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Weitere Faktoren, wie die angemessene Verarbeitungstechnik, sind zweitrangig. Unser Hauptziel ist es stets, eine naturgetreue Ausstrahlung der finalen Restauration zu erzielen.LT (Low Translucency) eignet sich am besten für Dentinrestaurationen. Durch Cut-back wird Platz für das Auftragen von Inzisal-Pulvern geschaffen, was zu einer natürlichen Harmonie führt. MT (Medium Translucency) ist ideal für den Inzisalbereich. Ein Mikro-Cut-back ermöglicht den Aufbau mit Inzisal-Pulvern, wodurch die Transluzenz erhöht und ein stufenloser Farbübergang von Zahnhals zu Inzisalkante erzielt wird.
Praxisbeispiel mit Fokus auf Ästhetik und Patientenwunsch
Im vorliegenden Fall entschied sich die Patientin bewusst für die Bleach-Farbe BL4, um helle, aber dennoch natürlich aussehende Zähne zu erhalten. Die Wahl fiel auf einen passenden BL-Rohling. Der Fokus lag auf der Reproduktion der mehrschichtigen Effekte eines natürlichen Zahns (Abb. 1 und 2).
Behandlungsplan
Zur Wiederherstellung von Funktion und Ästhetik wurde ein individueller Behandlungsplan erstellt. Der gewählte Versorgungsansatz gliedert sich wie folgt:
- Oberkiefer: Einzelzahnkronen im Frontzahnbereich und eine dreigliedrige Brücke im Seitenzahnbereich
- Unterkiefer: Veneers im Frontzahnbereich und Einzelzahnkronen im Seitenzahnbereich
Nach der Beurteilung der Präparationstiefe fiel die Wahl auf IPS e.max CAD LT-Blöcke in der Farbe Bleach 2 (BL2). Diese bieten eine Kombination aus Bleach-Helligkeit und der Möglichkeit, die natürlichen Zahnschichten zu reproduzieren. Die Blöcke mit niedriger Transluzenz (LT) maskieren die gelbliche Verfärbung der verbleibenden Zahnhartsubstanz (Stumpf) effizient und bieten somit eine ideale Grundlage für eine Individualisierung mit Malfarben oder Schichtmassen. Grundlage dieser Entscheidung waren die während des Mock-ups festgelegten Präparationstiefen. Der IPS e.max CAD LT BL2-Block unterstützt die hohe Helligkeit der gewünschten Endfarbe BL4. Es ist wichtig zu beachten, dass eine keramische Schichtung die wahrgenommene Helligkeit der darunterliegenden Struktur leicht reduzieren kann. Um diesem Effekt entgegenzuwirken, empfiehlt es sich – insbesondere bei geplanten Cut-backs – einen Block zu wählen, der eine Farbstufe heller als die angestrebte Endfarbe ist (Abb. 3 bis 5).
Cut-back-Technik für natürliche Transluzenz und Tiefenwirkung
Ich habe mich entschieden, bei den zentralen und lateralen Schneidezähnen des Unter- und Oberkiefers die Cut-back-Technik einzusetzen, um eine ausdrucksstarke Schmelzschicht auf die Basis aufbringen zu können. Durch dieses Vorgehen konnten sowohl die Transluzenz der Restauration verbessert als auch ein stufenloser Farbverlauf erzeugt werden, der der natürlichen Zahnstruktur sehr nahekommt (Abb. 6 und 7).
Individuelle Charakterisierung im Inzisalbereich
Eine präzise Charakterisierung der Schneidekante ist eine Möglichkeit, individuelle Patientenwünsche umzusetzen. Unsere Aufgabe als Zahntechniker ist es, Patientinnen und Patienten zu beraten, indem wir ihnen visuelle, individuelle Beispiele präsentieren und sie so fundiert bei ihren Entscheidungen unterstützen (Abb. 8).
Zum Beispiel können wir die Beziehung zwischen dem Erscheinungsbild von Mamelons und dem Alter erläutern und verdeutlichen, wie gewisse Charakterisierungen zu einem natürlichen, jugendlichen Aussehen beitragen. Zeigt man den Patienten unterschiedliche Beispiele für natürlich wirkende Charakterisierungen im Inzisalbereich und verschiedene Transluzenzstufen, können diese die möglichen Optionen besser verstehen. Möchte beispielsweise ein Patient ein jugendliches Lächeln erhalten, um jünger zu wirken, kann die Anpassung der Transluzenzstufe eine Option sein.
Im vorliegenden Fall äußerte die Patientin eine klare Präferenz für eine relativ hohe Transluzenz mit natürlicher Charakterisierung im Inzisalbereich (Abb. 9 und 10).
Materialwahl
Sowohl CAD/CAM-Keramik als auch Presskeramik liefern exzellente ästhetische und funktionelle Resultate. Um den Entscheidungsprozess zu vereinfachen, wann welches Material zum Einsatz kommt, habe ich eine Methodik entwickelt. In der Regel basiert meine Entscheidung auf dem Verhältnis zwischen Effizienz und den spezifischen Anforderungen des Falles. In meiner täglichen Arbeit übertrifft der digitale Workflow mit CAD/CAM-Keramik in den meisten Fällen die Presstechnik in Bezug auf Effizienz. Zwei Hauptfaktoren tragen dazu bei: Erstens entfällt hier der Presskanal, der die Form des Inzisalbereichs verzerren kann. Zweitens kann das Material vor der Kristallisation – also im „blauen Zustand“ – intraoral einprobiert werden und ermöglicht so präzise Anpassungen von Zahnlänge und Lachlinie vor der Finalisierung der Restauration. Aus diesem Grund fertige ich heute 95% meiner Lithium-Disilikat-Fälle aus CAD/CAM-Keramik.
Die verbleibenden 5% sind für Presskeramik reserviert. Hierfür gibt es zwei Gründe: Einschränkungen in der Schleifbarkeit aufgrund der Sprödigkeit und bessere (hellere) Farboptionen, die die Pressrohlinge im Vergleich zu Blöcken bieten.
Cut-back oder monolithisch
Im vorliegenden Fall entschloss ich mich, bei den zentralen und lateralen Schneidezähnen des Ober- und Unterkiefers ein Cut-back durchzuführen, während alle anderen Restaurationen monolithisch gestaltet wurden. Diese Entscheidung basiert auf dem gezielten Abwägen zwischen Ästhetik und Funktionalität des Materials. Mit einer Biegefestigkeit von 530 MPa bietet IPS e.max CAD eine solide Grundlage für belastbare Rekonstruktionen. Daher war der Erhalt der strukturellen Integrität insbesondere bei kaulasttragenden Versorgungen von höchster Priorität. Die Eckzähne als Führungselemente sowie die Prämolaren und Molaren, die die Gruppenfunktion unterstützen, brauchen die volle Festigkeit, um Langlebigkeit sicherzustellen. Die Entscheidung, diese Restaurationen monolithisch zu belassen, minimiert das Risiko, ihre Stabilität zu beeinträchtigen (Abb. 11).
Materialkombination und Farbharmonie
Im Seitenzahnbereich kam eine Zirkonoxidbrücke aus IPS e.max ZirCAD Prime zum Einsatz, kombiniert mit monolithischen Kronen aus IPS e.max CAD. Um eine einheitliche Farbwirkung zwischen diesen Restaurationen zu erzielen, war es erforderlich, beide Arten der Seitenzahnrestaurationen monolithisch auszuführen. Dieser Ansatz gewährleistete eine nahtlose farbliche Integration, ohne dabei die Funktion oder die Ästhetik zu beeinträchtigen.
Das zervikale Drittel der monolithischen Kronen wurde mittels der IPS Ivocolor Malfarbe Shade Dentin 0 (SD0) auf den Farbton BL3 abgeschwächt. Das mittlere Drittel blieb unverändert, um die charakteristische Helligkeit des Farbtons BL2 der Lithium-Disilikat-Keramik zur Geltung zu bringen. Im inzisalen Drittel der monolithischen Kronen wurde eine zart bläuliche Farbe appliziert, um einen Tiefeneffekt zu erzeugen und die opaleszierenden Strukturen des Cut-backs nachzuahmen, das bei den zentralen und lateralen Schneidezähnen angewendet wurde. Diese differenzierte Maltechnik ermöglichte einen fließenden Farb- und Transluzenzübergang und sorgte für ein natürliches, ausgewogenes Gesamtbild. Auch wurde damit ein harmonischer Übergang zwischen der intensiven Leuchtkraft des unbehandelten mittleren Drittels und den ästhetischen Merkmalen der geschichteten Versorgung geschaffen. Für uns Zahntechniker ist es von unschätzbarem Wert, wenn ein komplexer Fall nicht durch das Kombinieren verschiedenartiger Materialien zusätzlich erschwert wird. Stimmt die Farbgebung zwischen Zirkonoxid und Glaskeramik nicht überein, kann selbst der bestgeplante Fall zum Alptraum werden. Abgestimmte Produktportfolios und deren Materialien ermöglichen meist eine nahtlose Integration.
In Fällen wie diesem, bei dem eine Zirkonoxidbrücke zwischen Einzelzahnkronen eingegliedert wurde, sorgen die abgestimmten Farbkonzepte des Herstellers für eine perfekte farbliche Harmonie. Die universell einsetzbaren Schichtkeramiken und Malfarben, die sowohl für Glaskeramik als auch Zirkonoxid bei gleichen Brenntemperaturen geeignet sind, vereinfachen den Prozess zusätzlich (Abb. 12 bis 15).
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