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Die Ergebnisse des Ausbildungsreports 2025 zeichnen ein kritisches Bild für den Beruf der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA). Mehr als ein Drittel der Auszubildenden ist unzufrieden, fast die Hälfte fühlt sich im Arbeitsalltag überfordert. Zu den häufigsten Kritikpunkten zählen die Ausübung ausbildungsfremder Tätigkeiten, unzureichende Betreuung und schlecht erklärte Arbeitsvorgänge. Davon betroffen ist auch ein zentraler und zugleich anspruchsvoller Aufgabenbereich im Berufsalltag von ZFAs: das Röntgen.
Viele Praxen verfügen lediglich über ein einziges Röntgengerät, haben kaum Kapazitäten für angeleitetes Üben und bieten keine Möglichkeit, Fehlertraining ohne Strahlenexposition zu wiederholen. Dabei erhöht unzureichende Schulung auf diesem Gebiet erfahrungsgemäß die Belastung durch Röntgenstrahlen bei Patientinnen und Patienten und mindert die Diagnosesicherheit. Es rückt die Frage in den Fokus, wie Zahnarztpraxen angehende ZFAs trotz hohem Workload und begrenzter Ressourcen praxisnah, risikoarm und nach aktuellen Standards in bildgebenden Verfahren ausbilden können.
Realistisches Training ohne Strahlenrisiko
Eine Antwort darauf liefert der erste VR-Röntgentrainer für Zahnmedizinische Fachangestellte an Berufsschulen – eine immersive Simulation, die eine Zahnarztpraxis abbildet. Im Rahmen ihres Gemeinschaftsprojekts verknüpfen CAT Production und QM Interactive langjährige Expertise in medizinischer Visualisierung und VR-Medizin-Entwicklung mit hoher didaktischer sowie medienpädagogischer Kompetenz.
Ein animierter Patienten-Avatar mit medizinisch korrekter 3D-Anatomie gewährt realitätsnahes Üben direkt am virtuellen Kiefer (Abb. 1 und 2). Für ein pädagogisch fundiertes Lernsetting sollen zukünftig visuelles Feedback, ein Prüfungsmodus sowie erweiterbare Lernmodule sorgen. Eine „Schulterblick-Funktion“ erlaubt schon jetzt, das VR-Erlebnis einer Schülerin oder eines Schülers auf eine interaktive Tafel oder ein Tablet zu spiegeln. Auf diesem Wege verfolgen Lehrkräfte die Abläufe in Echtzeit mit, können gezielt Feedback geben und bei Bedarf moderierend eingreifen. So fördert der VR-Röntgentrainer ein gemeinsames, kollaboratives Lernen. Die Anwendung ist erweiterbar und kann bequem mithilfe von Updates weitere Inhalte am Puls der zahnmedizinischen Entwicklung bereitstellen. Der vorgegebene Lehrplan und die Vermittlung der Inhalte können somit bei gleichzeitig sinkenden Kosten die Notwendigkeit teurer Systeme und umfangreiches Printmaterial ersetzen. Der Gebrauch mehrerer VR-Brillen gestattet paralleles, effizientes Lernen in der Berufsschulklasse.
Emerging Tech im Klassenzimmer
Im Zuge einer Testphase konnten die Lehrkräfte der BS ZFA München die aktuelle Version des VR-Röntgentrainers mit kleinen Lerngruppen erproben: „Wir setzen den VR-Trainer zur gezielten Vertiefung und Ergänzung der Grundlagen der Röntgentechnik ein. Er befähigt Schülerinnen und Schüler, ihr Fachwissen unmittelbar in einer konkreten Handlung umzusetzen“, beschreibt die Dozentin Laura Mutzl. Statt auf teure Geräte angewiesen zu sein, schafft die VR-Simulation einen virtuellen Raum, in dem ZFA-Azubis komplexe Abläufe sicher und strukturiert üben können. Darunter fällt auch die Auswahl, der Zusammenbau und das präzise Einsetzen von Röntgenhaltern für intraorale Aufnahmen.
„Die VR-Umgebung bietet einen Safe Space für angstfreies Lernen und verbindet die Theorie mit der Praxis“, schildert Mutzl und weiter: „Die haptische Komponente hilft, Arbeitsprozesse nachhaltig zu verinnerlichen, während kontextbezogene Wissensfragen die fachliche Basis beim Röntgen stärken.“ Aushilfslehrkraft Alice König-Kac ergänzt: „Die abwechslungsreiche Gestaltung erleichtert das Lernen, steigert die Motivation und bietet den Schülern die Gelegenheit, arbeitsnahe Erfahrungen zu sammeln, die im regulären Alltag oft schwer zugänglich sind.“
Lob aus der Schülerschaft
Das Feedback der angehenden ZFAs zeigt, dass der Umgang mit dem VR-Röntgentrainer nach kurzer Eingewöhnungsphase gut verständlich ist. Zwar empfanden einige den Einstieg zunächst als herausfordernd, mit zunehmender Vertrautheit jedoch nahmen die Azubis die Anwendung benutzerfreundlich wahr. Lernende mit ersten Praxiserfahrungen schätzen die Möglichkeit, Abläufe selbstständig zu wiederholen, Fehler machen zu dürfen und umgehend Rückmeldung zu erhalten. Die Testphase belegt, dass das virtuelle Training vor allem Einsteigerinnen und Einsteiger intensiv auf den Umgang mit dem Röntgengerät vorbereitet. Routiniertere Schüler hingegen beurteilten den direkten Austausch und die zügige Resonanz im Arbeitsalltag teilweise als hilfreicher. Insgesamt bewertet die Schülerschaft das VR-Training als bereichernde Ergänzung zur Praxis, die Lernbereitschaft und -freude erhöht und ihnen als Auszubildenden mehr Übungszeit einräumt.
„Mit dem VR-Röntgentrainer geben wir unseren Schülern die Möglichkeit, risikofrei und im individuellen Lerntempo mehr Routine in bildgebenden Verfahren aufzubauen“, betont Projektinitiatorin Olga Ebert. „Gerade beim Röntgen sind Präzision und Handlungssicherheit entscheidend. Wenn Auszubildende Praxisabläufe eigenständig und wiederholt in der Theorie durchspielen, stärkt das ihr Vertrauen in die eigene Arbeit – und wirkt sich unmittelbar auf die Qualität der Patientenversorgung aus. Zugleich müssen Ausbildungen im Gesundheitswesen mit technologischen Entwicklungen Schritt halten. Der VR-Trainer schafft eine moderne Lernumgebung, die Theorie und Praxis sinnvoll miteinander verzahnt. So investieren wir in eine zukunftsfähige Ausbildung und fördern die Kompetenzen der Fachkräfte von morgen“, fasst Frau Ebert zusammen.
Ausblick
Mit dem finalen Roll-out plant die BS ZFA München die flächendeckende Verwendung des VR-Trainers in allen elften Klassen. Er soll die Unterrichtenden dann dabei unterstützen, die Inhalte des Lernfelds 12 – Anwendung bildgebender Verfahren und Strahlenschutzmaßnahmen – praxisnah zu vermitteln. Für die zwölften Klassen ist der Einsatz der VR-Lösung zur effektiven Prüfungsvorbereitung vorgesehen.
„Unser digitaler Röntgentrainer ist ein Meilenstein für die ZFA-Ausbildung. In den Berufsschulen ist der Bedarf an unserer Lösung sehr hoch – nicht zuletzt, da aus Sicherheitsgründen und finanziellen Aspekten analoge Röntgentrainerausstattung für die Schulen nicht leistbar sind und meist nur ein Übungskopf für Zahnmedizin für eine komplette Berufsschule vorhanden ist“, erklärt Quirin Münch, Gründer von QM Interactive sowie Geschäftsführer der CAT Production. Der VR-Röntgentrainer entstand – gefördert vom Film-Fernseh-Fonds Bayern – in Kooperation mit der Städtischen Berufsschule für ZFA in München sowie der Ludwig-Maximilians-Universität München. Er ist im Lizenzmodell für Berufsschulen und Zahnarztpraxen zur Fortbildung und Stärkung der zahnmedizinischen Röntgenkompetenz verfügbar.
Quelle: QM Interactive GmbH
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