Ob eine Erkrankung mit dem Coronavirus (COVID-19) mild oder schwer verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftler aus China interessierten sich diesbezüglich speziell für Krebspatienten. Sie wollten herausfinden, ob Krebspatienten ein höheres Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf haben und welche Faktoren bei Krebspatienten mit einem schwereren Verlauf einhergingen.
Manche COVID-19-Patienten waren an Krebs erkrankt
Für ihre retrospektive, multizentrische Kohortenstudie nutzen die Wissenschaftler die Daten von 232 erwachsenen Krebspatienten mit COVID-19, die sich zwischen dem 13. Januar und dem 18. März 2020 in einem von neun Krankenhäusern in Wuhan (China) in Behandlung befanden. Als Vergleichsgruppe zogen die Wissenschaftler 519 COVID-19-Patienten heran, die im Alter, der Geschlechterverteilung und Begleiterkrankungen mit dem Krebspatienten übereinstimmten, jedoch nicht an Krebs erkrankt waren. Die Wissenschaftler verglichen die COVID-19-Patienten mit und ohne Krebs miteinander, sowie Krebspatienten mit einem schweren und Krebspatienten mit einem milden COVID-19-Verlauf.
Bestimmte Laborwerte gingen bei Krebspatienten mit einem schweren COVID-19-Verlauf einher
Beim Vergleich der verschiedenen Patientengruppen stellten die Wissenschaftler fest, dass Patienten mit Krebs häufiger eine schwerere COVID-19 hatten als Patienten ohne Krebs (64 % vs. 32 %, OR: 3,61; 95 % CI: 2,59-5,04; p<0,0001). Die Risikofaktoren, die bei Patienten ohne Krebs schon länger bekannt sind, wie höheres Alter, erhöhte Interleukin-6-Werte, erhöhte Procalcitonin-Werte, erhöhte D-Dimer-Werte und niedrige Lymphozytenzahl, galten auch für Krebspatienten. Darüber hinaus gingen ein fortgeschrittenes Tumorstadium, erhöhte TNF-?-Werte, erhöhte NT-proBNP-Werte, eine erniedrigte CD4+ T-Zellzahl und ein niedriger Albumin/Globulin-Quotient mit einem erhöhten Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf bei Krebspatienten einher.
Krebspatienten hatten ein größeres Risiko für eine schweren COVID-19-Verlauf als Patienten ohne Krebs. Bestimmte Laborwerte und ein fortgeschrittenes Tumorstadium erhöhten für Krebspatienten das Risiko für eine schwere COVID-19.
Quelle:
DeutschesGesundheitsPortal
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