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Um den Genesungserfolg des Gehirns bei Patientinnen und Patienten nach einem Herzstillstand zu messen, wird in Deutschland standardmäßig der CPC-Score (Cerebral Performance Category) genutzt, eine internationale Skala von 1 bis 5 zur Beurteilung der neurologischen Funktion nach einer Reanimation. CPC 1 oder 2 gelten dabei als gutes neurologisches Überleben, von CPC 3 spricht man bei einer bleibenden schweren Behinderung. Wer mit CPC 4 überlebt, ist nicht handlungsfähig und auf volle Pflege angewiesen. CPC 5 steht für den Hirntod. „Etwa 7,9 % aller Patientinnen und Patienten in Deutschland überleben außerklinische Reanimationen mit einem CPC Score von 1 oder 2“, sagt Kai Langlotz: „In Seattle überleben deutlich mehr Menschen ohne schwere Beeinträchtigungen.“ Der Grund: Defibrillatoren sind im ganzen Stadtgebiet, öffentlichen Gebäuden und kommunalen Fahrzeugen mit hoher Dichte verteilt, und schon Kinder üben regelmäßig den Umgang mit den lebensrettenden Geräten.
Diese Zahlen, von Kai Langlotz beim 18. Deutschen MFA-Tag & ZFA-Tag im Juni 2025 in München präsentiert, haben Karin Bonn, Quereinsteigerin im Praxisteam einer HNO-Praxis in Schwabach, nicht losgelassen: Gemeinsam mit dem örtlichen Lions Club hat sie innerhalb eines Jahres dafür gesorgt, dass mehr Defibrillatoren in Schwabach verteilt werden und Schulungen für die Bevölkerung stattfinden. „Es muss selbstverständlich werden zu helfen“, sagt ihre Kollegin und Praxismanagerin Nicole Windt. Die Praxisleitung steht hinter der Initiative, die das Thema Defibrillatoren in der ganzen Stadt ins Bewusstsein gerückt hat. Karin Bonn traut sich nach den Schulungen zu, im Ernstfall einen Defibrillator anzuwenden: „Auch für Menschen, die im Gesundheitswesen arbeiten, sind solche Momente extrem fordernd. Wichtig ist, dass Handgriffe sitzen, weil sie regelmäßig geübt werden.“ In der Praxis selbst hängt, obwohl gesetzlich nicht vorgegeben, seit jeher ein eigener Defibrillator, das Team übt regelmäßig gemeinsam Erste Hilfe und Notfallmanagement.
MFAs und ZFAs als Ersthelfer
Kai Langlotz ist begeistert von diesem Engagement und betont die gesellschaftliche Bedeutung von MFAs und ZFAs auch beim Thema Erste Hilfe: „Wer im Gesundheitswesen arbeitet und regelmäßig Erste Hilfe trainiert, kann einen echten Unterschied machen und Vorbild auch für andere sein.“ Standardisierte Checklisten und vor allem regelmäßige Trainings helfen MFAs und ZFAs, bei Notfällen innerhalb und außerhalb der Praxis sicher zu agieren: „Gerade, wenn Notfälle unwahrscheinlich sind und selten vorkommen, ist es wichtig, gut vorbereitet zu sein. Üben Sie die Abläufe immer wieder gemeinsam im Team, damit im Ernstfall jeder Handgriff sitzt und die Patientin oder der Patient gerettet werden kann.“
5 Sofortmaßnahmen im Notfall:
- Prüfen Sie, ob die kollabierte Person noch ansprechbar ist.
- Wenn nicht: Stellen Sie fest, ob die Person noch atmet.
- Wenn nicht: Beginnen Sie sofort mit der Thoraxkompression (Herzdruckmassage).
- Eine weitere Person setzt einen Notruf ab.
- Eine andere Person holt sofort den Defibrillator, der innerhalb von Minuten zum Einsatz kommen soll.
Klare Prioritäten, Aufgabenverteilung und Kommunikation
Oft gehe wertvolle Zeit mit dem Freimachen der Atemwege verloren, weil die Routine fehle, sagt Langlotz: „Aufwendige Maßnahmen zur Atemwegssicherung dürfen den Beginn der Thoraxkompressionen nicht verzögern. Besser ist es, sofort mit der Herzdruckmassage zu beginnen.“ Besonders in akuten Notfallsituationen sind auch Kooperation, situative Aufmerksamkeit, Führungsverhalten, Entscheidungsfindung und sichere, effektive Kommunikation im Team entscheidend: Wer holt den Notfallkoffer? Wer ruft den Notarzt? Wer bleibt bei Patientin oder Patient? Durch Rückbestätigung können Teams Fehler vermeiden und für einen eindeutigen Handlungsablauf sorgen: Der Empfänger einer Anweisung wiederholt diese in eigenen Worten. Dadurch können sich beide Seiten vergewissern, dass alles richtig verstanden wurde: „So stellt man sicher, keine wertvollen Sekunden durch Missverständnisse zu verlieren.“ Ob Teams gut aufgestellt sind, können sie im Praxischeck Notfallmanagement der kassenärztlichen Bundesvereinigung testen: Mein Praxischeck
Ersthelfer-Apps als Beitrag zu schneller Versorgung
Wie gut die Minuten, bevor der Rettungsdienst eintrifft, überbrückt werden, hängt davon ab, ob sich medizinisch qualifizierte Ersthelferinnen und Ersthelfer in unmittelbarer Nähe des Notfalls befinden. Noch gibt es keine flächendeckenden Community-First-Responder-Systeme, aber regionale Apps ergänzen zunehmend die etablierte Rettungskette, etwa „Team Bayern Lebensretter“ (Bayerisches Rotes Kreuz), „Mobile Retter“ oder „Region der Lebensretter“. Wer sich dort als Ersthelfer registriert, kann sich durchgehend oder in gewünschten Zeitfenstern benachrichtigen lassen, wenn in seiner Nähe ein Notfall passiert.
Quelle: PKV Institut GmbH
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