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Reisen

Den Zauber der Kykladen erleben mit der MS HARMONY G

„Schon das Wort ‚Kykladen‘ klingt irgendwie geheimnisvoll“, meint ein Gast aus Sydney, als wir, knapp 50 Passagiere, der „MS Harmony G“ aus der „Marina Zea“ in Athen auslaufen. Natürlich sind wir alle an Deck. Wie im Bilderbuch zieht links vor dem Gebirgszug des Hymettos das weiße Häusermeer von Athen an uns vorbei. Mittendrin erhebt sich der Akropolis-Felsen mit den weißen Säulen des Parthenon-Tempels. Kurz darauf leuchten aus der Ferne vom steilen Felsen Kap Sounions die Säulen des Poseidon-Tempels unter blauem Himmel.

Die MS Harmony G in eleganter Schönheit ankert vor einer Insel zum Schwimmen. Dr. phil. Renate V. Scheiper
Die MS Harmony G in eleganter Schönheit ankert vor einer Insel zum Schwimmen.
Die MS Harmony G in eleganter Schönheit ankert vor einer Insel zum Schwimmen.
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Einst stürzte sich König Ägeus von Athen von diesem Felsen. Seinen Sohn Theseus hatte er nach Kreta geschickt, damit dieser den bösen Minotaurus töten solle. Das hatte er tapfer getan, sich indessen in die dadurch befreite Ariadne verliebt, die er mit nach Athen nahm. Im Liebesglück vergaß er, wie dem Vater versprochen, die bei der Ausfahrt gesetzten schwarzen Segel gegenweiße auszutauschen. Ägeus dachte daher, sein Sohn sei tot, und stürzte sich in die Fluten. Seitdem heißt dieses Meer das „Ägäische Meer“ oder kurz „Ägäis“. Auf eben diesem verbringen wir unsere einwöchige Kreuzfahrt, organisiert durch das Athener Traditionsunternehmen „Variety Cruises”, das seit bereits 75 Jahren auf allen Meeren bekannt dafür ist, mit kleinen Schiffen in persönlicher Atmosphäre pittoreske Häfen und verschwiegenen Buchten zu erkunden. Dabei erfahren wir viel Interessantes zu Land und Geschichte von unserem Kreuzfahrtleiter Dietmar van de Rydt, der in Athen wohnt und die Region wie seine Westentasche kennt.

Der Poseidontempel auf Kap Sounion. Dr. phil. Renate V. Scheiper
Der Poseidontempel auf Kap Sounion.

Alles ist Harmonie

Großen Anteil an der persönlichen Atmosphäre hat auch die hervorragende Mannschaft des Schiffes, die uns Passagieren nahezu jeden Wunsch von den Augen abliest. Hinzu kommen die täglichen kulinarischen Genüsse, die Chefkoch Alekos und Pâtissier Mohamed kredenzen. Auf drei Decks sitzen wir gemütlich beisammen – sowohl drinnen als auch draußen: Ganz unten werden wir im Restaurant verwöhnt. Eine gut gefüllte Bar mit schönem Salon und Außenbereich erwartet uns auf der nächsten Ebene. Beste Rundumsicht bietet aber natürlich nur das bequeme Oberdeck. Die „Harmony G“ ist in der Tat ein urgemütliches Zuhause auf hoher See. Das Besondere: Vom Schiff aus können wir in einsamen Buchten schwimmen, Standup Paddeln und Kanu fahren. Und natürlich an feinen Sandstränden in der Sonne liegen oder unter schnell aufgestellten Sonnenschirmen. Es fehlt an nichts. Auch der Name des Schiffes „HARMONY“ bewahrheitet sich für uns jeden Tag aufs Neue, wenn wir auf einem der Decks stehen und einen phantastischen Blick auf die uns umgebenden Inseln, das unendlich blaue Meer sowie bizarre Felsformationen haben –wie auch beim Sonnenuntergang vor der Insel Santorin. Alles ist Harmonie pur. Gesprächsstoff gibt es mit allen Gästen. Einige haben bereits Erfahrung mit anderen Schiffen von Variety und sind regelrecht „süchtig“. Schöner könne man die Inseln der Kykladen nicht kennen lernen, meinen sie. Täglich wird eine andere Insel angelaufen. Man kann einen Spaziergang buchen, wie auf der Insel Syros, oder auch eine Bustour, wie auf der Insel Poliegos, und dort, nach einem Spaziergang durch die engen Gassen des Ortes, Kaffee und Kuchen in einem Privathaus genießen. Dabei lernten wir auch ein typisch griechisches Haus und herzliche griechische Gastfreundschaft kennen.

Paddeln, Schnorcheln und Schwimmen direkt von Bord. Dr. phil. Renate V. Scheiper
Paddeln, Schnorcheln und Schwimmen direkt von Bord.
Einsame Buchten und Strände sorgen für exklusive Sonnenstunden. Dr. phil. Renate V. Scheiper
Einsame Buchten und Strände sorgen für exklusive Sonnenstunden.

Herrliche Inselwelt

Als erster Stopp wird auf der Insel Poliegos ein feiner Sandstrand angelaufen. Herrlich kann man schwimmen im kristallklaren Wasser, am Strand ausgiebig sonnenbaden oder mit nackten Füßen über den feinen Sand laufen. Ständig pendeln die Zodiacs zwischen Schiff und Land. Ein herrlicher Strand wird auch auf der Insel Syros angefahren. Die kleine Insel Folegandros ist nächstes Ziel. Nach einer Führung durch den idyllischen, kleinen Hauptort, ganz oben auf der Insel, suche ich mir eine kleine Taverne und genieße bei einem lokalen Glas Wein vom Fass ein köstliches Essen bei glutrotem Sonnenuntergang. Es ist wie im Märchen. Erst mit dem letzten Tender fahre ich zurück an Bord mit einigen anderen Gästen. Bei der Weiterfahrt wird an der Bar erzählt, was man so erlebt hat.

Nächstes Ziel am Morgen ist die faszinierende Vulkaninsel Santorin. Wir liegen draußen vor dem Kraterbecken und fahren mit dem Tender an Land. Per Bus geht es zunächst nach Akrotiri, der vor 3.200 Jahren bei einem Vulkanausbruch verschütteten Stadt. Archäologen haben sie in den fünfziger Jahren aus den bis zu zwanzig Meter hohen Ascheschichten wieder ausgegraben. Die Menschen konnten sich damals auf Schiffe retten und wohl nach Kreta oder Syrien fahren. Wandmalereien im Archäologischen Museum in Fira zeigen, dass sie Schiffsverkehr als Handelsleute hatten. Teilweise sind die Häuser bis zur zweiten Etage erhalten. Es ist faszinierend.

Nur wenige Schritte sind es von der Ausgrabung bis zum Wasser. Dort genießen wir in einem Restaurant frisch gefangenen Fisch und ein Glas Wein. Ein Bummel durch die Hauptstadt Fira mit unzähligen Souvenirgeschäften und Cafés, vor allem aber der Blick in die Caldera mit der schwarzen Vulkaninsel im Zentrum, sind unvergesslich. Zurück an Bord, geht während der Weiterfahrt die Sonne als feuerroter Ball hinter der Kulisse der Vulkaninsel unter – bei einem Glas Wein genießen wir diese Darbietung der Natur. Später bereitet uns Dietmar im Salon auf die Insel Paros vor. Hier ist vor allem der Turm der alten Festung sehenswert: Komplett aus Spolien erbaut, das heißt aus Architekturteilen anderer Bauten. Zum Beispiel besteht die Basis des Turmes der Stadtmauer auf Säulentrommeln des einstigen Athena-Tempels. Gemütlich können wir durch den hübschen Ort bummeln, einen lokalen Wein mit Mezedes probieren und anhand der Windmühle am Hafen wieder zu unserem so schönen Schiff finden!

Sonnenuntergang bei Santorin. Dr. phil. Renate V. Scheiper
Sonnenuntergang bei Santorin.
In Folegandros genießen wir ein typisches Essen und Wein vom Fass. Dr. phil. Renate V. Scheiper
In Folegandros genießen wir ein typisches Essen und
Wein vom Fass.
Über 3.500 Jahre alte Wandmalereien in der Ausgrabung Akrotiri/Santorin. Dr. phil. Renate V. Scheiper
Über 3.500 Jahre alte Wandmalereien in der
Ausgrabung Akrotiri/Santorin.
Dr. phil. Renate V. Scheiper
Dr. phil. Renate V. Scheiper

Sirtaki und Zukunftspläne

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Der Abend ist dem griechischen Tanz gewidmet. Damit wir nicht wild durcheinander hopsen, bringt Dietmar uns den klassischen Sirtaki bei. Die griechische Mannschaft zeigt es uns perfekt und bezieht uns einfach mit ein. Es ist ein grandioser Abend mit viel Spaß.

Delos, die kleine Insel, auf der einst nach dem Mythos die göttlichen Zwillinge Artemis und Apollon geboren wurden, ist nächstes Ziel. Der Mythos sagt auch: Wohin Artemis ihre Füße setzte, sprossen die schönsten Blumen hervor. So komme ich mir vor, als ich allein über die tatsächlich über und über blühende Insel wandere. Das beliebte Mykonos erkunde ich fasziniert. Leider aber ist das Archäologische Museum (seit Jahren!) geschlossen. Dort wartet eigentlich das älteste Trojanische Pferd aus dem 7. Jh. V. Chr. auf mich. Schade. Hoffentlich wird es gut gepflegt und gefüttert.

Auf der nächsten Insel Paros ist im alten Stadtviertel ein mittelalterlicher Turm interessant, der nur aus antiken Tempelteilen erbaut wurde. Säulentrommeln als Basis erwecken den Eindruck, als könne er jeden Moment weggerollt werden. Abends werden auf dem Schiff die Erlebnisse ausgetauscht. Neue Freundschaften bilden sich. Unsere Reise durch die „Juwelen der Kykladen“ ist ein voller Erfolg. Man überlegt, wohin mit einem der schönen Schiffe von Variety Cruises die nächste Reise gehen soll. Mal in die Karibik? Oder lieber zu den Kap Verden, nach Tahiti oder Französisch Polynesien? Man wird sehen.

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