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Das Prinzip der digitalen Vollfarbrevolution in der Abrechnung

Monolithische Multimaterial-Fertigung im 3D-Druck

Während bei herkömmlichen digitalen Verfahren oft Basis und Zähne separat gedruckt und anschließend manuell verklebt werden, markiert die monolithische Multimaterial-Jetting-Technologie einen entscheidenden Wendepunkt in der dentalen Fertigung. Eine detaillierte Aufführung von Arbeitsschritten und Material hilft bei einer korrekten und wirtschaftlichen Abrechnung.

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Moderne Hochleistungs-Drucksysteme nutzen heute das Verfahren des Material-Jettings, bei dem mikroskopisch kleine Tröpfchen photopolymerisierender Harze schichtweise aufgetragen und unmittelbar durch UV-Licht ausgehärtet werden. Der technologische Durchbruch liegt in der simultanen Verarbeitung verschiedener Grundfarben und Transparenzstufen innerhalb eines einzigen Druckvorgangs. Dadurch können Gingiva-Anteile, Zahnfarben und interne Strukturen (wie Dentinkerne oder Schichtungsverläufe) ohne Unterbrechung als ein zusammenhängendes monolithisches Werkstück produziert werden. Die technischen und klinischen Vorteile des Verfahrens liegen auf der Hand:

  • Vermeidung von Schwachstellen: Durch den Wegfall der manuellen Montage und Verklebung von Zähnen auf der Prothesenbasis wird das Risiko von Zahnablösungen – eine der häufigsten Fehlerquellen bei konventionellen oder geklebten digitalen Prothesen – technisch eliminiert.
  • Präzision und Passform: Mit einer Schichtauflösung im Mikrometerbereich (≈19 µm) und der Verwendung wasserlöslicher Stützstrukturen wird eine außergewöhnliche Design-Genauigkeit erreicht. Die geringe Polymerisationsschrumpfung im Vergleich zu Standardverfahren sorgt für eine exzellente Passgenauigkeit an der Schleimhaut und reduziert die Remontage-Zeiten am Patienten.
  • Individuelle Ästhetik via Software: Die optische Gestaltung (Farbe, Transluzenz, Kapillareffekte) erfolgt rein digital über die Steuerungssoftware. Dies erlaubt eine Reproduzierbarkeit, die im manuellen Workflow kaum zu erreichen ist. Zudem können Patientendaten dauerhaft gespeichert werden, was die schnelle Neuanfertigung einer identischen Ersatzprothese bei Verlust oder Bruch ermöglicht.
  • Skalierbarkeit im Labor: Die Möglichkeit, eine Vielzahl unterschiedlicher Patientenarbeiten gleichzeitig auf einer Bauplattform zu fertigen („Mixed-Tray-Produktion“), optimiert die Laborabläufe signifikant und begegnet effektiv dem steigenden Kostendruck sowie dem Mangel an hochspezialisierten Technikerinnen und Technikern. Durch diese technologiegestützte Fertigung wird der Zahnersatz von einem handwerklichen Einzelstück zu einem hochpräzisen, digital validierten Medizinprodukt, das Ästhetik und funktionale Langlebigkeit prozesssicher vereint. Diese Materialerweiterung lässt langfristig eine Vielzahl an Anwendungsbereichen zu.

Fazit I

Die monolithische Fertigung im 3D-Druck ist mehr als nur eine schnellere Produktionsmethode; sie ist eine Neudefinition der prothetischen Qualität. Für den Behandler bedeutet dies weniger Einschleifmaßnahmen am Behandlungsstuhl, eine höhere Patientenzufriedenheit durch überlegene Ästhetik und eine präzise kalkulierbare Kostenstruktur, wie das folgende Abrechnungsbeispiel verdeutlicht. BEL II lässt diese Technik bei einer Regelversorgung nicht zu – die Versorgung wird mindestens gleichartig.

Die Abrechnung

Beispiel I

Patient PKV

  • OK/UK-Totalprothese monolithisch gedruckt
  • Erstabformung konventionell (Alginatabformung)
  • Bissnahme auf gedruckten Basen
  • In der Zahnarztpraxis wird die Bissnahme unterfüttert, mit einem Gesichtsbogen verschlüsselt und dem Labor zugesendet.
  • Try-In-Prothese zur Anprobe
BEB 97Berechenbare LeistungMengeAnmerkung
0732Desinfektionje
0002Modell aus Superhartgips2
0xxx3D-Druck Auftragsanlage1neue Leistung
0xxxCAD Modell einscannen2neue Leistung
0xxxCAD Modell ausblocken2neue Leistung
1xxx3D Basis, konstruiert2neue Leistung
0xxxCAD Konstruktionsgrenze festlegenjeneue Leistung
0xxxCAD/CAM digitaler Datenversandjeneue Leistung
1xxx3D Basis, gedruckt2neue Leistung
1111Bisswall aus Wachs, auf Basis2neue Leistung
0701Versand je Versandgang2neue Leistung
Bissnahme wird in der Zahnarztpraxis unterfüttert und mit einem Gesichtsbogen verschlüsseltneue Leistung
0xxxCAD Abdruck einscannen2neue Leistung
0xxxCAD Modell/Kieferrelation scannen1neue Leistung
0xxxCAD Scandaten matchen1neue Leistung
0xxxCAD Modell vermessen2neue Leistung
0xxxCAD Modell ausblocken2neue Leistung
0xxxCAD Abdecken eines Kieferteiles1neue Leistung
0xxxCAD/CAM Nutzung virtueller Artikulator1neue Leistung
0xxxCAD/CAM Werte vom digitalen Übertragungsbogen übernehmen1neue Leistung
0xxxCAD/CAM Anpassung individueller Artikulator1neue Leistung
6xxxCAD Konstruktion Totalprothese, je Kiefer2neue Leistung
6xxxCAD Aufstellen, Grundeinheit2neue Leistung
6xxxCAD Aufstellen, je Zahneinheit28neue Leistung
6xxxCAD Grundeinheit Basisgestaltung2neue Leistung
6xxxCAD Basisgestaltung UK1neue Leistung
6xxxCAD Basisgestaltung OK1neue Leistung
6xxxCAD Ausrichtungsebene festlegen1neue Leistung
6xxxCAD Anpassung Okklusionskollision1neue Leistung
6xxxCAD Anpassen Gaumenstruktur1neue Leistung
6xxxCAD Design Frontzahn12neue Leistung
6xxxCAD Design Seitenzahn16neue Leistung
6xxxCAD Design Try-In-Prothese zur Anprobe, je Kiefer2neue Leistung
6xxxCAM Try-In-Prothese zur Anprobe, je Kiefer2neue Leistung
0701Versand je Versandgang2
Anprobe Try-In-Prothese, neue Bissnahme
0xxxCAD/CAM Anpassung individueller Artikulator1neue Leistung
6xxxCAM Zahn, Hochleistungspolymer28neue Leistung
6xxxCAM Totalprothese2neue Leistung
6xxxCAM Finish, je Kiefer2neue Leistung
0701Versand je Versandgang1
Mat.Druckmaterialjefür Basis der Bissnahme
Mat.Druckmaterialjefür Prothese

Tipp: Erfassen Sie die einzelnen Arbeitsschritte, die materialunspezifisch formuliert werden sollten. Dies ermöglicht einen (späteren) Materialwechsel bei gleichen Prozessschritten. Das Zusammenfassen von verschiedenen Prozessschritten zu einer „Gesamtleistung“ ist nicht empfehlenswert. Das Ziel ist eine größtmöglich individuelle Darstellung der erbrachten Leistung. Die Vorteile ergeben sich u.a., wenn unterschiedliche Verfahren in einem Betrieb angewendet werden. Bei dem Anlegen von neuen Leistungen sollte unbedingt die Eingruppierung in die richtigen Hauptgruppen berücksichtigt werden.

Beispiel II

Patient PKV

  • OK abnehmbare Stegversorgung, 4 Implantate Regio 16, 13, 22, 25
  • Steg primär/sekundär NEM gefräst, auf Ti-Base verklebt
  • Friktionselemente distal 16, 25
  • Gingiva und Verblendung monolithisch gedruckt und auf dem Sekundärsteg verklebt
  • Abformung konventionell
BEB 97Berechenbare LeistungMengeAnmerkung
0732Desinfektionje
0002Modell aus Superhartgips2
0302Modell vermessen1
0303Modell ausblocken1
0xxxCAD/CAM Auftragsanlage1neue Leistung
0xxxCAD Modell einscannen1neue Leistung
0xxxCAD Konstruktionsgrenze festlegenjeneue Leistung
1xxx3D-Druck Funktionslöffel für Implantate, offene Abformung, konstruiert1neue Leistung
1xxx3D-Druck Funktionslöffel für Implantate, offene Abformung, gedruckt1neue Leistung
1xxx3D-Druck Kamingestaltung für Implantatabformung, je Abformpfosten4neue Leistung
0701Versand je Versandgang2
Implantatabformung in der Zahnarztpraxis
0224Modellimplantat repositionieren4
0225Implantatpfosten auf Modellierimplantat aufschrauben4
0223Zahnfleischmaske, abnehmbar4
0010Spezialmodell1
0xxxCAD Modell einscannen1neue Leistung
1xxx3D-Druck Basis aus Kunststoff, auf Implantat, konstruiert1neue Leistung
1xxx3D-Druck Basis aus Kunststoff, auf Implantat, gedruckt1neue Leistung
1111Bisswall aus Wachs, auf Basis1
0701Versand je Versandgang2
Bissnahme und Anwendung eines Gesichtsbogens in der Zahnarztpraxis
0253Split-Cast-Sockel an Modell2
0405Modellmontage in individuellen Artikulator II1
0408Montage eines Gegenkiefermodelles1
0xxxCAD Modell einscannen2neue Leistung
0xxx3D-Druck Modell – Design1neue Leistung
0xxxCAD Emergenzbereich scannen, je Implantat4neue Leistung
0xxx3D-Druck Spezialmodell – Design1neue Leistung
0xxxCAD/CAM Implantatpfosten auf Modellierimplantat4neue Leistung
0xxxCAD Modell/Kieferrelation scannen1neue Leistung
0xxxCAD Scandaten matchen1
0xxxCAD Modell vermessen1
0xxxCAD Modell ausblocken1
0xxxCAD/CAM Nutzung virtueller Artikulator1
0xxxCAD/CAM Werte vom digitalen Übertragungsbogen übernehmen1
0xxxCAD/CAM Anpassung individueller Artikulator1
3xxxCAD Konstruktion Mono-Abutment-Doppelkrone, primär4neue Leistung
3xxxCAD Vorbereitung Friktionselement an Doppelkrone, primär4neue Leistung
3xxxCAM Doppelkrone, primär4neue Leistung
3xxxCAD Konstruktion Steg, primär, je Zahneinheit7
3xxxCAM Steg, primär, je Zahneinheit7
2972Aufwand zu Suprastruktur bei verschraubbarem Implantat4
0019Frässockel1
0118Implantatfrässtumpf4
1201Übertragungskappe aus Kunststoffje
3xxxCAD Einscannen Primärkrone7neue Leistung
3xxxCAD Einscannen Steg, primär1neue Leistung
3xxxCAD Konstruktion Doppelkrone, sekundär4neue Leistung
3xxxCAM Doppelkrone, sekundär4neue Leistung
3xxxCAD/CAM Doppelkrone, sekundär anpassen und Friktion einstellen4neue Leistung
3xxxCAD/CAM Vorbereitung Friktionselement an Doppelkrone, sekundär4neue Leistung
3xxxCAD Konstruktion Steg, sekundär, je Zahneinheit7neue Leistung
3xxxCAM Steg, sekundär, je Zahneinheit7neue Leistung
2981NEM Zuschlag28neue Leistung
3xxxCAM-Einheit – manuelle Feinjustage unter Stereomikroskop (Steg, je Zahneinheit)28neue Leistung
4xxxCAD Konstruktion Retention3neue Leistung
4xxxCAM Retention3neue Leistung
2965Zuschlag für Arbeiten unter Stereomikroskop28neue Leistung
6xxxCAD Aufstellen, Grundeinheit1neue Leistung
6xxxCAD Aufstellen, je Zahneinheit14neue Leistung
6xxxCAD Grundeinheit Basisgestaltung1neue Leistung
2xxxCAD Zahnfleisch, konstruiert14neue Leistung
2xxxCAM Zahnfleisch14
6xxxCAD Ausrichtungsebene festlegen1
6xxxCAD Anpassung Okklusionskollision1
6xxxCAD Anpassen Gaumenstruktur1
6xxxCAD Design Frontzahn6neue Leistung
6xxxCAD Design Seitenzahn8neue Leistung
6xxxCAM Zahn, Hochleistungspolymer14neue Leistung
5307Metallfläche konditionieren22neue Leistung
5309Kunststofffläche konditionieren14neue Leistung
5xxxVerklebung22neue Leistung
0701Versand je Versandgang1neue Leistung
Mat.Druckmaterialjeneue Leistung
Abformlöffel
Mat.Druckmaterialjeneue Leistung
Mat.NEM28neue Leistung
Mat.Implantatmaterial4neue Leistung

Auch wenn die Aufstellung sehr umfangreich erscheint, beschreibt dieses Beispiel den tatsächlichen Aufwand.

Fazit II

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Neue Materialien erzeugen neue Möglichkeiten in der Abrechnung. Diese sollten auf jeden Fall auch mit neuen Leistungen beschrieben und individuell betriebswirtschaftlich kalkuliert werden. Ebenso sollte auch nicht vergessen werden, das verwendete Material aus der „Hauptleistung“ herauszunehmen und separat als Material zu berechnen. Dies ermöglicht eine flexible Anpassung von Materialpreisen, ohne den Preis der jeweiligen Leistungsposition zu verändern.

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