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Notfallsituationen in der zahnärztlichen Praxis sind zwar selten, dann aber stellen sie die Zahnärzte/-innen und ihre Mitarbeitenden vor eine Situation, für die sie in der Regel nicht ausreichend vorbereitet sind. Organisatorisches Chaos und teilweise Hilfslosigkeit sind die Folgen, die unter medizinischen, aber auch unter juristischen Aspekten zu fatalen Konsequenzen führen können. Ein richtiges Handeln bei Notfällen ist dabei nicht schwer, wenige grundlegende Maßnahmen können entweder eine Notfallsituation schon „entschärfen“ oder zumindest einen ausreichenden Zeitgewinn verschaffen, um das Intervall zu überbrücken, bis die Profi-Retter Ihnen zur Hilfe kommen.
Die Gefahr von Komplikationen bei Patienten/-innen in der Zahnarztpraxis ist zum einen bedingt durch die zahnärztlichen Eingriffe und Maßnahmen an sich und zum anderen durch die bestehenden Vorerkrankungen.
Komplikationen infolge der zahnärztlichen Maßnahmen
Kreislaufdysregulation: – vasovagaler Kollaps ausgelöst durch Angst, Schmerz
Hyperventilationstetanie, Panikattacke ausgelöst durch Angst, Schmerz
Nebenwirkungen der Lokalanästhesie – durch den Adrenalinzusatz – durch die Lokalanästhetika selbst
allergische Reaktionen (aller Schweregrade) auf Lokalanästhetika oder andere Substanzen
Komplikationen aufgrund der bestehenden „allgemeinmedizinischen“ Vorerkrankungen der Patienten/-innen
hypertone Krise bei arterieller Hypertonie
Angina pectoris-Anfall, Herzinfarkt bei koronarer Herzkrankheit
epileptischer Anfall
Herzrhythmusstörungen
Atemnot durch – Fremdkörper in den Atemwegen: Aspiration, Bolus, Bronchospastik, Asthma bronchiale, Herz-Kreislauf-Komplikationen (z.B. akutes Lungenödem bei Herzinsuffizienz)
Hypoglykämie bei Diabetes mellitus
Wie können Risikopatienten/-innen erkannt werden?
Die Anamneseerhebung ist die wichtigste und effektivste Maßnahme zur Erkennung von Risikofaktoren. Sie ist von den Ärzten/-innen grundsätzlich – mit dem vorab von den Patienten/-innen ausgefüllten Bogen – im direkten Gespräch durchzuführen und schriftlich zu dokumentieren. In der Anamnese muss Folgendes abgefragt werden:
Kardiologische Vorerkrankungen – koronare Herzerkrankung – Herzinfarkt in der Vorgeschichte – Pulmonale Vorerkrankungen – Stoffwechselerkrankungen – Allergische Vorerkrankungen
Welche Notfallausstattung sollte in der zahnärztlichen Praxis vorhanden sein?
Die effektive Versorgung von Notfallpatienten/-innen setzt eine gewisse Mindestanforderung an die Ausrüstung der Zahnärzte/-innen voraus. Sinnvollerweise sollte diese Ausrüstung in einer Notfalltasche/einem Notfallrucksack oder Notfallkoffer übersichtlich untergebracht werden. In alphabetischer Reihenfolge werden hier einige wichtige Grundelemente der Ausstattung wiedergegeben:
AED-Gerät (optional)
Beatmungsbeutel mit Atemmasken für Erwachsene/Kinder
Blutdruckmessgerät (manuell oder elektronisch)
Blutzuckermessgerät
Einmalkanülen (z.B. blau, gelb, grün)
Einmalspritzen (1 ml, 5 ml, 10 ml)
Tupfer
Guedel-Tuben (Größen …)
Infusionslösung (Ringer Lactat Lösung/isotonische Kochsalzlösung) 500 ml
Welche notfallmedizinischen Basismaßnahmen muss jeder Zahnarzt bzw. jede Zahnärztin beherrschen?
Betrachtet man die meisten Empfehlungen, Bücher oder auch Kurse zum Thema Notfallmedizin für Zahnärzte/-innen und vergleicht die dort gegebenen Empfehlungen mit der realen notfallmedizinischen Ausbildung der Zahnärzte/-innen, so stoßen hier 2 Welten aufeinander. Dort die theoretisch empfohlenen Notfallmaßnahmen – vom venösen Zugang über verschiedenste zum Teil nur in der Intensivmedizin gebräuchlichen Medikamente bis hin zur Intubation und anderem Spezialwissen –, hier die Zahnärzte/-innen, die normalerweise 1- bis 2-mal im Leben einen venösen Zugang im Studium an Kommilitonen/-innen gelegt und die empfohlenen Medikamente ebenso wie den Intubationsspatel noch niemals im Leben in der Hand gehalten haben.
Grundsatz Es gilt nur die Zeit zu überbrücken, bis Profirettung eintrifft! Niemand fordert vom Zahnarzt oder der Zahnärztin weitergehende notärztliche Maßnahmen. Venöse Zugänge, Intubation u.a. sind meist (unrealistischer) Luxus. Beherrscht werden müssen demnach in erster Linie Basismaßnahmen zur Aufrechterhaltung/Wiederherstellung der Vitalfunktionen!
Muss-Basismaßnahmen
Überprüfung der Vitalfunktionen und Erkennen eines Herz-Kreislauf-Stillstandes – Bewusstsein – Atmung – Puls
Lagerung der Patienten/-innen – Durchführung der stabilen Seitenlage – Lagerung bei Atemstörungen – Lagerung bei Herz-Kreislauf-Störungen
Freimachen und Freihalten der Atemwege – Überstrecken des Kopfes – Esmarch-Handgriff – Heimlich Handgriff
Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) – ohne Hilfsmittel z.B. alleinige Herzdruckmassage compressions-only CPR – mit Hilfsmitteln, insbesondere Einsatz eines AEDs und ggfs. Beatmung
Beatmung mit Hilfsmitteln – Mund-zu-Hilfsmittel – Atembeutel zu Mund/Nase
Kann-Maßnahmen
(Kenntnisse, die nicht zwingend vorgeschrieben sind, die eine gewisse Erfahrung voraussetzen und in manchen Notfallsituationen eine effektivere und weitergehende Behandlung ermöglichen)
Venenpunktion, Anlegen einer Infusion
parenterale Verabreichung von Medikamenten
Anwendung von Larynxtuben
(orotracheale Intubation)
Überprüfen der lebenswichtigen Funktionen
Dr. med. S. Müller
Bewusstsein
Dr. med. S. Müller
Atmung
Dr. med. S. Müller
Freimachen der Atemwege
Dr. med. S. Müller
Reinigen des Mund-Rachen-Raums
Stabile Seitenlage
Jeder Mensch, bei dem das Bewusstsein, nicht aber das Herz-Kreislauf-System oder die Atmung gestört ist, muss in die stabile Seitenlage gebracht werden. Dieser Grundsatz gilt auch für die Zahnarztpraxis, d.h. dass Patienten/-innen, die z.B. im Zahnarztstuhl bewusstlos werden, am besten auf den Boden gelegt werden! Durch das Fehlen der Schutzreflexe droht der bewusstlosen Person sonst Erstickungsgefahr! Die stabile Seitenlage bewirkt, dass durch die Überstreckung des Halses freie Atemwege geschaffen werden und Flüssigkeiten, die sich im Mund und Rachen sammeln (Schleim, Blut, Erbrochenes), nach außen abfließen können.
Dr. med. S. Müller
Schritt 1
Neben der bewusstlosen Person hinknien.
Dr. med. S. Müller
Schritt 2
Den auf der Helferseite befindlichen Arm der bewusstlosen Person angewinkelt nach oben legen.
Dr. med. S. Müller
Schritt 3
Den anderen Arm über den Brustkorb führen und den Handrücken der Hand seitlich an die Wange der bewusstlosen Person legen und festhalten.
Das auf der Gegenseite befindliche Bein der bewusstlosen Person im Kniegelenk beugen, anstellen und zu sich herüberziehen. Die bewusstlose Person lässt sich auf diese Weise ohne Kraftanstrengung auf die Seite rollen.
Dr. med. S. Müller
Schritt 4
Den Kopf der bewusstlosen Person überstrecken, indem der Kopf mit beiden Händen erfasst und vorsichtig im Nacken nach hinten gebeugt wird.
Nochmals überprüfen, ob Atmung vorhanden ist!
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Teil 2
Auch wenn „echte“ Notfälle in der Zahnarztpraxis eher selten sind, müssen Zahnärzte und Zahnärztinnen und ihr Team jederzeit in der Lage sein, im Ernstfall richtig zu handeln. Regelmäßige Schulungen mit dem gesamten Praxisteam schaffen Grundlagen für ein funktionierendes Notfallmanagement und können zudem helfen, eine gewisse Routine im Umgang mit Notfällen zu entwickeln. Im vorliegenden 2. Teil dieser Artikelserie werden die verschiedenen Lagerungsarten bei einem Notfall veranschaulicht, zu ergreifende Maßnahmen bei Atemstörungen beschrieben und die Grundlagen der Reanimation erläutert.
Lagerung von Notfallpatienten/-innen
Die richtige Lagerung einer erkrankten bzw. verletzten Person ist eine wichtige Erstmaßnahme, die ohne großen Aufwand und ohne Risiko von jedem Ersthelfer/-in durchgeführt werden kann. Allein durch das Umlagern in eine günstigere Körperposition kann ein lebensbedrohlicher Zustand verhindert und einer Verschlimmerung der Erkrankung vorgebeugt werden. Die Art der Lagerung richtet sich danach, was bei der Überprüfung der Vitalparameter festgestellt wurde.
Stabile Seitenlage
S. Müller
Jeder Mensch, bei dem das Bewusstsein, nicht aber das Herz-Kreislaufsystem oder die Atmung gestört ist, muss in die stabile Seitenlage gebracht werden. Das genaue Vorgehen wurde bereits in Teil 1* dieser Artikelserie detailliert beschrieben.
Flachlage
S. Müller
Liegt ein Atem- oder Kreislaufstillstand vor, legen Sie die betroffene Person flach in Rückenlage auf einen harten Untergrund, am einfachsten auf den Fußboden. Nur in dieser Position können Sie die notwendigen Maßnahmen wie Beatmung und Herzdruckmassage optimal durchführen. Falls möglich, sollten Sie den Platz gleich so wählen, dass Sie um die erkrankte Person herum genug Raum für Ihre Hilfsmaßnahmen haben.
Schocklage
S. Müller
Bei allen Verletzungen oder Erkrankungen, die mit einem größeren Blutverlust oder einem „Versacken“ des Blutes im Körper (z.B. bei der vasovagalen Synkope, bei der Anaphylaxie) einhergehen, kann eine Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und eine daraus eventuell resultierende Bewusstseinsstörung durch eine „Autotransfusion“ von körpereigenem Blut von den unteren Extremitäten in den Oberkörperbereich mithilfe der Schocklage verzögert, verringert oder verhindert werden.
Dazu müssen Sie entweder den Oberkörper der betroffenen Person in eine Tieflage bringen, z.B. indem Sie die Person schräg legen, oder falls dies nicht möglich ist, die Beine anheben und in dieser Position halten. Sollte der/die Betroffene bewusstlos sein, hat natürlich die stabile Seitenlage Vorrang vor der Schocklage.
Oberkörperhochlage
S. Müller
Die Hochlagerung des Oberkörpers ist eine wichtige Sofortmaßnahme an nicht bewusstlose Personen vor allem bei Atemstörungen, bei Herzerkrankungen und bei Verletzungen im Oberkörper- oder Kopfbereich. Die Lagerung wird durchgeführt, indem Sie den Oberkörper in einem Winkel von 15 bis 45° beziehungsweise nach den Wünschen der Patientin oder des Patienten anheben.
Übersicht über die Lagerungsarten
S. Müller
Maßnahmen bei Atemstörungen
Freimachen und Freihalten der Atemwege: Die häufigste Ursache für eine Verlegung der Atemwege ist, insbesondere bei einer bewusstlosen Person, das Zurücksinken des Zungengrunds gegen die Rachenhinterwand.
Deshalb lässt sich oft schon durch das Überstrecken des Kopfes die Atemtätigkeit wiederherstellen. Mit dieser einfachen Methode werden Unterkiefer und Zungengrund angehoben, nach vorne geschoben und so die Atemwege freigegeben.
Überstrecken des Kopfes
S. Müller
Die erkrankte Person in die flache Rückenlage oder in die stabile Seitenlage bringen.
Seitlich am Kopf des/der Erkrankten knien.
Mit einer Hand den Kopf des/der Erkrankten an der Stirn und mit der anderen Hand unter das Kinn fassen.
Den Kopf zwar ohne Gewaltanwendung, aber dennoch mit kräftigem Druck nackenwärts überstrecken.
Überprüfen, ob die Atmung jetzt vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, muss der Unterkiefer der erkrankten Person zusätzlich nach vorne gezogen und der Mundraum inspiziert werden, um zu überprüfen, ob irgendwelche Fremdkörper die Atemwege verlegen.
Esmarch-Handgriff
S. Müller
Ziehen Sie den Unterkiefer nach vorne, indem Sie mit Ihren Fingern die Unterkieferwinkel und mit Ihren Daumen den Unterkiefer auf beiden Seiten umfassen und den Mund dann durch Druck nach vorne drücken und gleichzeitig öffnen. Pressen Sie nun mit einem Daumen die Wange des/der Erkrankten zwischen seine/ihre Zahnreihen, um so den Mund offen zu halten. Halten Sie nach Fremdkörpern Ausschau, entfernen Sie gegebenenfalls diese.
Heimlich-Manöver
S. Müller
S. Müller
Die betroffene Person im Stehen oder Sitzen von hinten umfassen und beide Hände im Bereich der Magengrube übereinanderlegen, wobei die unten liegende Hand zur Faust geballt wird.
Mehrere kräftige Druckstöße in Richtung Zwerchfell (also nach schräg hinten und oben) durchführen.
Reanimation – Basismaßnahmen
S. Müller
Die Herzdruckmassage – korrekter als Thoraxkompression bezeichnet – wird als „die“ entscheidende Basismaßnahme beim Herz-Kreislaufstillstand angesehen. In der Frühphase der Reanimation – und noch vor jeder Beatmung – kann sie die Sauerstoffversorgung des Gehirns durch die Verteilung des Restsauerstoffs aus dem anfangs noch gut sauerstoffgesättigten Blut wieder herstellen. Ein Absterben der Gehirnzellen durch Sauerstoffmangel kann somit um mehrere Minuten und, wenn eine effektive Beatmung dann noch hinzukommt, für einen sehr viel längeren Zeitraum verhindert werden.
Basismaßnahmen der Wiederbelebung
Notruf 112 wählen (lassen)
Wenn ein Automatisierter Externer Defibrillator (AED) verfügbar ist, holen (lassen)
Patient in Rückenlage (auf Boden) bringen
Atemwege frei machen (s.o.)
Kleidung über dem Brustkorb öffnen und den Druckpunkt auf der unteren Hälfte des Brustbeins aufsuchen
Sofortiger Beginn mit Thoraxkompressionen – Initial als alleinige kontinuierliche Maßnahme ohne Beatmung und ohne Unterbrechung – Kompression senkrecht von oben – Eindrucktiefe 5 bis 6 cm – Frequenz 100 bis120/Min.
Falls Sie/Ihr Team trainiert sind, baldmöglichst Kombination von 30 Thoraxkompressionen und 2 Beatmung im Wechsel
Falls nicht: Fortführung der möglichst unterbrechungsfreien Thoraxkompressionen, bis der Rettungsdienst eintrifft
Sobald ein AED verfügbar ist, anschalten, Elektroden auf die Brust des Patienten kleben und Anweisungen des Gerätes folgen
Anwendung eines AEDs
In bis zu 80% aller Kreislaufstillstände liegt die Ursache in einer lebensbedrohlichen Herzryhthmusstörung, dem Kammerflimmern. Die einzig effektive therapeutische Maßnahme ist hier die möglichst frühe elektrische Defibrillation mithilfe eines entsprechenden Hilfsmittels, dem AED. Diese Geräte „führen“ den Anwender sicher und sind somit auch von jedem medizinischen Laien gefahrlos einsetzbar. Bis das AED einsatzbereit ist, sollte immer schon eine kontinuierliche Thoraxkompression erfolgen.
S. Müller
Schalten Sie den AED ein und kleben Sie die Elektroden auf die nackte Brust des/der Patienten/-in.
Eine Elektrode sollte unterhalb des rechten Schlüsselbeins aufgeklebt werden, die andere an der linken Brustkorbseite unterhalb der Achselhöhle.
Folgen Sie den Sprachanweisungen des AED.
Drücken Sie nach der Anweisung „Schock auslösen“ den Defibrillationsknopf.
Stellen Sie dabei sicher, dass niemand den/die Patienten/-in berührt.
Starten Sie unverzüglich nach der Schockabgabe erneut mit der Wiederbelebung und folgen weiteren Sprachanweisungen des Gerätes.
Wenn kein Schock empfohlen wird, nehmen Sie ebenfalls unverzüglich die Wiederbelebung wieder auf.
Sobald bzw. erst wenn der/die Patient/-in sichere Lebenszeichen zeigt (die betroffene Person atmet wieder/bewegt sich wieder/wacht auf), können die Thoraxkompressionen beendet werden.
Teil 3
Im 3. Teil werden nachfolgend einige für den Praxisalltag relevante Notfallsituationen wie eine allergische Reaktion, Angina pectoris bzw. akuter Asthmaanfall beschrieben und ihre Behandlungsmöglichkeiten in Kurzform dargestellt. Dabei liegt der Fokus ganz bewusst auf Therapiekonzepten und denjenigen Maßnahmen, die auch von notfallmedizinisch ungeübten Zahnärzten/-innen oder ihren Mitarbeitern/-innen ohne aufwendige invasive Methoden durchgeführt werden können.
Allergische Reaktion: vom harmlosen Juckreiz bis zum anaphylaktischen Schock
Allergische Reaktion z.B. auf:
Medikamente
Lokalanästhetika
Antibiotika
Latex
Nahrungsmittel
Insektengifte
Stadium
Symptome
I
Schwindel, Kopfschmerzen, Tremor, Hautreaktion: z.B. Erythem, Juckreiz, Angioödem
Die Anaphylaxie als lebensbedrohliche Reaktion der Patienten/-innen ist die wahrscheinlichste Diagnose, wenn es nach Exposition mit einem Allergen plötzlich und unerwartet – meist innerhalb von Minuten – zu lebensbedrohlichen Störungen der Luftwege, der Atmung und des Kreislaufs, häufig verbunden mit Veränderungen der Haut und der Schleimhäute, kommt.
Symptome eines anaphylaktischen Schock:
akute Verschlechterung des Allgemeinzustandes
Veränderung der Bewusstseinslage (Unruhe, Angst, Bewusstseinseintrübung)
Atemnot
kühle, feuchte Haut
Tachykardie (Frequenz > 120/Min.)
Blutdruckabfall (systolischer Wert < 90 mmHg)
Therapeutische Maßnahmen
Unterbindung weiterer Allergenzufuhr, Notruf
Lagerung: Schocklage, bei Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage
Freimachen und Freihalten der Atemwege
Sauerstoffgabe
RR messen, Pulsoxymeter verwenden
venöser Zugang (falls möglich)
Medikamentöse Maßnahmen
A. „Hautausschlag“ (Anaphylaxie Grad I)
S. Müller
Wenn der/die Patient/-in außer Hautausschlag keine weiteren Symptome hat, wäre die orale Gabe von Antihistaminika und Kortison zu verantworten.
Antihistaminikum zur oralen Verabreichung
S. Müller
Kortison zur oralen Verabreichung
S. Müller
Zeigt der/die Patient/-in neben dem Hautausschlage weitere Symptome wie allgemeines Unwohlsein ggfs. mit Hypotonie, leichter Übelkeit etc., sollte versucht werden, zusätzlich/alternativ einen intravenösen Zugang zu legen. Notruf -> Notarzt In der Zwischenzeit über den Zugang eine Infusion von isotoner Elekktrolytlösung zum Offenhalten sowie ein Antihstaminikum und Kortison verabreichen.
Intravenöse Volumengabe
Wirkstoff
Handelsname (Auswahl)
Dosierung
Isotone Elektroltylösung
Sterofundin Ringer-Lösung Isotone Kochsalz-Lösung
500-1000-2000 ml
Antihistaminikum zur intravenösen Verabreichung
Wirkstoff
Handelsname
Dosierung
Dimetinden oder Clemastin
Histakut oder Tavegil
Allergische Reaktion
1 Ampulle langsam i.v.
Kortison zur intravenösen Verabreichung
Wirkstoff
Handelsname (Auswahl)
Dosierung
Methylprednisolon oder Prednisolon
Urbason solubile forte 250 mg, Solu Decortin H 250, Prednisolut 250 u.a.
B. „Bronchiale Obstruktion der oberen Atemwege“ (Anaphylaxie Grad II/III)
Hauptsymptom hierfür ist eine klinisch fassbare Schwellung im Bereich der oberen Atemwege. Dies kann an einer Zungen- oder Uvulaschwellung, an einer Dysphonie oder einem inspiratorischen Stridor erkennbar sein. Kommt es dabei zu einer Verlegung des Kehlkopfeingangs, so kann die Situation lebensbedrohlich werden.
Als Sofortmaßnahme gilt die intramuskuläre Injektion von Adrenalin und die Sauerstoffgabe oder noch effektiver die zusätzliche inhalative Applikation von Adrenalin via Verneblermaske.
C. „Bronchiale Obstruktion“ der gesamten/unteren Atemwege (Anaphylaxie Grad II/III)
S. Müller
Häufigstes Symptom einer bedrohlichen Anaphylaxie. Klinisch oft wie ein Asthmaanfall mit expiratorischem Stridor. Sofortmaßnahme ist die intramuskuläre Injektion von Adrenalin und die topische bronchodilatatorische Therapie mit kurzwirksamen 2-Adrenozeptoragonisten (z.B. Salbutamol) in Form von Dosieraerosolen oder noch effektiver als inhalative Applikation via Verneblermaske (Adrenalin zur intramuskulären Verabreichung wie unter B beschrieben).
Salbutamol: inhalative Gabe als Dosier-Aerosol/Verneblermaske
Wirkstoff
Handelsnamen (Auswahl)
Indikation
Standarddosierung
Salbutamol Dosier-Areosol
Sultanol/Salbutamol Spray
Bronchospastik, Asthmaanfall
2 Hübe zur Inhalation ggfs. wiederholen
Salbutamol Inhalat
Salbutamol 2,5 ml (1,5 mg) Fertiginhalat
Bronchospastik, Asthmaanfall
1 Phiole in Verneblermaske
D. „Herz-Kreislauf-Reaktion (Blutdruckabfall/Tachykardie)“ (Anaphylaxie Grad II/III)
S. Müller
Sofortmaßnahme ist die intramuskuläre Injektion von Adrenalin und die Sauerstoffgabe (Adrenalin zur intramuskulären Verabreichung wie unter B beschrieben). Bei nicht ausreichendem Ansprechen sollte die intramuskuläre Injektion nach circa 5 bis 10 Minuten wiederholt werden.
Sauerstoffgabe
Wirkstoff
Handelsnamen (Auswahl)
Indikation
Standarddosierung
Sauerstoff
Sauerstoff
Atemnot, Lungen-/ Herz-Kreislauf-Erkrankungen
4-6-10 l O2/Min. über Sauerstoffmaske
Für die weitere Therapie ist ein intravenöser Zugang erforderlich. Intravenösen Volumengabe
Wirkstoff
Handelsnamen (Auswahl)
Standarddosierung
Isotone Elektroltylösung
Sterofundin Ringer-Lösung Isotone Kochsalz-Lösung
Venenverweilkanüle
500-1000-2000 ml
Antihistaminika oder Glukokortikoide sind nach Stabilisierung der Vitalfunktionen und Applikation von Adrenalin i.m. hochdosiert einzusetzen (Antihistaminikum bzw. Kortison zur intravenösen Verabreichung wie unter A beschrieben).
E. „Herz-Kreislauf-Versagen (Blutdruckabfall/Tachykardie)“ (Anaphylaxie Grad IV)
Bei Kreislaufstillstand sofort mit Reanimation beginnen, falls vorhanden, AED-Gerät einsetzen. Für die weitere Therapie ist ein sicherer intravenöser Zugang erforderlich.
Adrenalin zur intravenösen Verabreichung
Wirkstoff
Handelsnamen (Auswahl)
Indikation
Standarddosierung
Adrenalin
Adrenalin 1: 1000 Suprarenin
Anaphylaxie mit Kreislaufstillstand
1 mg = 1 Ampulle auf 10 ml verdünnt i.v.
Wiederholung alle 3 bis 5 Minuten bis zum Wiedererlangen eines Spontankreislaufs, weitere Maßnahmen wie unter D beschrieben.
Angina pectoris – akutes Koronarsyndrom (ACS)
Schmerzbild, hervorgerufen durch Einengung oder Verschluss von Herzkranzgefäßen im Rahmen einer koronaren Herzkrankheit. Der Schmerz tritt typischerweise dann auf, wenn infolge einer körperlichen oder seelischen Belastung ein Missverhältnis zwischen Sauerstoffbedarf und Sauerstoffangebot entsteht (-> Angina pectoris), bzw. wenn es zu einem Verschluss eines Koronargefäßes gekommen ist (-> Herzinfarkt). Da präklinisch die Krankheitsbilder einer neu aufgetretenen oder sich verstärkenden Angina pectoris ohne weitere diagnostische Hilfsmittel (EKG, Labor) nicht von einem Herzinfarkt unterschieden werden können, ist es üblich, den Oberbegriff „akutes Koronarsyndrom (ACS)“ zu verwenden.
Symptome
Druckgefühl in der Brustmitte oder unter dem Brustbein, evtl. ausstrahlend in Hals, Schultern, Arme, Unterkiefer, Oberbauch
Jede Angina pectoris-Symptomatik, die sich nicht unmittelbar durch o.g. Maßnahmen deutlich verbessern bzw. beseitigen lässt, muss bis zum Beweis des Gegenteils (d.h. in der Klinik durch EKG und Herzenzyme) als Herzinfarktverdacht bewertet werden!
S. Müller
Asthma bronchiale – akuter Asthmaanfall
Akuter Anfall von Atemnot, hervorgerufen durch eine ganz oder teilweise reversible Atemwegsobstruktion infolge von bronchialer Übererregbarkeit mit Bronchospasmus, übermäßiger Schleimsekretion und Bronchialwandödem. Diese pathologischen Vorgänge bewirken einen massiven Anstieg des Strömungswiderstands in den Atemwegen, sodass die Lungen- und Thoraxelastizität für eine genügende Expiration nicht mehr ausreicht.
Symptome
anfallsartig auftretende Atemnot, evtl. nach bekannten auslösenden Faktoren
Hustenanfälle (quälender Reizhusten) mit zunehmender Atemnot
verlängerte, keuchende (pfeifende) Ausatmung
Unruhe, Angst, aufrechte Haltung des Oberkörpers
Haut schweißnass, kalt, blaugrau
schneller Puls
Therapeutische Maßnahmen
Lagerung: Oberkörper erhöht, nach Möglichkeit sitzend
Aufstützen der Arme ermöglichen (zum Einsatz der Atemhilfsmuskulatur)
beruhigender Zuspruch
Notruf erwägen
Wirkstoff
Handelsnamen (Auswahl)
Indikation
Standarddosierung
Sauerstoff
Sauerstoff
Atemnot, Lungen-/ Herz-Kreislauf-Erkrankungen
2-6 l O2/Min. über Sauerstoffmaske
Medikamente: Salbutamol: inhalative Gabe als Dosier-Aerosol/Verneblermaske
Wirkstoff
Handelsnamen (Auswahl)
Indikation
Standarddosierung
Salbutamol Dosier-Areosol
Sultanol/Salbutamol Spray
Bronchospastik, Asthmaanfall
2 Hübe zur Inhalation ggfs. wiederholen
Salbutamol Inhalat
Salbutamol 2,5 ml (1,5 mg) Fertiginhalat
Bronchospastik, Asthmaanfall
1 bis 2 Phiolen in Verneblermaske
Jeder Asthmaanfall, der sich durch o.g. Maßnahmen nicht unmittelbar deutlich verbessern bzw. beseitigen lässt, bedarf der notärztlichen Behandlung!
Alarmsymptome für einen lebensbedrohlichen Asthmaanfall sind:
rasch zunehmende Atemnot
blaugraues Hautkolorit
Bradykardie
Bewusstseinsverlust
Teil 4
Im letzten Teil des Beitrag werden für Zahnarztpraxen relevante Notfallsituationen und ihre Behandlungsmöglichkeiten in Kurzform dargestellt. Im Fokus steht das Verhalten bei Aspiration, hypertensiver Krise, epileptischem Anfall sowie vasovagaler Synkope. Dabei wurden wieder bewusst Therapieschemata und diejenigen Maßnahmen gewählt, die auch von notfallmedizinisch ungeübten Zahnärzten/-innen und deren Mitarbeitern/-innen ohne aufwendige invasive Methoden durchgeführt werden können.
Aspiration
Eindringen eines Fremdkörpers in die Atemwege, insbesondere in die Luftröhre oder die Bronchien, noch ohne diese zu verschließen.
Bolusgeschehen
Extremste Form der Fremdkörperaspiration, wobei durch den Fremdkörper die oberen Luftwege partiell oder komplett verschlossen werden.
Symptome
Aspiration
plötzliche Atemnot
heftiger Hustenreiz
Bolusgeschehen
Unfähigkeit zu sprechen und zu atmen
zunehmende Zyanose
krampfhafte Atemversuche
evtl. sofortiger Kreislaufstillstand durch vasovagale Reflexe
Therapeutische Maßnahmen
sofortiges Handeln, da Erstickungsgefahr
Die Betroffenen zum kräftigen Husten auffordern, ggf. Versuch der manuellen Entfernung eines Fremdköpers aus dem Mund-/Rachenraum, z.B. auch mithilfe einer Magill-Zange
Schläge auf den Rücken im Stehen oder Sitzen durchführen (3 bis 4 harte, kurz hintereinander ausgeführte Schläge mit der flachen Hand zwischen die Schulterblätter), der Oberkörper der betroffenen Person sollte dabei möglichst nach unten hängen.
Bei Erfolglosigkeit Durchführung des Heimlich-Handgriffs: Die betroffene Person im Stehen oder Sitzen von hinten umfassen und beide Hände im Bereich der Magengrube übereinanderlegen, wobei die unten liegende Hand zur Faust geballt wird
mehrere kräftige Druckstöße in Richtung Zwerchfell (also nach schräg hinten und oben) durchführen
falls erforderlich Herz-Lungen-Wiederbelebung
Notruf
S. Müller
Bluthochdruck
Blutdruckwerte von systolisch > 160 mmHg und diastolisch > 95 mmHg werden als hyperton bezeichnet. Bei ca. 25% der Bevölkerung finden sich derartige Werte, die aber – abgesehen von den Langzeitschäden – meist keine Symptome hervorrufen.
Hypertone/hypertensive Krise
Hier liegt ein echter Notfall vor, und zwar in dem Moment, in dem man neben stark erhöhten Blutdruckwerten (z.B. systolisch > 200 mmHg, diastolisch > 105 mmHg) auch Zeichen einer bedrohlichen Organstörung beobachten kann.
Zentrale Symptome
Kopfschmerzen, Schwindel
Brechreiz, Erbrechen
Flimmern vor den Augen, Sehstörungen
Müdigkeit, Apathie, Bewusstseinsverlust
Kardiale Symptome
Angina pectoris, Herzinfarkt
Ruhedyspnoe, Lungenödem
Therapeutische Maßnahmen
Lagerung: Oberkörper erhöht
beruhigender Zuspruch
bei Atemnot/Herzbeschwerden: Sauerstoffgabe über Sauerstoffmaske 4 bis 6 l O2/Min.
Medikamente
Nitroglycerin 0,8 mg sublingual (z.B. 2 Hübe Nitrolingual-Spray sublingual), ggf. nach 5 bis 10 Min. wiederholen
Überwachung von Puls und RR, falls keine rasche Besserung, Krankenhauseinweisung veranlassen ggf. mit Notarztbegleitung
Patienten/-innen ohne Herzbeschwerden und/oder diejenigen, die Nifedipin als Bedarfsmedikation haben: Nifedipin 5 (bis 10) mg p.o. (z.B. Nifedipin ratio 5 (bis 10) Trpf.)
Patienten/-innen, bei denen eine Angst-/Panikattacke zugrunde liegt: Lorazepam 1 mg p.o. (z.B. Tavor expidet 1 mg p.o.)
Epileptischer Anfall
Kommt es im Gehirn zu fehlerhaften, unkontrollierten, elektrischen Entladungen der Nervenzellen, so können dadurch Krampfanfälle hervorgerufen werden. Die Intensität von Krampfanfällen variiert und reicht von kurzfristigen, nur Sekunden anhaltenden geistigen Abwesenheitszuständen bis hin zu langanhaltender Bewusstlosigkeit mit Muskelzuckungen, die den ganzen Körper erfassen.
Epilepsie
Treten Krampfanfälle immer wieder auf, so spricht man von einer Epilepsie.
Symptome
plötzliche Bewusstlosigkeit
plötzliches Hinfallen, oft verbunden mit einem Aufschrei
anfänglicher Atemstillstand mit Blauverfärbung der Schleimhäute
anschließend Krampfphase
oft zunächst starre, dann aber schüttelnde, unkontrollierte Krämpfe von Armen und Beinen oder des ganzen Körpers (Dauer: Sekunden bis Minuten)
oftmals „Schaum vor dem Mund“, Blutung aus dem Mund durch Biss auf die Zunge
Abgang von Urin oder Stuhl
Der Krampfphase schließt sich meistens eine Tiefschlafphase an, aus der die Erkrankten kaum erweckbar sind. Sie können sich anschließend an das Anfallsereignis nicht erinnern.
Blutdruckwerte
während des Krampfes kaum messbar
initial in aller Regel hyperton (systolisch > 160 mmHg)
Pulsoxymetrie
in aller Regel Sättigung leicht erniedrigt bis normal (91 bis 99%)
Puls tachykard (meist deutlich über 100/Min.)
Therapeutische Maßnahmen
Ziel der Maßnahmen ist es in erster Linie, Verletzungen durch das plötzliche Hinfallen und das Umherschlagen im Krampfanfall zu vermeiden. Normalerweise endet der Krampfanfall von selbst innerhalb von wenigen Minuten (d.h. 1 bis 3, maximal 5 Min.), längere Krampfphasen oder mehrere Krampfanfälle in rascher Folge müssen als lebensbedrohlicher Zustand angesehen werden.
Gegenstände, an denen sich die krampfende Person verletzen könnte, entfernen oder abpolstern. Falls dies nicht möglich ist, muss die/der Krampfende aus dem Gefahrenbereich gebracht werden.
Die Krampfenden nicht festhalten oder „mit Gewalt“ versuchen, sie an ihren Zuckungen zu hindern.
So bald wie möglich stabile Seitenlage durchführen.
ständige Überwachung von Bewusstsein, Atmung, Puls
Bei erstmaligem Auftreten eines Krampfanfalls oder bei lang dauerndem Anfall (länger als 3 Minuten) Notarzt rufen.
Medikamente
Nur bei prolongiertem Krampfanfall, wenn die betroffene Person entsprechende Medikation als Bedarfsmedikation bei sich hat und/oder wenn keine notärztliche Hilfe in absehbarer Zeit zu erreichen ist.
0,4–0,5 mg/kg KG Maximaldosis 15 mg ½ bis 1 Ampulle Midazolam15 mg/3 ml nasal
S. Müller
Diazepam rektal (nur Kleinkinder/Kinder)
Wirkstoff
Handelsname
Dosierung
Diazepam
Diazepam desitin rectal tube 5 mg/10 mg
Kleinkinder < 15 kg: 1 Rektiole à 5 mg Kleinkinder > 15 kg: 1 Rektiole à 10 mg
S. Müller
Synkope (vasovagale Synkope, Ohnmacht)
Bewusstseinsverluste in Form von Synkopen meist infolge von Angst, Schmerz oder Art der Lagerung sind in der Zahnarztpraxis keine Seltenheit. In aller Regel ist diese Notfallsituation aber „harmlos“, von kurzer Dauer und ohne bleibende Schäden für die Betroffenen.
Definition
Spontan reversible, nur kurz anhaltende Bewusstlosigkeit meist
infolge einer ungenügenden Vasokonstriktion mit Blutdruckabfall (vasovagale Reaktion, orthostatische Reaktion),
aber auch bei kardialen oder zerebralen Störungen.
Anzeige
Symptome
Schwindel, „Schwarzwerden“ vor den Augen
Kaltschweißigkeit
Blässe
Übelkeit
kurzfristige Bewusstlosigkeit (Ohnmacht)
Bradykardie
Therapeutische Maßnahmen
Lagerung: Schocklage
bei anhaltender Bewusstlosigkeit stabile Seitenlage
taktile Reize/Schmerzreiz/laute Ansprache/kaltes Tuch auf die Stirn
Ruhe bewahren: Patienten/-innen sollten normalerweise innerhalb kurzer Zeit (30 bis 60 Sek.) wieder zu sich kommen/Schutzreflexe haben.
Das Vitalzeichen Atmung sollte immer vorhanden sein.
Blutdruckwerte
initial in aller Regel hypoton (systolisch < 100 mmHg)
Pulsoxymetrie
in aller Regel Sättigung normal (95 bis 99%) Puls oft bradykard (oft deutlich unter 60/Min.) Medikamente
in aller Regel nicht erforderlich, ggf.
Etilefrin oral
Wirkstoff
Handelsname
Dosierung
Etilefrin
Effortil Trpf. 7,5 mg/ml; 10 Trpf. = 15 mg
10 bis 20 Trpf. (15 bis 30 mg)
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