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Herzlichen Glückwunsch zum 1. Platz bei den ADT young talents 2026. Wie haben Sie den Tag selbst erlebt? Wie lange hat es gedauert, bis Sie realisiert haben, dass Sie der Gewinner sind?
Vielen Dank für die Glückwünsche! Der Tag war für mich sehr emotional, weil ich lange auf diesen Moment gewartet habe. Vor dem Vortrag hatte ich etwas Angst vor dem Druck auf der Bühne. Aber als ich dann dort stand, war es ein tolles Gefühl. Es hat viel Spaß gemacht, über meine Arbeit und meine Leidenschaft vor so vielen Fachleuten zu sprechen.
Mit dem Sieg hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Die anderen Teilnehmer hatten auch sehr gute Präsentationen. Als mein Name fiel, war ich zuerst sprachlos. Es hat danach wirklich einige Tage gedauert, bis ich verstanden habe: Ich habe den ersten Platz gemacht!
Wie sind Sie auf die ADT young talents aufmerksam geworden und was hat Sie dazu bewogen, sich zu bewerben?
Ich wusste schon länger von dem Wettbewerb. Früher lag die Altersgrenze bei 25 Jahren, aber letztes Jahr wurde sie auf 30 Jahre erhöht. Ich dachte sofort, dass das eine fantastische Chance wäre. Aber ich habe die Idee schnell wieder verdrängt, weil ich Angst hatte wegen der Sprache. Auf Deutsch vor so vielen Menschen auf einer großen Bühne zu sprechen, hat mir großen Respekt eingeflößt.
Doch dann kam Otto Prandtner auf mich zu und sagte: „Georgios, das ist eine riesige Chance für dich, mach da mit!“ Er hat mir genau den Schubs gegeben, den ich in diesem Moment gebraucht habe, um mich am Ende wirklich zu bewerben.
Das Thema Ihres Vortrags lautete „WaxUp: Analog 14 / Digital 38“ – das klingt zunächst etwas geheimnisvoll. Worum ging es dabei?
Die Inspiration für den Titel kam von einer Frage, die vergangenes Jahr dem ADT-Publikum gestellt wurde: „Verwenden Sie lieber ein digitales oder analoges Wax-up?“ Das Hauptthema meines Vortrags war die Verbindung zwischen Handwerk und Technologie. Mir war wichtig zu zeigen, dass der digitale Workflow heute fantastische Vorteile bietet und wir ihn nutzen müssen. Aber die neue Generation von Zahntechnikern muss zuerst das analoge Handwerk und die Zahnform von Grund auf verstehen, bevor sie den digitalen Weg wählen kann.
David KnippingWie haben Sie sich auf den Vortrag vorbereitet?
Da ich so etwas noch nie zuvor gemacht hatte, musste ich sehr früh mit der Vorbereitung beginnen. Niemand wird als Public Speaker geboren, und mir war klar, dass ich viel lernen musste. Ich habe Bücher darüber gelesen, wie man eine Präsentation richtig aufbaut, habe mir viele TED-Talks angeschaut und mit erfahrenen Rednern gesprochen.
Eine große Herausforderung war die Sprache. Ich habe den Vortrag zuerst auf Englisch strukturiert und am Ende ins Deutsche übersetzt. Danach habe ich jeden Tag zu Hause geübt und den Text sogar täglich im Zug auf dem Weg zur Arbeit auswendig gelernt. Es war ein intensiver Weg, aber ich habe unglaublich viel gelernt.
Sie leben und arbeiten derzeit in München. Können Sie uns kurz Ihren beruflichen Werdegang schildern?
Ich habe Zahntechnik in Griechenland an der Universität West-Attika (UNIWA) studiert. Mein Weg nach Deutschland begann 2020 durch ein Erasmus+ Programm bei Dental Design Björn Roland. Das war ein sehr wichtiger erster Schritt für mich.
Ein absolutes Highlight meines Werdegangs war das Jahr 2024, als ich das Osaka Ceramic Training Center in Japan besuchen durfte – das hat meinen Blick auf die natürliche Morphologie völlig verändert. Seit September 2024 arbeite ich in München im Labor von Peter Hoth sowie für die Plattform für feinste Dentaltechnologie, wo ich mich bei super Typen optimal weiterentwickeln kann.
Wie ist es für Sie, nun in Deutschland zu arbeiten?
Das Leben und Arbeiten hier ist natürlich anders als das, was ich aus Griechenland gewohnt war. Man muss sich am Anfang an eine neue Kultur und die Sprache anpassen. Aber ich fühle mich hier jeden Tag wohler. Was mir besonders auffällt, ist, dass es in Deutschland sehr viele Chancen und tolle Perspektiven für junge Menschen gibt, die fleißig sind und sich weiterentwickeln wollen. Das motiviert mich täglich.
Was bedeutet der Beruf des Zahntechnikers für Sie und warum haben Sie ihn gewählt?
Dieser Beruf bedeutet mir unglaublich viel. Er hat ein Feuer in mir entfacht, das nicht mehr ausgeht. Mein großes Ziel ist es, mit meiner Arbeit der Natur so nah wie möglich zu kommen.
Am Anfang war ich mir gar nicht sicher, ob ich wirklich Zahntechniker werden will. Ich wusste nur, dass ich eine kreative Arbeit mit meinen Händen machen möchte. Aber mit der Zeit kamen der Spaß und die Leidenschaft von ganz alleine. Heute weiß ich, dass ich nichts anderes mehr machen möchte.
Was sind Ihre beruflichen Ziele in den kommenden Jahren?
Ich weiß natürlich nicht genau, was die Zukunft bringt. Aber ich weiß ganz sicher, was ich will: Ich möchte mich jeden Tag weiter verbessern, um die Natur noch perfekter zu kopieren. Außerdem möchte ich meine Leidenschaft für diesen Beruf weiterhin mit anderen teilen. Alles andere wird sich dann ergeben.
Im nächsten Jahr werden Sie bei der ADT-Jahrestagung auf der Hauptbühne sprechen. Können Sie sich vorstellen, künftig noch weitere Vorträge zu halten?
Der Vortrag auf der Hauptbühne im nächsten Jahr ist eine riesige Ehre für mich. Ich freue mich sehr darauf. Für die Zukunft kann ich mir definitiv vorstellen, noch weitere Vorträge zu halten. Mein großes Ziel ist es nicht nur, Wissen zu teilen, sondern auch andere junge Zahntechniker zu inspirieren und zu zeigen, wie schön und spannend unser Beruf ist.
Rückblickend auf Ihre vielfältigen beruflichen Erfahrungen: Welchen Rat würden Sie dem zahntechnischen Nachwuchs geben?
Um ehrlich zu sein, fühle ich mich selbst noch wie ein Anfänger und glaube, dass ich noch viel lernen muss, um große Ratschläge zu geben. Aber eine Sache kann ich aus eigener Erfahrung mit Sicherheit sagen: Es ist für junge Zahntechniker unglaublich wichtig, gute Lehrer und Mentoren zu finden. Man braucht Menschen, die einem den Weg zeigen – einen Weg, von dem man am Anfang oft gar nicht weiß, dass er überhaupt existiert.
Was würden Sie künftigen Bewerberinnen und Bewerbern für die ADT young talents mit auf den Weg geben?
Die Bewerbung bei den ADT young talents ist eine fantastische Möglichkeit und eine großartige persönliche Herausforderung. Man sollte es einfach wagen und mitmachen! Ich kann jedem nur sagen: Ihr werdet es auf keinen Fall bereuen. Es lohnt sich zu 100 Prozent!
Vielen Dank für das Gespräch!
| Gewinner ADT young talents 2026 1. Platz: ZT Georgios Ravanis „WaxUp: Analog 14 / Digital 38“ 2. Platz: ZT Ruei-Ci He „Struktur unter der Oberfläche – Workflow bei digitalen Full-arch Versorgungen“ 3. Platz: ZA Moritz Molz „Zwischen Handwerk und Hightech: FDM-3D-Druck als Zukunft der zahntechnischen Fertigung? |
Quelle: Das Interview führte Ramona Dreher, Redaktion ZAHNTECHNIK MAGAZIN
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