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Studien

Erhöhtes Risiko für Parodontitis bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

Die Ergebnisse einer aktuellen Metaanalyse zeigen, dass Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen ein erhöhtes Risiko für Parodontitis haben. Die Mundgesundheit sollte demnach bei CED besonders ernst genommen werden.

Eine Frau verzieht schmerzhaft das Gesicht und hält sich die Hand ans Gesicht. benzoix/freepik
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Kurz und fundiert

  • Erhöhtes Risiko für Parodontitis bei Menschen mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED)?
  • Systematischer Review und Metaanalyse über 11 Studien
  • Statistische Verbindung zwischen CED und Parodontitis
  • Unterschied im Risiko zwischen Colitis ulcerosa (Odds Ratio, OR: 3,14) und Morbus Crohn (OR: 1,99) nicht statistisch signifikant (p = 0,09)
  • Langfristige Studien mit größeren Stichproben notwendig
  • Erforschung zugrundeliegender Mechanismen und Entwicklung von Präventionsstrategien

Mehrere Studien haben bereits eine Verbindung zwischen Zahnfleischerkrankungen und Erkrankungen wie Herzkrankheiten, Diabetes und Schwangerschaft aufgezeigt. Das Ziel einer aktuellen Forschungsarbeit war es, den Zusammenhang zwischen chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED), einschließlich Colitis ulcerosa (CU) und Morbus Crohn (MC), und Parodontitis zu untersuchen.

Zusammenhang zwischen Parodontitis und chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?

Der systematische Review ermittelte Studien in den Datenbanken PubMed, Scopus, Web of Science, ProQuest, Embase, Cochrane und ScienceDirect von 1960 bis 30. Dezember 2024, die den Zusammenhang zwischen Parodontitis und CED untersuchten. Die Qualität der Arbeiten wurde mit der Newcastle-Ottawa-Checkliste bewertet. Das Risiko für Parodontitis wurde mittels Odds Ratio (OR) analysiert. Subgruppenanalysen erfolgten für Colitis ulcerosa und Morbus Crohn.

Metaanalyse über 11 Studien

Insgesamt wurden 11 Studien in die Metaanalyse eingeschlossen. Eine statistische Analyse von 10 Studien zeigte, dass Menschen mit CED ein signifikant höheres Risiko für Parodontitis aufwiesen als Kontrollgruppen ohne CED (Odds Ratio, OR: 2,28; 95 % Konfidenzintervall, KI: 1,73 – 3). Innerhalb der Subgruppen zeigte Colitis ulcerosa ein stärker erhöhtes Risiko (OR: 3,14; 95 % KI: 2,11 – 4,66). Morbus Crohn war ebenfalls mit einem erhöhten Risiko verbunden (OR: 1,99; 95 % KI: 1,4 – 2,83). Der Unterschied zwischen den Subgruppen Colitis ulcerosa und Morbus Crohn war statistisch nicht signifikant (p = 0,09).

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CED ein möglicher Risikofaktor für Parodontitis

Die Ergebnisse der Metaanalyse verdeutlichen, dass CED ein wichtiger Risikofaktor für Parodontitis sein könnte. Die Studienautoren halten weitere Studien zur Erforschung der zugrundeliegenden Mechanismen und der Entwicklung von Präventionsstrategien für erforderlich.

Quelle:  DeutschesGesundheitsPortal / HealthCom

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