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So war mein Gysi-Preis – Gewinner sind Auszubildende und auch Ausbilder

„Man verliert nie, entweder man gewinnt oder man lernt!“

Schon am Tag ihres Vorstellungsgespräches für einen Ausbildungsplatz bei Jürgen Rund Dentaltechnik erfuhr Laura Martinez, dass in diesem Labor alle Auszubildenden am Gysi-Wettbewerb teilnehmen dürfen – bzw. auch sollen. Hier vollzieht sie ihre Schritte nach und lässt die Leser miterleben, wie sie die Aufgaben bewältigte. Für ihr Ergebnis wurde sie mit dem ersten Platz im dritten Lehrjahr belohnt.

Redaktionstipp Spitta Verlag
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Da ich nicht wusste, was der Gysi-Preis ist, wurde mir erklärt, dass es sich hier um einen Nachwuchswettbewerb handelt, der alle zwei Jahre vom VDZI veranstaltet wird, und dass die Siegerehrung immer auf der Internationalen Dental- Schau in Köln (IDS) stattfindet. Mit leuchtenden Augen und dem Gefühl, in einem Labor „gelandet“ zu sein, das großen Wert auf das Lehren, Lernen, Machen und Erfahren legt, habe ich den Ausbildungsvertrag unterschrieben. Während viele meiner Klassenkameraden der Berufsschule noch nie davon gehört hatten, wurde ich im dritten Lehrjahr angemeldet und bekam ca. drei Monate vor dem Abgabetermin die Unterlagen zugesendet. Die Aufgabe bestand zunächst darin, im Oberkiefer auf den Zähnen 14 und 23 vestibulär mit Komposit verblendete Kronen und für die Zähne 16 und 26 Vollgusskronen zu fertigen. Sodann sollten die Kronen für die Aufnahme von Gussklammern vorbereitet werden, denn ein weiterer Teil der Aufgabe war es, eine Modellgussprothese herzustellen, mit Klammern an den zuvor hergestellten Kronen. Der Modellguss war anschließend mit den fehlenden Zähnen 15, 24 und 25 aus Kunststoff zu komplettieren und fertigzustellen.

Für den Unterkiefer war die Aufgabe das Gestalten einer dreigliedrigen Metallbrücke mit vestibulären Kompositverblendungen auf den Zähnen 32–34. Das Brückenglied 33 sollte eine Zahnfl eischaufl age in Metall erhalten.

Für die gesamte Arbeit wurde die Zahnfarbe VITA A 3,5 vorgegeben. Das Material, aus dem die Teilstücke entstehen sollten, konnte ich aussuchen. Zur Auswahl standen NEM und Edelmetall. Ich habe die Arbeit aus NEM hergestellt und mit offener Flamme gegossen.

Eine erste große Herausforderung sah ich in der Herstellung der Modelle – es werden nämlich keine mitgeliefert. Wie bei der Meisterprüfung ist die Modellherstellung Teil der Aufgabe. Da die Anforderungen an das Modell die üblichen Ansprüche an ein Modell für den täglichen Laboreinsatz übersteigen, möchte ich hierauf gesondert in Teil 2 meines Beitrags eingehen.

Der Weg zur Oberkiefermodellgussprothese

Mit dem Gefühl leichter Überforderung malte ich mir eine Skizze mit der Kiefersituation auf ein Blatt Papier und gliederte das Vorhaben in Teilaufgaben. Die Vorgehensweise besprach ich mit meinem Ausbilder und machte mich voller Elan und mit dem Ziel, es gut zu machen, an die Arbeit.

Zunächst wachste ich die zwei Vollgusskronen auf. Ich war bemüht, eine möglichst anatomische Modellation der beiden 6er zu erreichen. Als Vorbild diente mir das Situationsmodell (Abb. 1 u. 2). Um alle klammertragenden Zähne für den Modellguss vorzubereiten, modellierte ich schon in Wachs kleine Mulden für die Aufl agen. Hierzu tauchte ich ein rundes Instrument, nachdem ich es kurz über den Bunsenbrenner gehalten hatte, in die Stelle ein, für die ich die Aufl agen vorgesehen hatte. Diese werden dann, nach dem Gießen, Aufpassen und Ausarbeiten der Kronen, mit einem birnenförmigen Fräser nachgefräst und poliert.

Abb. 1: Die Ausgangssituation. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 1: Die Ausgangssituation.
Abb. 2: Modellation aus Wachs für die Oberkiefermodellgussprothese. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 2: Modellation aus Wachs für die Oberkiefermodellgussprothese.

Die Mulden, an denen später die Klammerspitzen liegen, und die Kerben für die Klammerarme habe ich mit dem Fräsgerät und einer 0-Grad-Fräse erst in NEM angelegt.

Die Kronen 14 und 23 modellierte ich vollanatomisch, um sie anschließend für die Kompositverblendung zu reduzieren (Abb. 3). Das vorherige Modellieren der kompletten Zahnform aus Wachs führt dazu, dass das spätere Modellieren mit Kunststoff leichter fällt, da man sich schon mit der Größe und Form des Zahnes, wie bei einem Wax-up, auseinandergesetzt hat. Mit einem löffelförmigen Instrument schabte ich die bukkale Seite der Kronen und Teile der Approximalflächen zurück, um von frontal kein Metall zu sehen. Die Kontaktpunkte sollten im Bereich des Metalls liegen. Im zervikalen Bereich der Krone lässt man bei Kompositverblendungen einen Abschlussrand stehen, der vor der Verblendung auf ein Minimum reduziert wird und später mit der Verblendung zurückgeschliffen und poliert wird. Nach dem Ausarbeiten bereitete ich die Flächen für die Verblendung vor. Mit verschiedenfarbigen Kompositmassen gestaltete ich die vestibulären Flächen der Zähne 14 und 23.

Abb. 3: Die vestibulär verblendeten Kronen. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 3: Die vestibulär verblendeten Kronen.

Die hergestellten Kronen werden nun wie vitale Zähne im Kiefer, in die eine Auflage eingearbeitet wurde, verwendet. Der korrekte Sitz ist ausschlaggebend, so kontrollierte ich ihn penibel. Für den Modellguss dublierte ich dann das Modell mit den hergestellten Kronen.

Vorher war es wichtig, sich Gedanken über das Aussehen der fertigen Oberkiefermodellgussprothese zu machen. Da das Originalmodell später die Grundlage ist, auf dem die Arbeit präsentiert wird, sollte die Planung des Modellgusses mit großer Umsicht geschehen. Eventuelle Skizzen, Wachs zum Ausblocken und das Vorbereitungswachs, welches als Platzhalter für den Kunststoff dient, müssen rückstandslos vom Modell entfernbar sein. Dieses Modell dublierte ich nun mit dem Vorbereitungswachs an entsprechender Stelle, um eine Dubliersilikonform zu erhalten. Mit dieser Silikonform wurde im Anschluss das Modell aus Einbettmasse hergestellt. Die Gestaltung der Wachskonstruktion erfolgte auf dem feuerfesten Modell aus Einbettmasse (Abb. 4).

Abb. 4: Wachsmodellation des Modellgusses. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 4: Wachsmodellation des Modellgusses.

Das Aufpassen der Oberkieferplatte sollte, um das Meistermodell zu schonen, auf einem aus Gips hergestellten Dubliermodell geschehen. Im nächsten Schritt mussten passende konfektionierte Zähne für die fehlenden Zähne 24, 25 und 15 ausgesucht werden. Sie sollten sowohl in Größe und Farbe als auch in der Form den vorhandenen Zähnen und den hergestellten Kronen regio 14 und 23 gerecht werden. Die zu ergänzenden Zähne 24 und 25 habe ich mit einem Sattel aus zahnfleischfarbenem Kunststoff versehen, während ich den Zahn 15 mit zahnfarbenem Kunststoff unterlegt habe (Abb. 5).

Abb. 5: Modellguss mit komplementiertem Zahn. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 5: Modellguss mit komplementiertem Zahn.

Die Unterkieferversorgung entsteht

Die Brücke im Unterkiefer sollte ebenfalls „nur“ vestibulär verblendet werden. Aber wer schon einmal eine vestibuläre Verblendung herstellen durfte, weiß von dem Aufwand, der dahinter steckt. Wie bei den Kronen 14 und 23 modellierte ich die zwei Kronen und das Brückenglied für die Region 32–34 vollanatomisch, um sie im Anschluss zu reduzieren. Beim Reduzieren der Kronen muss man schon die spätere Dimension der Zähne fest im Blick haben.

Nach dem Konditionieren und Opakern der Verblendflächen arbeitete ich mit vier verschiedenen Kompositmassen. Mit einem orangefarbenen Ton sorgte ich im zervikalen Bereich für eine wärmere Nuance und im Interdentalraum für mehr optische Tiefe. Nach dem Aushärten unter einem Lichtpolymerisationsgerät applizierte ich die Dentinmasse in der vorgegebenen Grundfarbe. Direkt aus der Kartusche trug ich große Mengen an Komposit auf und formte so die Struktur bzw. die Leisten der Zähne. Das Kompositmaterial war sehr dünnflüssig, welches in seiner Viskosität einer Keramikmasse gleicht.

Einen schönen Effekt erzielte ich dadurch, dass ich die Dentinmasse über den Metallrand hinaus legte – diese „Mamelons“ sind dann später durch die im nächsten Schritt aufgetragenen Schneidemassen hindurch zu sehen. Durch Transpa-Blau erzeugte ich den Eindruck von Tiefe im inzisalen Bereich. Nach dem finalen Auspolymerisieren im Lichthärtegerät wurde die Fläche mit einer dünnen Diamanttrennscheibe und verschiedenen Fräsen bearbeitet. Da die gewählte Restbezahnung Perikymatien aufwies, versuchte ich mit einem kleinen Rosenbohrer, deren Oberfläche nachzuahmen und fräste vorsichtig Linien in horizontaler Richtung hinein.

Das wirklich Schwierige bei der Arbeit war, all die Einzelteile so zu gestalten, dass ein harmonisches Ganzes entsteht (Abb. 6 u. 7). Jeder Teilschritt war so zu planen, dass der nächste Schritt passte. Sauberkeit und Sorgfalt waren dafür unerlässlich.

Abb. 6: Die fertige Arbeit im Oberkiefer. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 6: Die fertige Arbeit im Oberkiefer.
Abb. 7: Das Gesamtergebnis einschließlich der dreigliedrigen Brücke im Unterkiefer. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 7: Das Gesamtergebnis einschließlich der dreigliedrigen Brücke im Unterkiefer.
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Mein Fazit

Die Teilnahme am Gysi-Wettbewerb ist eine große Bereicherung. Ausbilder erkennen die Ernsthaftigkeit und Sorgfalt, mit der ein Auszubildender die Arbeit herstellt. Der Lehrling meistert dabei verschiedene Aufgaben, die ihm und dadurch auch dem Betrieb zugutekommen. Was ich auch erlebt habe: Durch das gemeinsame Besuchen der IDS, bei der man erkennt, wie groß die dentale Welt ist, und das gemeinsame Feiern der Gysi-Preisverleihung entsteht eine enge Beziehung zwischen dem Betrieb und den Azubis. Als Auszubildende wächst man über sich hinaus. Sowohl fachlich als auch persönlich bin ich an Grenzen gestoßen und habe dazugelernt. Ich wünsche jedem Auszubildenden, in einen Betrieb aufgenommen zu werden, der ihm die Teilnahme an diesem Wettbewerb ermöglicht.

Teil 2

Beim Wettbewerb um den Gysi-Preis für Auszubildende ist die Herstellung der Modelle, wie bei der Meisterprüfung, Teil der Aufgabe. Die Goldpreisträgerin des dritten Lehrjahres Laura Martinez berichtet hier, welchem Konzept sie folgte und wie sie Schritt für Schritt vorgegangen ist.

Jeder Teilnehmer muss sich überlegen, wie er es anstellt und was er unternimmt, um zu eigenen und geeigneten Modellen zu kommen. Da die Ansprüche an dieses Modell die im täglichen Laboreinsatz übertreffen, war dies bei meinem Wettbewerbsbeitrag im vergangenen Jahr die erste hohe Hürde, die ich zu nehmen hatte. Was ich in unserem Labor schnell gelernt habe, ist der Satz: „Modelle sind die Visitenkarte des Labors.“ Auf meinen Fall gemünzt hieß das: Sie sind der Präsentierteller der Teilnehmerarbeit. Schon beim ersten Blick lässt sich am Erscheinungsbild des Modells innerhalb von Sekunden ein Urteil über Sorgfalt, Genauigkeit und den Willen zur Qualität der Arbeit fällen. Aus diesem Grund ist es enorm wichtig, seinen Fokus nicht nur auf die zu schaffende Prothetik, sondern eben auch auf die anzustrebenden Modelle zu legen.

Mein Lösungsansatz: Ein Alveolen-Modell

Der „Knackpunkt“ bestand vor allem darin, ein Modell herzustellen, aus dem die Stümpfe herausnehmbar sind. Da im Oberkiefer die Aufgabe lautete, einen Modellguss mit Transversalband zu gestalten (vgl. Teil 1 oben und weiteres unter www.ztm-aktuell.de/martinez), kam ein gewöhnliches Sägestumpfmodell nicht in Betracht. Die Antwort auf die Frage, wie so ein Modell aussehen soll, lautet: Alveolen-Modell! In dem Buch „Symbiosis“ [1] wird diese Modellart als „die Kür in der Gips-Vollmodell-Herstellung, sowohl in Funktion und Präzision als auch im Erscheinungsbild“ beschrieben. Es ist ein sehr anspruchsvolles und zeitaufwendiges Verfahren – doch die Mühe lohnt sich. Das Gefühl, das fertige Alveolen-Modell mit Steckstümpfen in den Händen zu halten, ist unbeschreiblich!

Anpassungen und Kunststoffstümpfe

Der große Vorteil, kein Modell zu erhalten, sondern selbst eines herstellen zu müssen, liegt darin, dass man sich die Kiefersituation selber aussuchen kann. Das Modell sowie die Stümpfe sind so anzupassen, dass man perfekte Konditionen für die Arbeit vorliegen hat. Ich habe dafür zwei schöne Modelle mit vollbezahnten Kiefern und perfekter Interkuspidation nach Vorgaben des Befundes bearbeitet (Abb. 8). Für meine Wettbewerbsteilnahme benötigte ich die Stümpfe 14, 16, 23, 26, 32 und 34. Die Modelle mussten aus Gips angefertigt werden, die Stümpfe durften aus Gips oder Kunststoff hergestellt werden.

Die in unserem Labor vorhandenen vollbezahnten Kiefermodelle, die ich ausgesucht habe, wurden als Erstes mit Silikon dubliert, um Dublierformen zu erhalten (Abb. 9). Diese dienten als Basis für den Herstellungsprozess meiner Prothetik.

Abb. 8: Das Ausgangsmodell mit vollbezahntem Kiefer. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 8: Das Ausgangsmodell mit vollbezahntem Kiefer.
Abb. 9: Herstellung der Silikonformen. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 9: Herstellung der Silikonformen.

Die benötigten Stümpfe stellte ich aus Modellkunststoff her. Um Material zu sparen, ist es ratsam, den nicht benötigten Teil des Kiefers mit Knete auszublocken. In die so entstandenen Fächer der Dublierform goss ich nun Kunststoff (Abb. 10) und gab das Werk zum Polymerisieren in den Drucktopf. Mit einer Trennscheibe werden dafür die Kieferstücke in Segmente getrennt, um sie hinterher mit dem Handstück und einer grobverzahnten Fräse konisch zu schleifen. Wichtig hierbei ist, dass die konische Fläche direkt am zervikalen Rand der anatomischen Krone beginnt. Dieser Rand definiert die Grenze Kunststoff/Gips. Nachdem ich die Stümpfe in die gewünschte Form gebracht hatte, wurden sie noch gepinnt (Abb. 11). Anschließend bearbeitete ich die Stümpfe mit feinkörnigem Schleifpapier weiter und polierte sie mit einer Ziegenhaarbürste und Polierpaste auf Hochglanz. Um später die Führungspins auf eine gemeinsame Höhe trimmen zu können, versah ich sie mit 0,3 mm dicken Wachsdrähten. Es empfiehlt sich, die konische Fläche dünn mit Vaseline zu isolieren, um das Anhaften des Gipses am Kunststoff zu verhindern und das problemlose Herausnehmen der Stümpfe zu ermöglichen.

Abb. 10: Beim Ausgießen der Kunststoffstümpfe. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 10: Beim Ausgießen der Kunststoffstümpfe.
Abb. 11: Die Herstellungsschritte der Kunststoffstümpfe. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 11: Die Herstellungsschritte der Kunststoffstümpfe.

Diese Einzelstümpfe, mit der vorhandenen vollanatomischen Zahnkrone, wurden nun in die Dubliersilikonform eingeklebt (Abb. 12), um für den korrekten Sitz beim Ausgießen des Zahnkranzes mit Gips zu sorgen. Als der Gips abgebunden war, entnahm ich das Modell aus der Silikonform und trimmte es von basal bis zu den Führungspins (Abb. 13). Danach wurden die Kunststoffstümpfe vorsichtig aus den Alveolenfächern herausgedrückt. Hier wird nun genaues Arbeiten belohnt – wer vorher gepfuscht hat, dem werden nun Teile der Gingiva absplittern.

Abb. 12: Kunststoffstümpfe vor dem Ausgießen mit Gips in der Silikonform. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 12: Kunststoffstümpfe vor dem Ausgießen mit Gips in der Silikonform.
Abb. 13: Das Modell vor dem Präparieren der Stümpfe. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 13: Das Modell vor dem Präparieren der Stümpfe.

Letzte entscheidende Schritte

Für den vorgegebenen Befund, sprich die prothetische Ausgangslage, benötigte ich mehrere Schaltlücken. Diese entstanden durch das Wegfräsen der Gipszähne, die sich noch zwischen jeweils zwei Kunststoffstümpfen befanden. Anders als bei einer Patientenarbeit kann/muss man sich hier den Kieferkamm und das marginale Parodontium selbst gestalten (Abb. 14).

Abb. 14: Das fertige Modell mit Schaltlücken und präparierten Stümpfen. Jürgen Rund Dentaltechnik
Abb. 14: Das fertige Modell mit Schaltlücken und präparierten Stümpfen.

Jetzt darf man Zahnarzt spielen!

Die Kronen müssen mit einer Hohlkehlpräparation versehen werden. Dafür fräste ich mit einer konischen Fräse in einem Winkel von ca. 4 Grad um die Krone herum. Zu beachten war, dass die Präparationsgrenze sublingual zu liegen hatte. Das wirklich Tolle, aber auch Unrealistische an diesem Schritt ist, dass man sich den benötigten Platz selbst schaffen kann. Es ist somit ausgeschlossen, dass man hinterher zu wenig Platz für die Verblendung hat! Mit feinem Sandpapier und etwas Wasser gab ich dem Modell nach der Herstellung der Arbeit den letzten Schliff. Die Gipsoberfläche wird durch diesen Schritt wunderbar glatt. Falls vorhanden, kann man diese Oberfläche zusätzlich mit etwas Modellbalsam einreiben. Dies sorgt für einen schönen Seidenglanz.

Damit war mein Modell bereit für die Aufnahme der Prothetik. Vor allem brauchte es nach dieser Mühe den ersten Blick der Jury nicht zu scheuen … und ebenso wenig die eingehende Betrachtung.

Die Teilnahme

Die Gysi-Siegerarbeiten aller Wettbewerbsjahrgänge 2017 (Gold, Silber und Bronze des 2., 3. und 4. Lehrjahres) waren während der gesamten Internationalen Dental-Schau in Vitrinen ausgestellt. Der breite Boulevard zwischen den Hallen, in dem sich diese immer befinden, ist stets stark frequentiert und viele Messebesucher bleiben stehen, um sich alles genau anzusehen. Wir Azubis haben den Bereich zu unserem Treffpunkt erklärt und immer hielten sich welche von uns dort auf. So konnten wir mit den Betrachtern – und diese mit uns – in Kontakt treten und Fragen beantworten.

Ich selbst habe im Februar dieses Jahres meine Gesellenprüfung abgelegt und zähle nun also nicht mehr zum möglichen Teilnehmerkreis. Aber im Sommer 2018 beginnt die Bewerbungsfrist für den nächsten Gysi-Preis. Ich will gerne jedem Appetit machen und Neugierige können sich auf www.facebook.com/gysipreis/ ein Video anschauen. Informationen gibt es außerdem auf www.vdzi.net/schueler-und-auszubildende/der-gysi-preis.html.

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