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Reflux-Effekt – oft übersehen
Eine häufig übersehene Infektionsquelle ist der sogenannte Reflux-Effekt. Er kann durch die zuerst genannten Fehler entstehen: Kanülen ohne Nebenlufteinlässe und/oder eine ungünstige Haltung des Saugschlauchs. Unter Reflux versteht man den Rückfluss kontaminierter Flüssigkeiten aus dem Saugsystem in die Mundhöhle des Patienten. Ein solcher Rückfluss kann auftreten, wenn die Kanülenspitze durch angesaugtes Weichgewebe verschlossen wird oder der Absaugschlauch – bei gleichzeitig geringer Saugleistung – oberhalb des Patienten geführt wird.*Ein kurzzeitiges Ansaugen von Weichgewebe (z. B. Wange oder Zunge) lässt sich nicht immer vermeiden. Um trotzdem einem Reflux vorzubeugen, empfiehlt das Robert Koch Institut (RKI) die Verwendung von Absaugkanülen mit Nebenlufteinlässen (Abb. 1). Diese Kanülen gewährleisten auch bei Verblockung der Spitze einen konstanten Sog aus dem Saugsystem. Zudem sollte auf die korrekte Schlauchführung während der Behandlung geachtet werden, um schwerkraftbedingten Rückfluss zu verhindern. Mit diesen beiden einfachen Maßnahmen lässt sich der Infektionsschutz in der Praxis merklich verbessern.
Reale Gefahr: keimbelastete Sauganlagen
Die Infektionsprävention beginnt bereits auf Anlagenniveau — häufig in der Technikzentrale im Keller, wo die Sauganlage steht. Nur ein leistungsfähiges Saugsystem kann infektiöse Sekrete und Aerosole effektiv entfernen. Ein entscheidender Einflussfaktor ist die fachgerechte Reinigung und Desinfektion. Ohne regelmäßige Pflege können sich in den Leitungen zwischen Behandlungsstuhl und Sauganlage sowie in der Anlage selbst organische Ablagerungen (z. B. Speichel, Dentin, Blut) bilden. Solche Beläge bieten einen Nährboden für Keime und verringern gleichzeitig die Saugleistung durch langfristige Leitungsverengung; im schlimmsten Fall kann das System ausfallen (Abb. 2). Außerdem stellen anorganische Stoffe wie Prophylaxepulver, „Prophylaxe Pearl“-Produkte und Kalk zunehmende Herausforderungen dar. Zur Vorbeugung ist eine Kombination aus einem milden, alkalischen Desinfektionsmittel (täglich) und einem säurehaltigen Reiniger (zweimal wöchentlich) zu empfehlen. So lassen sich organische wie anorganische Ablagerungen wirksam reduzieren. Voraussetzung ist die regelmäßige Anwendung und die korrekte Dosierung entsprechend den Herstellerangaben.
Achtung: Schaum im Saugsystem
In einigen Praxen werden Haushaltsreiniger am Mundspülbecken oder andere stark schäumende Produkte zur Reinigung und Desinfektion des Saugsystems eingesetzt. Dies kann die Sauganlage dauerhaft schädigen. Gelangen solche Reiniger in das System und bis zur Sauganlage, beeinträchtigt der entstehende Schaum deren Funktion erheblich und führt im schlimmsten Fall zum Ausfall (Abb. 3). Getrockneter Schaum lagert sich schichtweise ab, wodurch Leistungseinbußen und Defekte entstehen können. Verwenden sollte man daher ausschließlich Reinigungs- und Desinfektionsmittel, die speziell für Saugsysteme und Mundspülbecken zugelassen sind. Denn bei unsachgemäßem Gebrauch kann der Hersteller Haftung und Gewährleistung ablehnen.
Dürr DentalFazit
Verwenden Sie Absaugkanülen mit Nebenlufteinlässen, achten Sie auf die korrekte Führung des Saugschlauchs und sorgen Sie für eine regelmäßige, korrekt dosierte Reinigung und Desinfektion der Sauganlage. So reduzieren Sie Reflux Risiken, erhalten die Saugleistung und verbessern den Infektionsschutz für Patienten und Praxisteam.
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