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Kauen wirkt sich auf vielfältige Weise positiv auf den Körper aus: Es unterstützt die Mundgesundheit durch das regelmäßige Training der Kiefermuskulatur. Indem wir unser Essen bereits im Mund zerkleinern und mit Speichel vermischen, fördern wir gleichzeitig Verdauung und Nährstoffaufnahme. Gute Kaufähigkeit unterstützt bei Kleinkindern die Sprachbildung und trägt im Alter zum Erhalt der kognitiven Fähigkeiten bei. Studienerkenntnisse deuten darauf hin, dass Kauen die Hirndurchblutung steigert (Momose et al., 1997). Darüber hinaus gibt es Hinweise aus experimentellen und epidemiologischen Studien, dass eine eingeschränkte Kaufunktion mit einem erhöhten Demenzrisiko assoziiert sein könnte (Cerutti-Kopplin, 2016).
Lernen, was wichtig ist
Kauen will früh geübt sein, betont Dr. Christian Rath, Geschäftsführer des Vereins für Zahnhygiene (VfZ): „Idealerweise gehen dafür bereits in der Kindheit gesunde Ernährung, regelmäßige Mundhygiene und Gesundheitsbildung Hand in Hand. Im Alltag von Krippen, Kindergärten und Schulen bedeutet das vor allem, dass Wasser und ungesüßte Getränke, kauaktive Lebensmittel in der Brotdose sowie das regelmäßige Zähneputzen selbstverständliche Bestandteile des Tages sein sollten.“
Eine Investition in die Gesundheit von Kindern – und damit in eine gesunde Zukunft – ist in diesem Zusammenhang die regelmäßige Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen, betont Dr. Justine Röhmel vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV): „In der Gruppe und mit der richtigen Anleitung kaut und putzt es sich einfach besser. Die gesetzlichen Krankenkassen unterstützen die zahnmedizinische Gruppenprophylaxe in Kitas und Schulen, damit bei uns alle Kinder die Chance haben, die Grundlage für eine lebenslange gute Mundgesundheit früh zu erlernen.“
Auch der Bundesverband der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (BZÖG) unterstreicht die Bedeutung der Förderung der Mundgesundheitskompetenz bereits ab dem frühen Lebensalter. Darüber hinaus erkennt er einen erheblichen Unterstützungsbedarf für weitere Bevölkerungsgruppen. Der BZÖG betont zudem die Wichtigkeit zusätzlicher präventiver und gesundheitsfördernder Leistungen durch die Zahnärztinnen und Zahnärzte der Öffentlichen Gesundheitsdienste in speziellen Wohnformen für Menschen mit Einschränkungen und in stationären Einrichtungen der Altenpflege: „Die Stärkung der Zahnärztlichen Dienste und der ambulanten zahnärztlichen Versorgung und nicht der Abbau zahnärztlicher Stellen im Öffentlichen Gesundheitswesen oder die Kürzung von GKV-Leistungen, wie sie aktuell diskutiert werden, sollten zu den zentralen Zielen einer sinnvollen zahnmedizinischen Prävention und Gesundheitsförderung in Deutschland gehören.“
Für eine gesündere Gesellschaft
Lebenslange gute Kaufähigkeit hängt nicht nur davon ab, wie man isst, sondern auch, was man isst. Seit Jahren gibt es einen negativen Trend hin zum Konsum stark verarbeiteter, oft zu weicher Lebensmittel, säurehaltiger Getränke und Snacks wie Riegel und Chips sowie zu überhöhtem Zuckerkonsum. Zuckerreiche Ernährung fördert die Entstehung von Karies und begünstigt Entzündungen des Zahnfleischs, während säurehaltige Getränke Zahnerosionen verstärken. Der Zahnhalteapparat kann durch weiche, wenig kauintensive Lebensmittel nachhaltig Schaden nehmen.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, wie wichtig die lebenslange Förderung der Mund- und Zahngesundheit ist, unterstreicht Dr. Romy Ermler MBA, Präsidentin der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), anlässlich des diesjährigen Aktionstags: „Richtig zubeißen können bringt so viel für die Gesundheit. Ernährung und Kauen verdienen deshalb mehr Aufmerksamkeit. Der Tag der Zahngesundheit erinnert uns daran, dass gesunde Zähne kein Zufallsprodukt sind. Sie sind das Ergebnis bewusster Ernährung, funktionierender Kaufähigkeit, frühzeitiger Prävention und klarer politischer Rahmenbedingungen – für gesunde Münder, gesunde Menschen und insgesamt eine gesündere Gesellschaft.“
Quelle: BZÄK
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