Präventionsorientierte Zahnmedizin – Stärkung der Gesundheitsressourcen
Karius und Baktus – vielen Menschen sind die norwegischen Zahn-Trolle von einst noch bekannt. Die beiden Puppenfiguren haben gute Aufklärungsarbeit für Zahngesundheit geleistet. Heute ist wissenschaftlich erwiesen, dass gesunde Zähne und eine ausbalancierte Mundflora wichtige Bausteine für ein starkes Immunsystem sind. Mund- und Allgemeingesundheit stehen in enger Wechselwirkung. Belegt ist u. a. der Zusammenhang zwischen Parodontitis und einem erhöhten Herzinfarkt- sowie Schlaganfallrisiko [1,2]. Umgekehrt kann durch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus eine Parodontitis ausgelöst werden. Diese Wechselbeziehung macht die präventionsorientierte Zahnmedizin zum Bestandteil der medizinischen Grundversorgung.
CHURCH & DWIGHTAuch im Hinblick auf das Immunsystem gilt: Breiten sich pathogene Keime in der Mundhöhle aus, kann dies zu Infektionen führen, die wiederum das Immunsystem schwächen; ein schwaches Immunsystem macht den Körper anfälliger für Infektionskrankheiten. Mangelnde Mundhygiene führt zur Plaque-Akkumulation und zur Entstehung verschiedener oraler Krankheiten [3]. Unbehandelt stellen diese eine Gefahr für die ganzheitliche Gesundheit dar, denn pathogene Bakterien im Mund können in die Blutlaufbahn gelangen und organische Krankheiten auslösen.
Orales Ökosystem: Natürliches Kraftpaket im Mund
Ähnlich wie der Darm weist die Mundhöhle eine Vielfalt an Mikroorganismen auf; ein ausbalanciertes Ökosystem, das im gesunden Zustand die Widerstandsfähigkeit des Körpers stärkt und Abwehrkräfte unterstützt. Schlüsselfaktor ist der Erhalt des bakteriellen Gleichgewichts. Während das gesunde orale Ökosystem als Lebensraum für eine Vielzahl nützlicher Bakterien, Viren und Pilze einen wirksamen Schutzmechanismus gegen Infektionen oder andere Erkrankungen bildet, können pathogene Mikroorganismen das orale Milieu empfindlich stören.
Anzeichen für ein Ungleichgewicht sind Karies oder parodontale Erkrankungen. Neben hormonellen Veränderungen und Alterungsprozessen können u. a. eine zucker- und säurehaltige Ernährung sowie eine mangelnde Mundhygiene das sensible System aus dem Gleichgewicht bringen. Dann gewinnen krankheitsfördernde Bakterien die Oberhand und verursachen beispielsweise orale Entzündungen; schnell wird aus der Gingivitis eine Parodontitis.
CHURCH & DWIGHTIm Sinne von Gesundheitsschutz und Prävention kann daher gerade für eine gründliche häusliche Mundhygiene nicht oft genug sensibilisiert werden. Ergänzend zum Zähneputzen ist das Reinigen der Interdentalräume entscheidend. So zeigen Untersuchungen, dass die Anwendung von Mundduschen die Mundgesundheit signifikant verbessern kann. Zum Beispiel verglichen Goyal et al. die Mundhygiene von Probanden bei Anwendung der Waterpik® Munddusche plus elektrischer Zahnbürste (Waterpik Complete Care) gegenüber der alleinigen Verwendung von Elektrozahnbürsten verschiedener Hersteller. Ergebnis: Waterpik Complete Care inkl. Munddusche verringert den BOP (Bleeding on probing) um bis zu 70 Prozent und Gingivitis sowie Plaque um etwa 50 Prozent [4].
Ganzheitlich orientiertes Prophylaxe-Konzept
„Gesund beginnt im Mund“ ist also keine Floskel, sondern Tatsache. Für Zahnärzte und Praxisteam bedeutet das: Aufklärungsarbeit aufbauend auf einer evidenzbasierten Studienlage. Ziel der Prophylaxe-Arbeit ist ein orales Ökosystem im gesunden Gleichgewicht als effektive Barriere gegenüber exogenen Krankheitserregern [5]. Ein ganzheitlich orientiertes Prophylaxe-Konzept steht auf vier Säulen: Häusliche Mundhygiene, zahngesunde Ernährung, Fluoridierung und Professionelle Zahnreinigung (PZR). Jede Säule hat eine hohe Wertigkeit; eine Priorisierung scheint fast unmöglich. Grundsätzlich gelten die häusliche Mundhygiene und die zahngesunde Ernährung als Basis für gesunde mikroökologische Verhältnisse [6] und einen ausbalancierten Biofilm.
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