Anzeige

Autor

Avatar-Foto

Prof. Dr. Clemens Walter

2000 Approbation Zahnmedizin, Freie Universität Berlin, Deutschland; 2001-2003 Postgraduiertenprogramm in Parodontologie und Implantologie, Charité Berlin, Deutschland; 2005 Promotion, Parodontologe, Deutsche Gesellschaft für Parodontologie; 2010-2021 Leiter des Postgraduierten-Programms in Parodontologie, Universität Basel, Schweiz; 2012 Habilitation, Universität Basel, Schweiz; 2015

als Favorit hinzufügen

35 Artikel verfügbar


Anzeige

Anzeige

Lassen sich nichtchirurgische parodontale Therapieverfahren mit Schmelzmatrixproteinen noch optimieren?

Schmelzmatrixproteine (SMP) in Form von Straumann® Emdogain® werden seit nunmehr 30 Jahren erfolgreich für verschiedene chirurgische Indikationen in der Parodontologie zur Förderung der Regeneration des Zahnhalteapparates eingesetzt. Vor dem Hintergrund neuer Erkenntnisse und den bekannt gewordenen pluripotenten physiologischen Funktionen von SMP hat sich das Einsatzgebiet adjuvanter SMP-Anwendungen kontinuierlich erweitert. SMP werden nun auch im Rahmen nichtchirurgischer parodontaler Therapieverfahren (NCPT) eingesetzt. In dieser Arbeit sollte daher die derzeit verfügbare publizierte Evidenz hinsichtlich etwaiger klinisch relevanter Effekte einer zusätzlichen EMD-Applikation in der NCPT einmal analysiert werden. 13 randomisierte kontrollierte (klinische) Studien und eine kontrollierte klinische Studie konnten dazu identifiziert werden. Davon weisen 8 Studien klinische Vorteile bezüglich unterschiedlicher Parameter, wie Sondierungstiefenreduktion, Attachmentlevelgewinn oder anderen Kenngrößen, nach der jeweils maximalen Beobachtungszeit von bis zu 24 Monaten auf. Aktuellere RCT zeichnet zudem derzeit ein weitgehend konsistentes Bild und belegen den zusätzlichen Nutzen einer adjuvanten EMD-Applikation in der Stufe 2 oder deren Reevaluation.

Chlorhexidin und Hyaluronsäure – eine Innovation im Bereich Mundspüllösungen?

Eine aktuelle Studie untersuchte die Wirkung von Chlorhexidin-(CHX-)Mundspüllösungen mit und ohne Hyaluronsäure (HA) nach minimalinvasiven parodontalchirurgischen Eingriffen. Die Ergebnisse zeigen, dass der HA-Zusatz die frühe Wundheilung deutlich beschleunigt: Bereits nach 3 Tagen hatten mehr Patienten mit CHX + HA eine vollständige Heilung als in den anderen Gruppen. Plaque- und Blutungsindizes wurden durch CHX kontrolliert, zytotoxische Effekte auf die Wundheilung traten nicht auf. Der Zusatz von HA zeigt somit einen relevanten klinischen Vorteil in den frühen Heilungsphasen.

Gen-Test auf Parodontitis – wo stehen wir?

Die Rolle der Genetik bei der Entstehung und Diagnose parodontaler Erkrankungen stand im Fokus einer aktuellen systematischen Übersichtsarbeit einer Arbeitsgruppe von Wissenschaftlern aus Berlin und London. Nachfolgend werden die Ergebnisse vorgestellt und genetische Tests mit Blick auf die praktische Relevanz eingeordnet.

Orale Piercings – ein unterschätzter Risikofaktor für die parodontale Gesundheit

Orale Piercings zeichnen sich durch eine große Varianz an Formen und Materialien aus. Sie erfreuen sich offenbar zu¬nehmender Beliebtheit. Den Trägerinnen und Trägern ist aber oft nicht bewusst, welchen Risiken sie sich während des Eingriffs und der folgenden Piercing-Tragezeit tatsächlich aussetzen. Es sind mittlerweile zahlreiche Komplikationen in medizinischen wissenschaftlichen Datenbanken in Form eindrücklicher Fallbeschreibungen und auch systematischer Übersichten dokumentiert. Auch hinsichtlich der destruktiven Effekte oraler Piercings auf die parodontalen Strukturen existiert nun eine gute wissenschaftliche Beweislage. Demnach stellen insbesondere Zungenpiercings eine Gefahr für die sensiblen Strukturen des Zahnhalteapparates dar. Die Symptome reichen hier von einer Blutungsneigung, erhöhten lokalen Sondierungstiefen und gingivalen Rezessionen bis hin zu fortgeschrittenem Attachmentverlust. Die hier vor¬liegende Arbeit versteht sich als eine kurze Übersicht über die Problematik und soll der Sensibilisierung zahnärztlich tätiger Kolleginnen und Kollegen dienen. Die beste Therapie Piercing-assoziierter Komplikationen besteht neben Aufklärung und Prävention in der Aufforderung, das orale Piercing zu entfernen.

Anzeige
Anzeige