstermine, passgenauere Versorgungen und Zahnrestaurationen, die sich in Form, Farbe und Lichtwirkung kaum noch von natürlichen Zähnen unterscheiden.
Quelle: Initiative proDente e.V.
Entdecke CME Artikel



Keine Kommentare.