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Reisen

Genuss für alle Sinne am Südrand der Schweiz

Hoch über dem Luganer See bietet das Kurhaus Cademario Hotel & Spa erlebnisreiche Urlaubstage.

Vom Hochgebirge über den Luganer See blickt man bis in die Poebene in Italien. Rainer Hamberger
Vom Hochgebirge über den Luganer See blickt man bis in die Poebene in Italien.
Vom Hochgebirge über den Luganer See blickt man bis in die Poebene in Italien.
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“Du fährst im Winter rein und kommst im Sommer raus“! So prophezeit man uns, als wir unsere Reise planen. Mit dem Zug sind wir unterwegs in den Süden der Schweiz, ins Tessin nach Lugano. Ein Teil der Reise verläuft durch die NEAT, übersetzt: Neue Eisenbahn-Alpentransversale. Wir lassen den noch winterlichen Kanton Uri hinter uns. Teilweise 250 km pro Stunde schnell eilt die Bahn unter dem Gotthard-Massiv hindurch. Der Tunnel ist ein Meisterwerk der Ingenieurs-Kunst, ein sicherer Verkehrsweg und eine enorme Entlastung des Straßenverkehrs. Bei der Ausfahrt, in der Nähe Bellinzonas, empfängt uns blauer Himmel, wolkenlos. Nur ein kräftiger Nordwind erinnert an den noch nicht lang vergangenen Winter. Buntes Stimmengewirr empfängt uns am Bahnhof in Lugano. Im italienischen Teil der Schweiz herrscht eine andere Lebensart, welche sich auch in der Sprache ausdrückt.

Der Postbus bringt uns nach Cademario. Eine Panoramastraße führt hinauf zu dem ca. 850 Meter hoch liegenden Ort. Prunkvolle Villen säumen den Weg. Überall blüht es schon: Magnolien-Bäume, Forsythien-Hecken, Tulpen, Narzissen, dazwischen Palmen.

„Zwischen der ersten und letzten Sonne der Umgebung“

In beeindruckender Aussichtslage steht das Hotel Kurhaus Cademario. Beim Betreten des Gebäudes fühlt man sich in der heimeligen Atmosphäre sofort wohl. Das moderne, mit viel Holz ausgestattete Interieur, so wie äußerst freundliches und hilfsbereites Personal, heißen den Gast willkommen. Hoch über dem Luganer See bietet sich hier ein fantastischer Blick aus fast jedem Fenster. Das Kurhaus Cademario Hotel & Spa, ein 4-Sterne-Superior-Wellnesshotel, hat eine lange Geschichte.

Methoden der Schulmedizin waren dem Arzt Dr. Adolf Keller nicht mehr genug zur Gesundung des Menschen. Daher wandte er sich der Naturheilkunde zu. Das Leben im Einklang mit der Natur begeisterte Keller, und er plante sich auch finanziell der Bewegung anzuschließen! Sein Weg führte nach Cademario.

Das Kurhaus Cademario inmitten eines Parks.Rainer Hamberger
Das Kurhaus Cademario inmitten eines Parks.
Blick vom Ufer in Lugano hinüber zum Monte Brè.Rainer Hamberger
Blick vom Ufer in Lugano hinüber zum Monte Brè.

„Dort haben sie die erste und letzte Sonne der ganzen Umgebung,“ stellte Keller fest. Hier oben auf 850 Meter Höhe im sonnenreichen Tessin baute er 1914 ein Naturheilsanatorium, damals das höchstgelegene im ganzen Kanton. Folgende Kernaussage seiner Doktorarbeit sollte die Basis seines Lebenswerks werden: „Sonnenlicht hat einen hohen Stellenwert für die Gesundheit.“ Durch Natur, leichte Kost, Hydrotherapie und Yoga sollte den Menschen bei ihren Beschwerden geholfen werden. Zu seinen bekanntesten Gästen zählte u.a. der Schriftsteller Hermann Hesse.

Optisch entwickelte sich das Kurhaus 1924 nach überstandenem Ersten Weltkrieg, indem es um einen Flügel und neue Zimmer erweitert wurde. Auch in punkto Ernährung waren die zwanziger Jahre revolutionär. Jeden Tag wurde den Gästen ein Rohkostmenü angeboten. Dr. Keller investierte trotz wirtschaftlicher Schwierigkeiten während des Zweiten Weltkrieges in eine Badeanlage. Zudem versah er alle Zimmer mit eigenem Telefonanschluss.

Beginn des Kurhausbetriebes vor über 100 Jahren.Kurhaus Cademario
Beginn des Kurhausbetriebes vor über 100 Jahren.

SPA – Sanum per Aqua – gesund durch Wasser

Im gesamten Haus geben historische Fotografien Einblicke in die Anfänge des Hotels.

Heute gehört das Haus der DOT Life Group, die Doktor Kellers Philosophie weiterführt. Den Besucher erwartet ein modernes 4-Sterne-Superior-Wellnesshotel, das von einem großen Park umgeben ist. Es besitzt einen beheizten Innen – und Außenpool, sowie Sauna- und Wellnesslandschaft. Viele der 82 Zimmer verfügen über einen Balkon. Besondere Suiten haben sogar einen privaten Whirlpool im Freien, oder im Zimmer. Gäste feiern hier gerne Jubiläen oder Familientreffen. Mit der Modernisierung wurde besonderer Wert auf den Spa-Bereich gelegt. Auf 2200 Quadratmetern in 10 Behandlungsräumen verwöhnen Angestellte des DOT.Spa Gäste mit Massagen und kosmetischen Anwendungen. Der Name wird zurückgeführt auf einen als energetisch stark geltenden Punkt, – dot – an dem das Hotel liegt. Unterstützend zu diesen Einflüssen spiegeln sich in Innenräumen die fünf geomantischen Elemente wider. Quellwasser und Kaskaden im Badebereich. Birkenholz für Einrichtungsgegenstände, das aus den umliegenden Wäldern stammt. Feuer in den Kaminen, Erde, dargestellt durch Steinapplikationen und Metall, welches für wertvolle Bodenschätze steht.

Großzügiges Zimmer mit aussichtsreichem Südbalkon.Kurhaus Cademario
Großzügiges Zimmer mit aussichtsreichem Südbalkon.
Manche Suiten haben auf dem Balkon einen eigenen Whirlpool.Kurhaus Cademario
Manche Suiten haben auf dem Balkon einen eigenen Whirlpool.

Im Gegensatz zu Dr. Kellers Vorgaben hat sich der Speiseplan der heutigen Zeit angepasst. Großer Wert wird auf gesunde und gute Lebensmittel gelegt. In der Küche ist der Koch kreativ tätig für das bekannte Restaurant Radici Gourmet und ein Bistro. Von den Fenstern und der Terrasse schweift der Blick über das Tal und den Luganer See bis hinab nach Süden zur Po-Ebene.

Vom Nordwind lassen wir uns nicht abschrecken. Warm eingepackt trotz Sonnenschein erkunden wir die Umgebung. Cademario befindet sich im sogenannten „Malcantone“, einer Hügel- und Berglandschaft, die sich bis zum Luganer See erstreckt.

Per Schiff über den Luganer See.Rainer Hamberger
Per Schiff über den Luganer See.

Das Gewässer befindet sich nur zu 63 % im Tessin. Insgesamt 320 Kilometer Wanderwege gehen direkt vom Kurhaus aus. Besonders schön im Herbst ist der Kastanienweg. Dann färben sich die Blätter gelb und in der Gastronomie werden der stacheligen Schale entnommene essbare Kastanien serviert. Vom 1600 Meter hohen Monte Lema hat man einen fantastischen Blick auf den verzweigten Luganer See und den Lago Maggiore, dessen Hauptteil in Italien liegt. Oder man wandelt auf den Spuren von Hermann Hesse.

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Wer sich auf Shopping-Tour begibt, ist in Lugano gut aufgehoben. Fast neben dem Kurhaus Cademario hält mit Schweizer Zuverlässigkeit der Postbus zur Fahrt in die Stadt. Neue modische Entwicklungen sind live zu sehen. Sehenswert ist die historische Altstadt. Der Flugplatz Lugano-Agno ist nur neun Kilometer entfernt. Die bevölkerungsreichste Stadt des Kantons befindet sich am Nordufer des Sees, umgeben von bewaldeten Bergen. Eine Drahtseilbahn führt auf den Hausberg Luganos, den Monte San Salvatore mit weitreichender Aussicht. In der Legende heißt es, dass selbst Jesus nach seiner Auferstehung und der Fahrt in den Himmel, dort eine Verweilpause eingelegt haben soll!

Wir genießen lieber vor der Abreise Ruhe in der Natur. Knorrige Stämme und Äste, an denen sich erste Blätter zeigen, säumen den Weg. Morgen stehen wir wieder am Bahnhof in Lugano, pünktlich. Denn Schweizer Bahnen kennen nur selten Verspätungen.

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