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DVT in der Implantologie

DZOI identifiziert fünf Schlüsselindikationen

Die digitale Volumentomographie (DVT) hat sich in der Implantologie zum unverzichtbaren diagnostischen Werkzeug entwickelt. Was vor wenigen Jahren noch Spezialfällen vorbehalten war, gehört heute bei vielen implantologischen Eingriffen zum Standard. Der Vorstand des Deutschen Zentrums für orale Implantologie e. V. (DZOI) hat aus seiner langjährigen Praxistätigkeit fünf implantologische Fragestellungen identifiziert, bei denen DVT fachlich relevant ist. Der Fachverband bietet in Kooperation mit Dr. Oliver Müller jetzt auch wieder DVT-Fortbildungen in virtueller Präsenz an.

DVT-Fortbildungen müssen heute gewährleisten, dass neben formalen Qualifikationen auch diagnostische und therapeutische Kompetenzen vermittelt werden, so der DZOI-Vorstand. Dr. O. Müller
DVT-Fortbildungen müssen heute gewährleisten, dass neben formalen Qualifikationen auch diagnostische und therapeutische Kompetenzen vermittelt werden, so der DZOI-Vorstand.
DVT-Fortbildungen müssen heute gewährleisten, dass neben formalen Qualifikationen auch diagnostische und therapeutische Kompetenzen vermittelt werden, so der DZOI-Vorstand.
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Dreidimensionale Diagnostik verändert Behandlungsplanung grundlegend

DVT ermöglicht die dreidimensionale und überlagerungsfreie Darstellung knöcherner Strukturen sowie die präzise Beurteilung anatomischer Risikostrukturen. Besonders relevant ist die Technologie bei Nähe zum Nerv oder zur Kieferhöhle, bei atrophiertem Kieferkamm und schwierigen Positionen im Achter-Bereich. „DVT hat sich vom Spezialtool zum Standard entwickelt, was auch auf die Reduktion der Gerätepreise zurückzuführen ist“, erläutert Dr. Thomas Freiherr von Landenberg, Präsident des DZOI. So unverzichtbar DVT als diagnostische Technik sei, sie stelle selbst KI-unterstützt kein Allheilmittel dar. „Entscheidend bleibt die Erfahrung und Expertise der Behandler, denn schlussendlich tragen der Zahnarzt oder die Zahnärztin die Verantwortung.“

Durch die räumliche Darstellung des Kiefers lässt sich in vielen Fällen deutlich minimalinvasiver vorgehen. Implantatplanungen sind möglich, die mit zweidimensionalem Röntgen nicht realisierbar wären. Die Sicherheit steigt, da anatomische Gegebenheiten wie Nervkanäle, Kieferhöhle oder Nasenboden deutlich besser in ihrer Lage erkennbar sind. Die dreidimensionale Diagnostik verändert die gesamte Behandlungsplanung, weiß DZOI-Vorstand Dr. Axel Wöst: „Risikostrukturen wie Unterkiefernerven oder Knochenlakunen lassen sich darstellen und die Implantatposition kann am prothetischen Bedarf ausgerichtet werden. Darüber hinaus können das Knochenangebot und -volumen um das geplante Implantat bestimmt werden und somit auch das notwendige Augmentat.“ Michael Bauer MSc, Vizepräsident des DZOI, ergänzt: „Die Indikationsgrenze für Implantate ist heute deutlich höher, weil sich mit DVT anatomische Strukturen erkennen und als Implantatlager nutzen lassen, die im zweidimensionalen Röntgen nicht diagnostizierbar wären. Das heißt: In einzelnen Fällen, in denen nach 2-D-Röntgen eine Implantation nicht möglich erschien oder nur mit aufwändigem Knochenaufbau denkbar war, eröffnet die 3-D-Diagnostik zusätzliche therapeutische Optionen.“

Die fünf Schlüsselindikationen für DVT in der Implantologie

Diese fünf Schlüsselindikationen sieht der DZOI-Vorstand für die digitale Volumentomographie in der Implantologie:

1. Nähe zu anatomischen Risikostrukturen
Bei kritischen anatomischen Verhältnissen schafft DVT die nötige räumliche Orientierung für eine verlässliche Beurteilung.

2. Atrophierter Kieferkamm und Knochenvolumenbestimmung
Bei reduziertem Knochenangebot unterstützt DVT die Einschätzung der knöchernen Ausgangssituation.

3. Komplexe Implantatpositionen und Achter-Bereiche
In anspruchsvollen Regionen, insbesondere im posterioren Ober- und Unterkiefer, ist dreidimensionale Diagnostik oft unverzichtbar.

4. Präimplantologische Augmentationsplanung
Für die Vorbereitung augmentativer Maßnahmen liefert DVT eine belastbare Grundlage zur Beurteilung des erforderlichen Knochenaufbaus. Zudem lassen sich Knochenblöcke passgenauer anfertigen und minimalinvasiver einbringen. Die Technik subperiostaler Implantate lebt in digitaler Form wieder auf.

5. Navigation und schablonengeführte Implantation
Für geführte Eingriffe bildet DVT die Basis, um Bilddaten in die digitale Planung einzubinden.

Wo DVT an Grenzen stößt

Trotz der erheblichen diagnostischen Vorteile hat digitale Volumentomographie Grenzen, die Anwender kennen sollten. Vor allem für Anfänger und Wenigimplantierer ist es laut DZOI-Vorstand wichtig, sich nicht allein auf DVT und künstliche Intelligenz zu verlassen. Zu den Punkten, in denen die Technologie die operative Erfahrung nicht ersetzen kann, gehört, dass sich die Knochendichte oder -qualität nicht zuverlässig bestimmen lässt. Zudem bleibt die Unterscheidung zwischen geschlossener und transgingivaler OP unzuverlässig und die je nach Gerätetechnik vorhandene Streustrahlung kann zu Befundungs- und Interpretationsfehlern führen, besonders bei metallischen Restaurationen. Schließlich fordern Versicherungen und Röntgenstellen der Kammern häufig zweidimensionales Röntgen vor DVT.

Forensische Dimension: Aufklärungspflicht und Rechtssicherheit

Neben den diagnostischen Aspekten gewinnt DVT auch aus forensischer Sicht an Bedeutung. „Im Rahmen der Aufklärungspflicht sollte ein Patient über die Vorteile gegenüber zweidimensionalem Röntgen informiert werden“, unterstreicht Michael Bauer MSc. Die bessere Risikobewertung durch DVT führt dabei zu höherer Akzeptanz bei Patientinnen und Patienten.

Was DVT-Fortbildung heute leisten muss

Die Grenzen der digitale Volumentomographie zeigen, dass technische Ausstattung allein nicht reicht. „DVT-Fortbildung muss heute gewährleisten, dass neben formalen Qualifikationen auch diagnostische und therapeutische Kompetenzen vermittelt werden“, sagt Dr. von Landenberg. Wichtig sei ebenfalls, so Michael Bauer MSc, dass Kolleginnen und Kollegen ohne eigenes DVT die Diagnostik und Vorteile kennenlernen, um zu wissen, wann eine Überweisung sinnvoll ist.

DVT-Fachkunde in virtueller Präsenz

Der Bedarf an DVT-Fortbildung ist erheblich. Dr. Oliver Müller aus Tuttlingen hat bereits 115 DVT-Fachkundekurse mit 1.300 Teilnehmenden durchgeführt. „Mir ist wichtig, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nicht nur die formalen Voraussetzungen erfüllen, sondern wirklich einen sicheren Zugang zur DVT-Diagnostik bekommen“, betont der Experte. Es gehe nicht nur um rechtliche und technische Grundlagen, sondern vor allem um die praktische Anwendung, um Befundung und um den Transfer in den Praxisalltag.

Seit kurzem bietet das DZOI in Kooperation mit Dr. Müller die anerkannten Fachkundekurse wieder in virtueller Präsenz an. Das Online-Format ermöglicht deutschlandweit einfachen Zugang und lässt sich flexibel in den Praxisalltag integrieren wahlweise an zwei ganzen Tagen oder verteilt auf vier halbe Tage. Aktuelle Termine: www.dzoi.de

Der Kurs ist gemäß Paragraf 51 Strahlenschutzverordnung anerkannt und beinhaltet die Aktualisierung des Strahlenschutzes für weitere fünf Jahre. Es werden 17 Fortbildungspunkte vergeben. DZOI-Mitglieder zahlen 600 Euro statt regulär 700 Euro.

Quelle: DZOI Deutsches Zentrum für orale Implantologie e.V.

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