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Die Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten insgesamt deutlich verbessert. Gleichzeitig zeigen aktuelle wissenschaftliche Daten – insbesondere aus der Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS 6) – eine ausgeprägte Polarisierung der Krankheitslast: Ein Großteil der Kinder ist kariesfrei, während sich die tatsächliche Karieslast auf eine vergleichsweise kleine Gruppe konzentriert [1]. Diese „Kariespolarisation“ betrifft nach aktuellen Auswertungen etwa 20 Prozent der Kinder [2].
Studien zeigen, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien ein höheres Risiko für frühkindliche Karies und unbehandelte orale Erkrankungen aufweisen. Ursachen sind unter anderem Unterschiede in Gesundheitskompetenz, Ernährung, Inanspruchnahme präventiver Angebote sowie strukturelle Faktoren wie Bildungsniveau und Lebensumfeld [3, 4].
„Trotz aller Fortschritte sehen wir, dass Fortschritte in der Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland ungleich verteilt sind. Gerade im sozialen Spannungsfeld entscheidet sich früh, wie sich die orale Gesundheit entwickelt. Hier müssen wir gezielt ansetzen“, so Dr. Romy Ermler, Präsidentin der BZÄK. „Mit dem Praxis-AWARD Prävention wollen wir Projekte sichtbar machen, die genau dort wirken, wo der Bedarf am größten ist – bei Kindern und Jugendlichen in herausfordernden Lebenslagen.“
Dr. Andreas Syrek, Professional Oral Care Director bei CP GABA, ergänzt: „Die Ergebnisse aktueller Studien zeigen klar, dass klassische Präventionsansätze allein nicht ausreichen. Erfolgreiche Konzepte berücksichtigen das soziale Umfeld, arbeiten interdisziplinär und erreichen Familien in ihrem Alltag – etwa in Kitas, Schulen oder sozialen Einrichtungen. Diese Ansätze möchten wir gezielt fördern.“
Präventive Praxisprojekte gesucht: Ab sofort bewerben
Mit dem „PraxisAWARD Prävention“ zeichnen die Initiatoren im zweijährigen Turnus innovative Präventionsprojekte aus der Praxis aus. Gesucht werden 2026 Projekte zum Thema „Mundgesundheit bei Kindern und Jugendlichen im sozialen Spannungsfeld“. Die Projekte können sowohl aus der Zahnmedizin als auch aus interdisziplinären Kontexten stammen – beispielsweise aus Pädagogik, Sozialer Arbeit oder dem öffentlichen Gesundheitswesen. Besonders gefragt sind Ansätze, die soziale Determinanten von Gesundheit berücksichtigen, vulnerable Gruppen erreichen und nachhaltige Präventionsstrukturen schaffen. Eingereicht werden können nur Projekte, die sich bereits in der Umsetzung befinden oder kurz davorstehen.
Die ersten drei Preisträgerinnen und Preisträger erhalten insgesamt 10.000 Euro. Zusätzlich werden sie durch ein „Öffentlichkeitsarbeits-Paket“ unter-stützt, um ihre Projekte einer breiteren Fachöffentlichkeit sichtbar zu machen und sie weiterzuentwickeln.
Die Bewerbungen können ab sofort bis einschließlich 20. September 2026 eingereicht werden. Es werden ausschließlich digitale Bewerbungen akzeptiert. Das entsprechende Bewerbungsformular kann unter folgenden Links heruntergeladen werden: https://www.cpgabaprofessional.de/kooperationspartner/bzaek https://www.bzaek.de/fileadmin/b/PraxisAWARD_Praevention_Bewerbungsbogen_2026.pdf
Quelle: CP GABA GmbH und BZÄK
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